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Ex-DFB-Coach Adrion wird 60: Man muss «Flagge zeigen»

Düsseldorf (dpa) - Nach einem halben Jahr Pause kribbelt es wieder bei Rainer Adrion. Der ehemalige U 21-Trainer des Deutschen Fußball-Bunds hat sich nach der Trennung vom Verband ein wenig zurückgezogen.

Ex-DFB-Trainer
Rainer Adrion wurde 60 Jahre alt. Foto: Marijan Murat Foto: dpa

«Mir war klar, dass ich nicht sofort irgendetwas aus der Not geboren machen muss. Das werde ich auch in Zukunft nicht tun», sagte der Stuttgarter, der mit seinem Team bei der EM-Endrunde in Israel im Sommer vorzeitig gescheitert war. Die nächste große Aufgabe ist zunächst das Fest zum 60. Geburtstag am heutigen 10. Dezember. Da werden ein paar Weggefährten zusammenkommen und mit ihm feiern.

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«Das ist schon eine Zahl, über die man nicht so einfach hinweggeht. Da muss man Flagge zeigen. Wer weiß, was mit 70 ist», sagte Adrion der Nachrichtenagentur dpa.

Im nächsten Jahr soll die Jobsuche intensiviert werden. Auch mit 60 Jahren fühlt sich der ehemalige Bundesligaprofi noch fit genug. Nach vier Jahren als Coach beim DFB liebäugelt der Schwabe mit einer Tätigkeit in einem Verein. «Das reizt mich schon, mal wieder eine Mannschaft zu trainieren, die man jeden Tag hat», meinte Adrion. Dabei sei es relativ egal in welcher Liga, im In- oder Ausland oder ob Nachwuchsteam oder Profimannschaft. «Ich habe noch die Energie, was Neues zu machen. Ich möchte schon noch Akzente in meinem Leben und meiner Karriere setzen». Spätestens im nächsten Sommer will Adrion wieder einsteigen.

Das Kapitel DFB ist abgehakt. Obwohl Präsident Wolfgang Niersbach ihm während der EM-Endrunde zunächst noch eine Jobgarantie ausgestellt hatte, wurde Adrion kurz darauf als U 21-Coach von seinen Aufgaben entbunden. Nachkarten ist nicht die Sache des Trainers. «Das lief alles in einem guten Rahmen ab, die Gespräche waren offen und fair. Das war ein Abschluss eines Karriereabschnitts, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.»

Die meiste Zeit seines Berufslebens hat Adrion beim VfB Stuttgart verbracht. Dort absolvierte er seine 22 Bundesligaspiele, war Chef- und Co-Trainer und auch für die U 23 des Clubs verantwortlich. Zuvor hat er sich vor allem bei kleinen Clubs wie dem FV Zuffenhausen, der SpVgg 07 Ludwigsburgs oder SSV Reutlingen als Trainer einen Namen gemacht. «Ich war am Anfang gut, bin mit meinen ersten drei Vereinen jeweils aufgestiegen. Das hat sich rumgesprochen», erzählte der Coach.

Für die ganz große Nummer hat es bislang aber nicht gereicht. «Ich bin eben mehr in der Ausbildungsschiene für junge Fußballer hängengeblieben und nicht in der Bundesliga. Aber das ist für mich auch okay», sagte Adrion. Mit dem Verlauf seiner Karriere ist der Trainer zufrieden. «Ich bereue nichts. Es war eine tolle Zeit bislang - und es ist noch nicht vorbei.»