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Erstklassiger Blues mit der »First Class Blues Band«

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Perfekt abgestimmt war der Sound der »First Class Blues Band« beim Konzert auf der Staudacher Musikbühne. (Foto: Strasser)

Das letzte Konzert 2015 der Staudacher Musikbühne war, wie in der Mehrzahl der über 200 bisherigen Konzerte, auch diesmal wieder restlos ausverkauft. Kein Wunder, gastierte doch eine der besten Blues-Bands Deutschlands. Die »First Class Blues Band« hat bereits vor ziemlich genau drei Jahren hier auf der Staudacher Musikbühne gespielt.


Mit ihrem Titelsong, einem Piano- und Saxofon-lastigen »First Class Shuffle«, leitete die Band einen kurzweiligen Blues-Abend ein. Christian Rannenberg, der an der Seite von Doug Jay bereits bei einigen Konzerten in Staudach-Egerndach als Blues- und Boogie-Pianist erfolgreich teilnahm, hatte hier den Hauptteil der Bühnen- und Gesangsarbeit zu leisten. Im zweiten Set durfte er eine Reihe von Boogie-Woogie-Klavier-Soli präsentieren.

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Der Osnabrücker Sänger und Gitarrist Jimmy Reiter, damals ebenfalls mit Doug Jay hier debütierend, ließ die Saiten seiner Fender E-Gitarre vibrieren, überzeugte mit präzisen Riffs, zwischendrin mal ein kurzes, aggressiv-dynamisches Gitarrensolo, immer präsent und gelegentlich ein bisschen dominant. Die Professionalität der Band zeigte sich auch in dem perfekt abgestimmten Sound, der kontinuierlich am Mischpult kontrolliert wurde.

Dritter Mann an der Front und immer zu einem kleinen Späßchen aufgelegt, jonglierte Thomas Feldmann sein Saxophon über die Bühne. Bei den langsamen Bluesnummern wusste er sich mit der Bluesharp in Szene zu setzen. Er verstand es wie kein anderer, humorvoll mit dem Publikum umzugehen.

Heimlicher Star des Abends aber war der Mann im Hintergrund. Tommie Harris, geboren in Alabama in den USA, überzeugte schon vor knapp 15 Jahren das Publikum bei seinem ersten Auftritt im Gasthof Mühlwinkl. Fast schon im biblischen Alter und mit unglaublich langer Bühnenerfahrung zusammen mit vielen internationalen Bluesgrößen, verrichtete er wie ein Fels in der Brandung sein Trommelwerk. Beeindruckend waren sein authentischer Gesang, seine bemerkenswerte Bluesstimme beim »How Long Blues«, eben »First Class«. Zur Background-Fraktion zählte auch der fünfte Mann im Bunde, Bassist Kevin DuVernay. Optisch verdeckt durch die Frontmänner, angenehm unaufdringlich, akustisch aber durchaus wahrnehmbar. In der über 20-jährigen Bandgeschichte ein überzeugendes Mitglied in der Gruppe.

Die Erwartungen an eine Band dieses Namens waren sicherlich hoch. Mit erstklassigem Blues, von den Zuhörern mit reichlichem Applaus belohnt, wurde die »First Class Blues Band« ihrem Namen mehr als gerecht. Reiner Strasser