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Extremismusforscher: Pegida bedroht politisches Klima

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„Mvgida“ in Schwerin
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Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen Ableger der Pegida-Bewegung. Foto: Jens Büttner Foto: dpa

Leipzig (dpa) - Der Leipziger Extremismusforscher Oliver Decker fürchtet wegen der islamkritischen Pegida-Demonstrationen um das politische Klima in Deutschland.


Aktuell bestehe die Gefahr für Andersdenkende oder Migranten auf der Straße, sagte Decker der Deutschen Presse-Agentur. Mittelfristig gehe von der Pegida-Bewegung und ihren diversen Ablegern eine Gefahr aus, falls demokratische Parteien deren Haltungen übernähmen, um Wähler zu binden.

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«Das bedroht das politische Klima dann insgesamt, etwa wenn eine Pflicht gefordert wird, auch in den eigenen vier Wänden deutsch zu sprechen.» Diese Entwicklung gehe von der Mitte aus und nicht von den Rändern. «Insgesamt ist zu beobachten, dass die Wellen rechtsextremer Wortmeldungen in den letzten Jahren kürzer aufeinanderfolgten und auch an Präsenz gewonnen haben.» Man müsse überlegen, wie die demokratische Gesellschaft auf entsprechende Herausforderungen reagieren wolle.

Decker ist seit 2013 Vorstandssprecher des Kompetenzzentrums Rechtsextremismus- und Demokratieforschung an der Universität Leipzig.