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Fast 300 Tote bei Fabrikbrand in Pakistan

Trauer und Trost
Ein Angehöriger eines Opfers wird getröstet. Foto: Rehan Khan Foto: dpa
Ausgebrannte Fabrik
Eine ausreichende Zahl an Notausgängen hätte die Katastrophe verhindern können. Foto: Rehan Khan Foto: dpa
Suche nach Opfern
Feuerwehrleute auf der Suche nach weiteren Opfern der Katastrophe. Foto: Rehan Khan Foto: dpa
Fassungslosigkeit
Rettungskräfte tragen die Leiche eines Brandopfers vom Ort des Unglücks. Foto: Rehan Khan Foto: dpa
Foto
Nach der Identifizierung der Leiche zeigt ein Mann das Foto eines bei der Katastrophe gestorbenen Verwandten. Foto: Rehan Khan Foto: dpa
Brand in Karachi
Feuerwehrleute versuchen den Brand in der Textilfabrik unter Kontrolle zu bekommen. Foto: epa/str Foto: dpa
Verzweiflung
Verzweifelte Angehörige von Opfern der Feuerkatastrophe in Karachi. Foto: Rehan Khan Foto: dpa

Islamabad (dpa) - Ein Großbrand in einer Textilfabrik in Pakistan hat mindestens 289 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 100 Arbeiter hätten sich aus dem Fabrikgebäude in der südlichen Wirtschaftsmetropole Karachi retten können, teilte der Sprecher der Stadtverwaltung, Roshan Ali Shaikh, mit.


Viele Menschen seien in Panik aus Fenstern des dreistöckigen Gebäudes gesprungen, da es zu wenige Notausgänge gab. Einige Überlebende hätten sich dabei schwer verletzt.

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Die meisten Beschäftigten starben nach Angaben von Ärzten an Rauchvergiftungen. Einige Leichen seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Viele Opfer wurden in den Kellerräumen gefunden. Die Polizei befürchtet jedoch, dass die Zahl der Toten weiter steigt, da Rettungskräfte auch Stunden nach dem Brand noch nicht in alle Teile der zerstörten Fabrik vordringen konnten.

Das Feuer war am Dienstagabend ausgebrochen. Feuerwehrleute brauchten fast die ganze Nacht, um es unter Kontrolle zu bringen. Die Ursaches des Brandes war zunächst unklar. In pakistanischen Medien wurde über einen defekten Generator spekuliert. Der Funkenschlag habe möglicherweise Baumwollballen und chemische Färbemittel entzündet. Die Polizei startet unterdessen eine groß angelegte Suchaktion nach den Besitzern der Fabrik, in der nach Angaben von Arbeitern unter anderem Wäsche produziert wurde.

Überlebende berichteten im pakistanischen Fernsehen von schrecklichen Szenen. «Wir waren bei der Arbeit als plötzlich überall Feuer und Rauch waren», sagte ein Arbeiter. «Die Hitze war so groß, dass wir zu den Fenstern stürmten und die (davor angebrachten) Eisengitter herausrissen.» Beim rettenden Sprung aus der zweiten Etage habe er sich dann ein Bein gebrochen. Anderen gelang es den Berichten zufolge nicht, die Sicherungsgitter abzureißen. Sie blieben in der brennenden Fabrik gefangen.

Vor allem kleine und mittelgroße Fabriken in Pakistan sind wegen der schlechten Sicherheitsstandards etwa bei der elektrischen Verkabelung berüchtigt. Vielerorts fehlen angemessene Fluchtwege. Nur wenige Stunden vor dem Brand in Karachi waren in der Großstadt Lahore im Osten Pakistans mindestens 21 Menschen bei einem Großfeuer in einer Kunststofffabrik getötet worden.