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Facettenreich, verträumt und mitreißend

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Das Herbert Pixner Projekt mit (v. l.) Heidi Pixner, Manuel Randi, Herbert Pixner und Werner Unterlercher. (Foto: Ostermaier)

Es muss nicht nur Volksmusik sein oder nur Blues oder nur Jazz: Dass ein Kontrabass, eine steirische Ziehharmonika, eine Monouche-Gitarre und eine Harfe sich eine eigene Klangwelt erschließen können irgendwo zwischen diesen Stilrichtungen, bewies im Reit im Winkler Festsaal eindrucksvoll das Herbert Pixner Projekt. Und so facettenreich die mal mitreißenden, mal verträumten Stücke des Quartetts waren, so bunt gemischt war auch das Publikum: Kinder, Jugendliche und Gäste bis hin zum Seniorenalter, Trachtler und Musikanten, Einheimische, Besucher aus dem Achental, aber auch Urlaubsgäste, sie alle vereinte offenbar die Bewertung dieser leidenschaftlichen Musikanten: Immer wieder gab es von den 450 Besuchern donnernden Applaus, am Ende des fast dreistündigen Konzerts stand der halbe Saal.


Als der »neue Alpensound« wird die Stilrichtung dieser Gruppe von Musikern aus Südtirol gerne beschrieben, und es sind schon die mitunter eigenwilligen Interpretationen, welche der traditionellen Volksmusik ein neues Gesicht geben: »Dirty Katie« beispielsweise. Wie zu fast allen Titeln gibt Herbert Pixner wortreiche, dialektgefärbte Einführungen, wobei hier zunächst zu erfahren ist, dass dieser Titel eigentlich auf dem Zwiefachen »Die alte Kath« aufbaut, »auf ihrem Gerippe sozusagen«.

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Wie sie dieses Fragment im Wechsel mit schwungvollen und ruhigen Abschnitten mit Leben erfüllen, darin liegt wohl das Geheimnis des Erfolgs dieser Gruppe über Generationen hinweg. Ein anderer Grund mag in ihrem virtuosen Spiel liegen, immer wieder glänzen die Musiker auch mit Soloeinlagen. Heidi Pixner etwa bei »Sommerwind«; es herrscht fast andächtige Stille im Saal, während ihr nicht nur das Publikum, sondern auch ihre drei Begleiter konzentriert zuhören. Bescheiden nimmt sie den tosenden Applaus des Auditoriums entgegen.

Herausragend aber auch Manuel Randi (»Hands of Joy«), der als Gitarrist erst seit einem Jahr das Quartett komplettiert und mit Herbert Pixner, der zwischen der steirischen Ziehharmonika, der Trompete und der Klarinette hin- und herwechselt, das Herz des Quartetts bildet. Kaum vorstellbar, wie das Herbert Pixner Projekt ohne diesen fabelhaften Gitarristen auskommen konnte. Ideal ergänzt wird die Gruppe schließlich von Werner Unterlercher, dem Bassisten.

Wesentlicher Grund für das wunderbare Konzert war sicherlich insbesondere, dass das Publikum die ungebremste Freude, die tiefe Leidenschaft dieser Musiker spürte, und es ist gut vorstellbar, dass es für die vier eher zweitrangig ist, wie groß das Auditorium ist – so sehr lassen sie sich von ihrem Spiel fortragen, fortreißen. Dennoch: Die Begeisterung des Publikums teilt am Ende auch Herbert Pixner selbst: Es sei »sehr, sehr fein« gewesen, »wir werden sehr gerne wieder nach Reit im Winkl kommen.« Gerne wiederkommen werden nach diesem besonderen Konzertereignis wohl auch die allermeisten der Gäste. Ost