weather-image
17°

»Es herrscht momentan eine Angstpropaganda«

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Michael König rät seinen Patienten: »Redet mit eurem Arzt über mögliche Sorgen beim Thema Impfen.« (Foto: Voss)

Berchtesgaden – »Ich finde es wunderbar, dass es das gibt«, sagt Heilpraktiker und Diakon Michael König zum Thema Impfen. Es sei eine tolle Entwicklung in der Medizingeschichte, die eine weitreichende Veränderung im Gesundheitswesen gebracht habe. Deswegen könne man nicht generell sagen, Impfen sei schlecht. Dennoch äußert er Kritik an manchen Stellen, wenn es um die derzeit heiß diskutierte Praxis geht. Er spricht bei der derzeitigen Debatte im öffentlichen Raum von einer »Angstpropaganda«: »Die Geimpften sind die Guten, die Nicht-Geimpften sind die Bösen«, so scheine es. Der Heilpraktiker erzählt dem »Berchtesgadener Anzeiger« von den Ansätzen der ganzheitlichen Behandlung und was er seinen Patienten empfiehlt.


Zu Beginn stellt der Oberauer in seiner Praxis in der Oberau klar: »Wenn es um Infektionskrankheiten geht, gibt es für Heilpraktiker ein Behandlungsverbot. Das ist Aufgabe des Arztes.« Jedoch rät er den Patienten, sich zu informieren. Abgesehen davon betrachtet er die derzeitige Debatte mit Sorge und bezeichnet sie als »einseitig«. Derzeit herrsche eine »Angstpropaganda«, kritisiert er. Kinder, die nicht geimpft seien, würden sanktioniert. »Da wird ein gewaltiger Druck ausgeübt, auf die Kinder und Eltern.« So werden die Kleinen etwa aus der Kita ausgeschlossen, wenn sie nicht geimpft seien. Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, würden öffentlich angegriffen. Ein Argument sei: »Die nicht-geimpften Kinder sind eine Gefahr für die anderen.« Dies betrachtet König als widersprüchlich: »Wo ist denn da die Gefahr? Wenn die Impfung wirkt, ist doch keine Gefahr da.« Dann könnten die nicht-geimpften Familien den anderen nur leid tun, aber es sei keine Gefahr.

Anzeige

»Ich bin nicht prinzipiell gegen das Impfen«, so König. Seine drei eigenen Kinder hat er gegen Tetanus, Diphtherie und Polio impfen lassen. »Denn das sind Krankheiten, wo es naturheilkundlich keine Hilfe gibt.« Die Kinder bekamen Einzelimpfungen, betont König. Kritisch zu betrachten seien Mehrfach-Impfungen, weil der Körper dabei mit allen Erregern auf einmal konfrontiert wird. »Normalerweise erkranke ich auch nicht gleichzeitig an sechs verschiedenen Krankheiten«, vergleicht der Homöopath. Diese Konfrontation mit den vielen Erregern bezeichnet er als die größte Belastung. Beim Impfen treten zwar nicht die Symptome der Krankheiten auf, jedoch spielt sich im Körper das Krankheitsmuster ab, so König. Sonst könne sich die Abwehr nicht bilden. »Ein weiteres Problem ist, dass die Erreger mit Zusatzstoffen verändert wurden, etwa Aluminiumsalze und Quecksilberverbindungen.« Diese kämen im Impfstoff zwar in so einer geringen Dosis vor, dass sie nicht als Gift gelten würden, dennoch sei es eine weitere Belastung für den Körper.

Generell sei wichtig, einen Arzt zu haben, mit dem man reden kann. »Man sollte Vertrauen zu seinem Arzt haben, ohne Angst davor, seine Sorgen mitzuteilen«, rät er. König höre in diesen Zeiten der Impfdebatte immer mehr Ärzte, die sagen: »Wenn ein Kind nicht geimpft ist, bin ich nicht mehr bereit, es zu behandeln.« Das heiße, hier werde massiv mit Druck gearbeitet. Wenn sich nun Eltern entscheiden, ihre Kinder nicht impfen zu lassen, bräuchten sie einen Arzt, der bereit ist, die Kinder während der Krankheit zu begleiten.

Zu seinen Patienten sagt König, wenn sie zu ihm kommen: »Man muss sich fragen: Bin ich bereit, mit meinem Kind durch die Krankheit zu gehen?« Wenn das Kind an Masern, Mumps oder Röteln erkrankt, dann dauere es 14 Tage, in denen der Nachwuchs intensive Zuwendung benötigt. »Diese Zeit wollen oder können sich manche Eltern nicht nehmen.«

Wenn sich nun Eltern für eine Impfung des Kindes entscheiden, rät König, sich entsprechend vorzubereiten. »Das bedeutet, das Immunsystem im Vorfeld, zum Beispiel mit Kräutermitteln, zu stärken, ebenso wie die Entgiftungsorgane.« Generell könne der Körper damit fertig werden. »Unser Körper kann vieles«, so der Oberauer. Und was hält der Heilpraktiker von einer Grippeimpfung? Er seufzt. »Meiner Meinung nach ist diese nicht sinnvoll.« Man müsse sich selbst immer fragen: »Habe ich Angst vor der Krankheit?« Wenn man Angst habe, dann bahne man der Krankheit den Weg. »Angst ist immer ein schlechter Begleiter«, befindet Michael König. Zudem sei das Ziel einer Impfung, dass man diese Krankheit nicht bekommt. Und bei Influenza werde man trotzdem krank. Zum anderen mutiere der Virus ständig. Es sei daher nicht so, dass man mit einer Impfung einen absoluten Schutz habe. »Für mich gehört eine Infektion pro Jahr einfach dazu.«

Abschließend gibt König noch Tipps, wie man sich aus naturheilkundlicher Sicht vor Krankheiten schützen kann: »Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und viel Wasser trinken.« Letzteres wäre ein großes Problem. Viele Menschen trinken schlicht viel zu wenig Wasser, kritisiert er. Er beobachte zudem eine Entfremdung von der Natur. »Die Menschen bilden selbst keine Abwehr mehr aus, weil alles desinfiziert wird.« Darum werden sie immer anfälliger für Krankheiten. So sollten Kinder zum Beispiel im Dreck spielen dürfen. Annabelle Voss

 

Bitte beachten Sie auch folgende Artikel zum Thema: