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Auch in das Kehlsteinhaus will der Zweckverband »Bergerlebnis Berchtesgaden« nun investieren, nachdem man erstmals mit der Berchtesgadener Landesstiftung einen Pachtvertrag über zehn Jahre abgeschlossen hat. (Archiv-Foto: Ulli Kastner)

Erstmals Zehn-Jahres-Pachtvertrag für Kehlsteinbetrieb

Berchtesgaden – Erfolg für den Zweckverband »Bergerlebnis Berchtesgaden«. Erstmals gelang es dem Verband, von der Berchtesgadener Landesstiftung einen Zehn-JahresPachtvertrag für den Kehlsteinbetrieb zu erhalten. Bislang waren die Verträge jeweils nur ein Jahr gültig. Froh darüber ist vor allem Verbandschef Dr. Bartl Wimmer, der den neuen Vertrag mit Landrat Bernhard Kern als Stiftungsvorsitzendem ausgehandelt hat. »Das gibt uns Planungs- und Investitionssicherheit«, betont Wimmer.


Der neue Zehn-Jahresvertrag beinhaltet erstmals die technische Instandhaltung des Kehlsteinhauses durch den Zweckverband – inclusive einer Öffnungsklausel für die Kehlsteinstraße. Bislang hatte der Verband zwar die Planungsleistungen zu bezahlen, die Planung lag aber komplett in den Händen des Staatlichen Bauamts Traunstein. Ab sofort hat der Zweckverband die Möglichkeit, die Planung weiterhin dem Bauamt zu überlassen oder sie an ein Ingenieurbüro zu vergeben oder sie sogar selbst durchzuführen. Aus diesem Grund steht aktuell die Einstellung eines Hochbautechnikers an, der sich nicht nur um den Zustand der Watzmann Therme, sondern auch um die Kehlstein-Anlagen kümmern wird. »Dafür müssen wir dann für die Planungsleistungen weniger bezahlen«, erklärt Wimmer.

Der Verbandschef freut sich, dass man nun wieder Planungssicherheit habe und längst anstehende Investitionen in Angriff nehmen könne. Er denkt vor allem an die Ertüchtigung der Absturzsicherungen entlang der Kehlsteinstraße. »Die kürzlich installierten Leitplanken sind ja nur ein Provisorium. Sie sind auch für die Busfahrer unzumutbar«, sagt Wimmer und hebt das Thema Sicherheit hervor. Auch im Kehlsteinhaus, das jetzt auf zehn Jahre neu ausgeschrieben und verpachtet wird, stehen Investitionen an. Unter anderem an Kühlung, Kiosk und Brandschutz gibt es einiges zu tun.

Die 1960 auf Initiative von Landrat Karl Theodor Jacob gegründete Berchtesgadener Landesstiftung, im Volksmund auch Kehlsteinstiftung genannt, hat das Nießbrauchsrecht für Kehlsteinhaus, Kehlsteinstraße und Dokumentation Obersalzberg. Die gemeinnützigen Zwecken dienende Stiftung ist von der Körperschaftssteuer befreit unter der Voraussetzung, dass sie sich ausschließlich auf die Vermögensverwaltung beschränkt. Sie hat deshalb die Kehlsteinbetriebe an den Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden verpachtet. Dieser betreibt jedoch nur die Aufzugsanlage. Das Kehlsteinhaus wurde an einen privaten Gaststättenbetreiber, die Kehlsteinlinie an die Regionalverkehr Oberbayern GmbH unterverpachtet.

Die Straßenbaulast für die Kehlsteinstraße obliegt dem Staatlichen Bauamt Traunstein, das Landratsamt des Landkreises Berchtesgadener Land übernimmt unentgeltlich die Verwaltung der Finanzen der Stiftung. Die Stiftung wird durch den Stiftungsrat verwaltet. Ihm gehören zwei Vertreter des Freistaates Bayern, der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Steuern, der Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land und ein weiterer vom Kreistag gewählter Vertreter an. Die Geschäftsführung der Stiftung obliegt dem Landrat des Landkreises Berchtesgadener Land, der Vorsitzender des Stiftungsrates ist. Die Stiftungsaufsichtsbehörde ist die Regierung von Oberbayern.

Die nicht unerheblichen Pachteinnahmen und sonstigen Zuwendungen an die Stiftung werden für den Erhalt der Einrichtungen, der Rest für gemeinnützige und wohltätige Zwecke im Landkreis Berchtesgadener Land eingesetzt.

Ulli Kastner