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Evi Sachenbacher-Stehle beendet aktive Karriere

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Schluss
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Evi Sachenbacher-Stehle hat ihre sportliche Karriere beendet. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa
Dopingkontrolle
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Eine Dopingprobe von Evi Sachenbacher-Stehle bei den Winterspielen 2014 in Sotschi war positiv. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa
Anvisiert
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Evi Sachenbacher-Stehle war aus dem Langlauf-Team zu den Biathleten gewechselt. Foto: Hendrik Schmidt Foto: dpa
Olympia-Gold
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Zusammen mit der Langläuferin Claudia Nystad (l) gewann Evi Sachenbacher-Stehle 2010 Olympia-Gold im Team-Sprint. Foto: Martin Schutt Foto: dpa
Evi Sachenbacher-Stehle
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Schlussläuferin Evi Sachenbacher-Stehle sicherte der Staffel die Goldmedaille bei der WM 2003. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa
Staffel-Gold
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Bereits 2002 gab es in Salt Lake City Olympia-Gold mit der Langlaufstaffel. Foto: Kay Nietfeld Foto: dpa

München (dpa) - Evi Sachenbacher-Stehle wirkte gefasst und zugleich tief traurig, als sie den Schlussstrich unter ihre von Dopingvorwürfen überschattete Karriere zog.


»Ich fühl' mich nicht in der Lage, den Winter so zu bestreiten, dass ich meinen Ansprüchen genüge und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, dass ich meine aktive Karriere beenden werde«, sagte die 34-Jährige am Sonntag in der ARD-»Sportschau« und erklärte ihren Rücktritt vom Biathlon. Die Karriere der zu den Skijägern gewechselten Langlauf-Olympiasiegerin ist damit vorbei.

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»Ich bin froh, dass ich das Thema für mich abschließen und zur Ruhe kommen kann«, sagte sie später am Abend im »Blickpunkt Sport« des Bayerischen Rundfunks. Mit großem Applaus und einem Blumenstrauß wurde sie nach ihrem ersten Live-Auftritt im TV seit der Doping-Affäre aus dem Studio verabschiedet.

16 Tage nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS ihre zweijährige Sperre auf sechs Monate verkürzt und ihr wieder Starts ermöglicht hatte, stellte die Bayerin mit ernstem Gesichtsausdruck in dem aufgezeichneten TV-Beitrag fest: »Drei Monate Training fehlen, die letzten Monate haben sehr viel Kraft gekostet. Man ist mit mir auch menschlich nicht immer gut umgegangen. Ich habe meine Schlüsse daraus gezogen.«

Sachenbacher-Stehle war bei den Winterspielen in Sotschi nach Platz vier im Massenstart am 17. Februar positiv auf die nur im Wettkampf verbotene Stimulanz Methylhexanamin getestet worden. Sie hatte den positiven Test mit einem verunreinigten Teepulver erklärt, das ihr ein privater Ernährungsberater empfohlen hatte. Von der IBU war sie am 16. Juli mit der Höchststrafe von zwei Jahren belegt worden. Sie klagte vor dem CAS, die Richter revidierten das IBU-Urteil. »Wenn ich das Urteil schon im Mai gehabt hätte, wäre sicherlich einiges ganz anders gelaufen. Da hätte meine Entscheidung ganz anders ausgeschaut, aber jetzt ist November, es ist zu spät für die Saison«, meinte die Bayerin.

Zugleich stritt sie erneut jegliche Dopingabsicht ab. »Das Urteil hat klargestellt, dass ich nicht absichtlich gedopt habe, dass ich in keiner Weise betrügen wollte.« Den Tee hätten Sportler, die auch regelmäßig getestet werden, schon ein halbes Jahr vor ihr oder länger genommen. Die Firma habe bestätigt, dass dieses Produkt sauber ist. »Das war für mich ausreichend, dass es sicher war, weil sonst hätte ich das nie genommen. Das war in dem Moment mein Fehler, den habe ich teuer bezahlt und den muss ich mir auch eingestehen, jetzt würde ich alles anders machen«, sagte sie: »Aber klar, der positive Dopingtest war da, das wird immer einen kleinen Schatten werfen.«

Schon nachdem die internationalen Sportrichter am 14. November die vom Biathlon-Weltverband IBU verhängte Höchststrafe auf sechs Monate verkürzt hatten, deutete Sachenbacher-Stehles Anwalt Marc Heinkelein an, rechtliche Schritte gegen den Verband einleiten zu wollen. Seine Mandantin sei auf die gleiche Stufe wie ein vorsätzlicher Epo-Doper gestellt worden und würde bereits seit drei Monaten zu Unrecht eine Strafe absitzen, argumentierte der Anwalt. Biathlon-Bundestrainer Gerald Hönig sagte: »Ich kann diesen Schritt nachvollziehen. Ich wünsche ihr alles Gute für ihren neuen Lebensweg.«

Sachenbacher-Stehle will sich nun auf ihr Studium der Ernährungswissenschaften konzentrieren. »Es ist natürlich schwer, der Sport war bisher mein Leben, und es macht mir unheimlich viel Spaß, mein Hobby zum Beruf zu machen. Durch so eine blöde Sache rausgerissen zu werden, ist unbefriedigend für mich und es war eine schwere Entscheidung, aber ich möchte diese schwere Zeit und wie manchmal mit einem umgegangen wird nicht mehr erleben. Deswegen möchte ich mich auf andere Dinge konzentrieren, ein normales Leben führen«, sagte sie und fügte am Abend an: »Mir macht das Studium wahnsinnig Spaß.«

Im Vorfeld der Winterspiele in Turin 2006 war sie als Langläuferin wegen eines erhöhten Hämoglobinwerts mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden. Im Langlauf hat sie insgesamt zehn Olympia- und WM-Medaillen gewonnen. Im März 2012 hatte sie ihren Wechsel ins Biathlon-Lager bekanntgegeben.