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Erst Sommersitz für den Fürstpropst, dann Lehrerheim

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1912 – ein Blick vom Meierhof zum Schloss Fürstenstein. Im Vordergrund sind vielleicht Lehrer in der Sommerfrische zu sehen.
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2020 – ein Bild aus der gleichen Perspektive: Bauliche Veränderungen sind gut erkennbar. (Fotos/Repros: Johannes Schöbinger)
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Dieses Portrait von Fürstpropst Michael Balthasar von Christallnigg entstand um 1758 und ist im Museum Schloss Adelsheim zu sehen.

Berchtesgaden – Etwa 120 Höhenmeter über dem Markt Berchtesgaden liegt das Schloss Fürstenstein auf dem ehemaligen Görgenberg. Bereits 1751 hatte dort der spätere Fürstpropst Michael Balthasar Graf von Christallnigg (13. September 1710 bis 27. Mai 1768) ein Gut erworben, auf dem er 1758/59 eine Sommerresidenz errichten ließ. In den »Kassieramtsrechnungen« des Stiftes finden sich hierzu keine Unterlagen und Rechnungen für den Schlossbau einschließlich Kapelle, sodass es sich um einen reinen Privatbau des Fürstpropstes handelte. Zum Anwesen gehörte auch ein eigener Meierhof, der unter späteren Beisitzern großzügig erweitert wurde. Fürstpropst Christallnigg verbrachte gern viel Zeit in seiner hoch gelegenen Residenz, von der aus er einen guten Überblick über Propstei, Konvent und Markt hatte.


Wenige Monate vor seinem Tode vermachte von Christallnigg sein Schloss Fürstenstein mit allen Nebengebäuden und dem gesamten Inventar seinem Stiftkapitel mit der Auflage, den zum Schloss gehörenden Kalvarienberg zu unterhalten. Doch 1795 verkauften die adeligen Chorherren den ererbten Besitz an den Hofkammerrat und Landpfleggerichtskommissar Johann Anton von Hasel, der sich seither als »Edler von Hasel auf Fürstenstein« titulierte.

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Er ließ den Meierhof umbauen und erweitern, wie auf der Bautafel vermerkt ist. 1809 wird der Apotheker Michael Birngruber als neuer Eigentümer verzeichnet. Die erste Berchtesgadener Apotheke befand sich auf Schloss Fürstenstein. Die Hofkapelle wurde 1913 profaniert.

Ab 1909 diente das umgebaute Schloss, einst Sommersitz der Fürstpröpste, dem Bayerischen Lehrerverband als Lehrerheim für seine Mitglieder.

In der Rubrik »Berchtesgaden damals und heute« zeigt der »Berchtesgadener Anzeiger« Gegenüberstellungen von Fotos aus vergangenen Tagen und aus heutiger Zeit. Wer hat noch solche Bild-Schätze zu Hause? Der kann sie gerne in der Redaktion vorbeibringen, Dr. Imhof-Straße 9, 83471 Berchtesgaden. Wenn sie schon in digitaler Form vorhanden sind, dann können sie per E-Mail an redaktion@berchtesgadener-anzeiger.de geschickt werden.

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