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Fachkräftemangel in Südostoberbayern verschärft sich

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Foto: Symbolbild dpa

Die Nachfrage nach Fachkräften ist in Südostoberbayern deutlich größer als das verfügbare Angebot. Das wird vielen Städten in der Region teuer zu stehen kommen.


Etwa 12 000 Fachkräfte werden in der Region bis Ende diesen Jahres über alle Berufsgruppen hinweg fehlen. Aufgrund dieses Engpasses können 4,5 Prozent aller in der Region angebotenen Arbeitsplätze für Fachkräfte nicht besetzt werden.

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Jede siebte Stelle bleibt unbesetzt

Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Auswertung des IHK-Fachkräftemonitors Bayern. Gesucht werden zu etwa 90 Prozent beruflich qualifizierte Mitarbeiter. Ganz oben auf der Wunschliste der Betriebe stehen Chemielaboranten, Pharmakanten, Industriemeister und CAD-Konstrukteure. Hier kann jede siebte Stelle nicht besetzt werden. Bei den Akademikern fehlen vor allem Maschinenbauingenieure. Mit 253 000 Fachkräften sind derzeit rund 15 Prozent des oberbayerischen Fachkräfteangebots in Südostoberbayern angesiedelt.

7,6 Milliarden gehen allein in Oberbayern verloren

„Der Fachkräftemangel bremst die bayerische Wirtschaft massiv. Betriebe müssen Aufträge verschieben oder ablehnen, weil die Kapazitäten nicht vorhanden sind. So entgeht Oberbayern eine Wirtschaftsleistung von schätzungsweise 7,6 Milliarden Euro allein in diesem Jahr, in ganz Bayern sind es 17 Milliarden“, sagt Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK). „Der Fachkräftemangel ist aktuell das größte Problem der regionalen Wirtschaft. Ganze 58 Prozent der Betriebe – so viele wie noch nie – sehen die zunehmenden Personalengpässe als Risiko für ihr Geschäft“, so Driessen weiter.

Im bayernweiten Vergleich ist Oberbayern am meisten vom Personalengpass betroffen. Hier fehlen in absoluten Zahlen 89 000 Fachkräfte, das sind fast 40 Prozent des bayerischen Defizits von insgesamt 227 000. Bis 2030 wird die Lücke in Oberbayern auf 155 000 Personen anwachsen, in Südostoberbayern werden dann 21 000 Stellen unbesetzt bleiben.

Studium statt Beruf: Trend geht am Arbeitsmarkt vorbei

„Viele Branchen leiden darunter, dass die Nachwuchskräfte an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts vorbei ein Studium und akademische Abschlüsse anstreben“, sagt BIHK-Chef Driessen. Dabei seien Meister und Fachwirte wegen ihrer großen Praxiserfahrung viel gesuchter und hätten oftmals bessere Karriere- und Verdienstaussichten als Akademiker, so Driessen.

Der BIHK-Chef fordert auch mehr Frauen als Fach- und Führungskräfte, um den Personalengpass in der Wirtschaft zu lindern. Außerdem setzt sich der BIHK angesichts des Fachkräftemangels für ein besseres Image der beruflichen Ausbildung, mehr Zuwanderung und flexiblere Renteneintritte ein. Den Vorschlägen für ein verlängertes Arbeitslosengeld zur Qualifizierung erklärt der BIHK eine klare Absage: „Das ALG-Q wäre als riesige Weiterbildungsbrücke in die Rente der neuerliche Beginn eines FachkräfteAderlasses. Die ‚Rente mit 63‘ hat dem Arbeitsmarkt deutschlandweit bereits Hunderttausende dringend benötigte Fachkräfte vorzeitig entzogen“, sagt Driessen.

Pressemeldung der IHK München und Oberbayern