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Fahrpläne abstimmen: Verkehrsverbund mit dem Salzburger Land rückt näher

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Verkehrsverbund zwischen Traunstein, BGL und Salzburger Land rückt näher
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Ein Verkehrsverbund zwischen den Landkreisen Traunstein und BGL mit dem Salzburger Land rückt näher.

Traunstein – Geht es nach den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land, rückt ein Verkehrsverbund mit dem Salzburger Land samt gemeinsamen Tarifen und abgestimmten Fahrplänen näher.


Beide Kreisausschüsse begrüßten die Idee in zeitgleichen Sitzungen einmütig und beschlossen, sich in die Kosten einer Grundlagenstudie zur Prüfung eines Verbunds zu teilen. Alle Landkreise der Region 18 werden regelmäßig über die Schritte informiert und zur Zusammenarbeit eingeladen.

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Schon 2016 stand ein Verkehrsverbund auf der Wunschliste der Euregio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein. Nach Worten von Landrat Siegfried Walch wurden in der Folgezeit erste Rechtsgutachten zur grundsätzlichen Machbarkeit erhoben.

Im Juni 2019 beauftragte der Traunsteiner Kreisentwicklungs- und Verkehrsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung die Verwaltung mit der weiteren Planung des Vorgehens. Walch zufolge legt der Freistaat Bayern in absehbarer Zeit ein Förderprogramm für neue oder erweiterte Verkehrsverbünde auf. Voraussetzung ist eine Grundlagenstudie, für die mit 85 Prozent Erstattung der Gesamtkosten gerechnet werden kann. Die Studie beleuchtet Wirtschaftlichkeit und »verkehrliche Sinnhaftigkeit«.

Über Details des Projekts informierte Alexandra Wolf, Leiterin der Abteilung »Regionale Entwicklung«. Von Vorteil sei der Nahverkehrsplan, den der Landkreis aktuell erstellen lasse. Das Werk enthalte viele Fakten und Vorschläge, die Basis für künftige Konzessionsvergaben durch die Regierung von Oberbayern sein werden. Herzstück eines Verkehrsverbunds sei ein einheitlicher Tarif für Busse, später auch für die Bahn.

Zwischen den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land existieren gemäß Wolf bereits bedeutende Verkehrsverbindungen bei Bus und Bahn. Das Land und die Stadt Salzburg verfügten schon über einen Verkehrsverbund. Vorbereitende Studien der Euregio und des Berchtesgadener Lands sehen eine »grundsätzliche Machbarkeit«. Weiter schilderte Wolf die Funktionsweise eines Verbunds. Bestimmte Kosten müssten den Verkehrsunternehmen finanziell ausgeglichen werden, sei es für billigere Fahrtarife oder technische Kosten aufgrund der Umstellung. Die Vorbereitung eines Verbunds erfordere viele, teils vom Freistaat bezuschusste Schritte und viel Zeit. Mit dem Start eines Verbunds sei Anfang 2023 zu rechnen.

»Wir entscheiden nicht, ob wir einen Verbund gründen, sondern nur über eine Grundlagenstudie. Wir nutzen damit die Zeit, bis der Freistaat sein Förderprogramm realisiert. Alles ist rechtlich sehr kompliziert«, stellte Walch klar. Der Verbund solle die Möglichkeit schaffen, »gestaltend ÖPNV zu betreiben«. Der ÖPNV werde künftig ein wichtiger Standortfaktor sein, beispielsweise um junge Familien anzusiedeln.

In der Aussprache sagte Willi Geistanger (Grüne), seine »volle Unterstützung« für das Projekt zu – auch wenn die Zeit bis zur Verwirklichung lang sei. Auf längeren Strecken günstiger zu werden, könnte manchen Bürger bewegen, auf den ÖPNV umzusteigen, meinte Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD). Technisch einfache Lösungen für Tickets forderte Franz Parzinger (CSU). Für einen ÖPNV, »der nicht an der Grenze Halt macht, einen guten Takt hat, barrierefrei und preislich günstig ist«, trat Dr. Lothar Seissiger (FW/UW) ein.

Die Jugend im ländlichen Raum nicht abzuhängen sowie »Wohnen und Arbeiten« zusammenzubringen, appellierte Konrad Schupfner (CSU). Als Euregio-Präsident sei es ihm angesichts vieler Pendler in beide Richtungen ein großes Anliegen, Salzburg einzubinden. Schupfner führte weiter an, seit dem Stundentakt der Bahn reichten die P&R-Parkplätze nicht mehr aus. Andere Kreisräte bestätigten dies für ihre Gemeinde. kd