weather-image
20°

EU-Gericht: Microsoft durfte Skype übernehmen

Luxemburg/Brüssel (dpa) - Die milliardenschwere Übernahme des Internettelefonie-Dienstes Skype durch Microsoft ist nach einem EU-Urteil rechtens. Der Zusammenschluss schränke weder den Wettbewerb auf dem Markt der Internetkommunikation für Privatkunden noch für Geschäftskunden ein, urteilte das EU-Gericht.

Skype und Microsoft
Die milliardenschwere Übernahme von Skype durch Microsoft ist nach einem EU-Urteil rechtens. Foto: Franz-Peter Tschauner/Archiv Foto: dpa

Die Richter wiesen damit die Klage des amerikanischen IT-Konzerns Cisco Systems und der italienischen Firma Messagenet ab (Rechtssache T-79/12).

Anzeige

Microsoft hatte Skype im Mai 2011 übernommen und dafür 8,5 Milliarden Dollar (6,2 Mrd Euro) gezahlt. Die EU-Kommission prüfte die Auswirkungen auf Konkurrenten und gab grünes Licht für den Zukauf. Gegen diese Entscheidung hatten die Konkurrenten geklagt.
Es war der größte Zukauf in Microsofts Firmengeschichte. Mit Skype können Nutzer kostenlos über das Internet chatten und telefonieren, auch mit Videoübertragung.

Laut Gericht konnte Microsoft durch den Skype-Kauf zwar seinen Marktanteil im Segment Videotelefonie für Privatkunden um 80 bis 90 Prozent ausbauen. Der Sektor verändere sich aber schnell und solch ein hoher Marktanteil könne schnell wieder verloren gehen, argumentierten die Richter. Zudem sei Microsoft bei neuen IT-Plattformen wie Tablets und Smartphones, die immer wichtiger würden, wenig präsent. «Bei einer Erhöhung der Kommunikationspreise könnten sich PC-Nutzer daher alternativen Plattformen zuwenden», schrieb das Gericht.

Im Bereich der Geschäftskommunikation kam das EU-Gericht zum selben Ergebnis. Microsoft habe nicht die Möglichkeit, mit seinem Produkt Lync den Wettbewerb in diesem Bereich zu beschränken. Lync stehe anderen großen Konkurrenten gegenüber, etwa dem Unternehmen Cisco, das «allein schon einen größeren Marktanteil hat als Microsoft.» Cisco ist unter anderem mit seiner Lösung «TelePresence» auf dem Markt der Videokonferenzsysteme präsent.

Mitteilung des Gerichts

Klage im EU-Amtsblatt