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Fall da Costa: Ingolstadt plant Anti-Rassismus-Aktion

Ingolstadt (dpa) - Nach den rassistischen Beschimpfungen gegen Fußball-Profi Danny da Costa plant dessen Verein FC Ingolstadt eine Kampagne gegen Fremdenfeindlichkeit.

Danny da Costa
Danny da Costa wurde während des Spiels bei 1860 München von mindestens einem Zuschauer rassistisch beschimpft. Foto: Marc Müller Foto: dpa

Der Zweitligist will T-Shirts produzieren lassen, die die Ingolstädter Profis vor dem anstehenden Spiel gegen Arminia Bielefeld am Freitag beim Aufwärmen tragen sollen. Auch die Mitarbeiter der Geschäftsstelle würden entsprechend eingekleidet. Zudem solle ein Großteil der Shirts an die Ingolstädter Anhänger verschenkt werden, teilte der Verein mit.

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«Rechts außen? Nur im 4-3-3!», lautet der Slogan. «Der FC Ingolstadt 04 verurteilt jede Art von Rassismus aufs Schärfste. Ein solches Verhalten und Gedankengut ist für uns inakzeptabel und gehört bereits im Keim erstickt», sagte Geschäftsführer Harald Gärtner.

Trainer Marco Kurz lobte am Mittwoch das Verhalten des Spielers und beider Vereine: «Danny hat sofort und damit großartig reagiert, das kann man nicht hoch genug anrechnen. Alle Verantwortlichen, sowohl der TSV 1860 als auch wir, die Schanzer, haben uns ebenfalls schnell und klar positioniert.»

Der dunkelhäutige U21-Nationalspieler da Costa war am Sonntag im Zweitliga-Derby bei 1860 München von mindestens einem Münchner Zuschauer rassistisch beschimpft worden. Der TSV 1860 hatte sich bereits von den Beschimpfungen distanziert und eine Anzeige sowie ein Stadionverbot gegen die verdächtige Person angekündigt. Inzwischen hat auch der Deutsche Fußball-Bund Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen. Unter Umständen droht ein sportgerichtliches Nachspiel.