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Explosion im Salzbergwerk Berchtesgaden fordert fünf Verletzte – Drei Helis im Einsatz

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Berchtesgaden: Explosion im Salzbergwerk Berchtesgaden fordert fünf Verletzte – Unfall bei Schweißarbeiten
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Foto: Planegger, BRK BGL

Berchtesgaden – Großeinsatz im Salzbergwerk Berchtesgaden: Bei einer Explosion unter Tage sind fünf Arbeiter zum Teil schwer verletzt worden. Ein Unfall bei Schweißarbeiten am heutigen Morgen hatte zu dem schweren Unglück geführt. Ein Großaufgebot an Rettungskräften und drei Rettungshubschrauber waren im Einsatz.


Update, 12.15 Uhr:

Zu dem Arbeitsunfall unter Tage kam es gegen 8 Uhr rund 800 Meter weit tief im Inneren des Bergs, aber nur wenige Meter unter dem Eingangslevel. Arbeiter einer externen Firma sollen mit Schweißarbeiten an einem noch nicht in Betrieb befindlichen Bohrspülwerk beschäftigt gewesen sein. Dabei gab es eine Explosion oder Verpuffung. Drei direkt betroffene Arbeiter zogen sich dabei schwere Verletzungen zu, zwei weitere, etwas abseits stehende Personen wurden leicht verletzt. »Es ist aber nichts eingestürzt«, sagte Polizeisprecher Stefan Scharf dem »Berchtesgadener Anzeiger«.

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Alle Verletzten konnten den Berg mit Unterstützung der Grubenwehr noch selbstständig verlassen. Derweil war der Rettungseinsatz schon angelaufen. Die Leitstelle Traunstein schickte ein Großaufgebot des Roten Kreuzes, der Freiwilligen Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks zum Einsatzort, darunter vier Rettungswagen aus Bad Reichenhall, Salzburg und Hallein, den Berchtesgadener Notarzt, die ehrenamtliche Schnell-Einsatz-Gruppe der BRK-Bereitschaft Berchtesgaden, die Sanitätseinsatzleitung und drei Hubschrauber aus Salzburg, Zell am See und Murnau, mit denen die Schwerverletzten rasch zu weiter entfernten Spezialkliniken für Brandverletzte geflogen werden konnten.

»Christophorus 6« flog einen schwerer Verletzten nach Salzburg, »Heli Alpin 6« den Zweiten nach München-Bogenhausen und »Christoph Murnau« den Dritten nach Murnau. Die Einsatzkräfte brachten dann einen der beiden Leichtverletzten per Rettungswagen zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Der ehrenamtliche Kriseninterventionsdienst des Roten Kreuzes kümmerte sich vor Ort mit insgesamt sieben Krisenberatern um betroffene Angehörige und Arbeiter, wobei der Fachberater für Psychosoziale Notfallversorgung den Einsatz koordinierte. Insgesamt waren fünf Notärzte und 15 Sanitäter im Einsatz. Auch die Polizeiinspektion Berchtesgaden war mit zahlreichen Beamten im Einsatz.

Zur Unfallzeit war das Bergwerk noch nicht für Besucher geöffnet. Die Besuchereinfahrt bleibt heute auch noch den ganzen Tag geschlossen und wird vermutlich am Donnerstag wieder eröffnet. Auch alle weiteren Untertage-Arbeiten fallen nach dem heutigen Unfall aus, die Bergknappen verließen sofort den Berg.

»Es bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Bevölkerung oder für die anderen Arbeiter untertage«, sagte Polizeisprecher Stefan Scharf. Die Grubenwehr führte nach dem Unfall Messungen durch. Die polizeilichen Untersuchungen zum genauen Hergang und zur Ursache des Unfalls werden von der Kriminalpolizei Traunstein geführt.

Noch beim Bergfest zu Pfingsten hatte man beim Festakt im Kaiser-Franz-Sinkwerk dem Heiligen Rupert gedankt. Bis dahin hatte es bereits 940 Tage und 400.000 Arbeitsstunden lang keinen Unfall gegeben.

red/Ulli Kastner/BRK BGL

Update, 10.10 Uhr:

Laut Mitteilung des Polizeipräsidiums waren mehrere Angestellte gegen 8 Uhr morgens mit Schweißarbeiten im Bereich eines „Bohrspülwerks“ tief im Inneren des Bergwerks beschäftigt, als es plötzlich zu einer Explosion kam. Bei dem schweren Arbeitsunfall sind nach Auskunft der Polizei vier Arbeiter unbestimmten Grades verletzt worden. Die Verletzten kamen nach der Bergung in verschiedene Krankenhäuser.

Dutzende Einsatzkräfte von Feuerwehren, dem Rettungsdienst, der Polizei sowie Bergwerk-Angestellte und ein Tiefbau-Spezialist waren an den Einsatzort alarmiert worden.

Zum Unfallzeitpunkt war das Bergwerk noch nicht für Besucher geöffnet und auch für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Die Grubenwehr führte nach dem Unfall Messungen durch.

Berchtesgaden: Explosion im Salzbergwerk fordert vier Verletzte – Unfall bei Schweißarbeiten
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Foto: Wechslinger

Erstmeldung, 9.15 Uhr:

Nach einer Explosion heute Morgen im Salzbergwerk Berchtesgaden ist ein größerer Such- und Rettungseinsatz von Polizei und Rettungskräften angelaufen.

Laut Informationen des Radiosenders Bayernwelle ist es heute Morgen im Salzbergwerk in Berchtesgaden unter Tage zu einer Art Explosion gekommen. Dabei sind mehrere Menschen – nach ersten Informationen drei Personen – unbekannten Grades verletzt worden.

Mittlerweile sind zahlreiche Rettungskräfte von Feuerwehren, Rettungsdienst, Polizei, Bergwerk-Angestellten und Spezialisten angerückt. Nach einer Einsatzbesprechung gilt es nun – so die Angaben der Polizei gegenüber dem Radiosender – mit Suchmannschaften die Verletzten und mögliche weitere betroffene Personen zu finden und zu bergen.

Wie es zu dem Unglück kommen konnte, ist noch völlig unklar. Fest steht nach Polizeiaussagen aber, dass bei der Art Explosion bzw. Verpuffung mindestens drei Personen verletzt worden sein sollen. Über die Schwere der Verletzungen und die Personalien der Verunglückten liegen noch keine Informationen vor.

Weitere Informationen folgen.

red