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David und Christine Harper. (Fotos: Kilian Pfeiffer)

Fachkundig begleitet über den Obersalzberg – Exklusive Kehlsteinbesuche auf Englisch

Berchtesgaden – Die Geschichte des Obersalzbergs, von Hitler und dessen Entscheidungen erklärt David Harper immer in Englisch. 3500 Mal war er mit seinen Gästen schon auf dem Kehlstein oben. Schauspieler Tom Hanks nutzte bei ihm in Berchtesgaden die Gelegenheit zur Recherche. Harper ist Amerikaner, wie auch Ehefrau Christine. Die Kunden seit über 30 Jahren: US-Bürger und Ausländer.


Bevor die zehnteilige amerikanische Fernsehserie »Band of Brothers – Wir waren wie Brüder« Anfang der 2000er-Jahre gedreht wurde, stattete Tom Hanks Berchtesgaden einen Besuch ab, um den Obersalzberg kennenzulernen. Die Episode ist kaum bekannt. David Harper kann sie erzählen, weil er live dabei war. Die 125 Millionen Dollar teure Miniserie des US-Senders HBO schildert die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zwischen 1942 und 1945 aus Sicht der Soldaten der Easy Company, des 506. US-Fallschirmjägerregiments der 101. US-Luftlandedivision der US-Streitkräfte.

Die letzte der zehn Folgen spielt in Berchtesgaden und bildet die Ankunft der US-Soldaten ab. Familie Harper führte Tom Hanks damals durch die Bunker des Obersalzbergs. Gedreht wurde am Ende in einem Studie. Die Serie war sehr erfolgreich. »Unsere Gäste sprechen uns auch heute noch ständig darauf an«, sagt Harper.

Der »Berggasthof Obersalzberg« ist ein historisches Gebäude in der Nähe der Bunkeranlage und gehörte einst zum sogenannten Platterhof-Ensemble. Hitlers Berghof lag in nächster Nähe. Im Berggasthof Obersalzberg befindet sich seit kurzem das Büro von David Harper. Die Kehlsteinabfahrt liegt im Blickfeld.

David Harper ist in New York geboren. Im Alter von fünf zog er mit seiner Familie nach Paris, wuchs zweisprachig auf. Er versuchte sich in vielen Berufsfeldern, sammelte Erfahrungen als Übersetzer, Dozent, Schriftsteller, Schlagersänger und Sprachlehrer. Das Interesse an der Geschichte begleitete ihn von Anfang an. In den 1980er-Jahren zog er nach Deutschland.

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Große Fenster, hoher Raum: Der »Berggasthof Obersalzberg« ist ein Relikt der Nazizeit. Heute speisen hier vor allem Urlauber während des Besuchs am Berg. Die »Eagle's Nest Historical Tours« haben hier seit Kurzem das Büro.

Als Tour Guide betreute er ab 1986 US-Militärvertreter, die in der Bundesrepublik stationiert waren, und begleitete sie zum idyllischen Königssee, ins Salzbergwerk, auf den Kehlstein und in die den Obersalzberg durchziehenden Bunkeranlagen. »Damals existierten nur unsere Militär-Touren«, erinnert sich Harper. Aufklärung über die Nazi-Zeit zu leisten, das war im Deutschland der späten 80er-Jahre nicht üblich. Es mangelte an aufklärender Bildungsarbeit. Mit der eigenen Geschichte umgehen, galt auch Jahrzehnte nach Kriegsende als ungelöstes Problem. Unweit vom ehemaligen »Führersperrgebiet« verkauften die Kioske zunächst bunte Bücher mit Hitler-Bildchen, aber ohne historische Einordnung und Bildungsanspruch.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der heutigen Mittwochsausgabe (29. Juni) des Berchtesgadener Anzeigers.

Kilian Pfeiffer