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Erschöpfte, Verstiegene, Verletzte – Retter bei Schönwetter rund um den Königssee im Einsatz

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Königssee: Berg- und Wasserwacht bei Schönwetter wieder vielfach im Einsatz – Notfälle
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Foto: BRK BGL

Schönau am Königssee – Mehr als zehn Notfälle, darunter auch mehrere Berg-Einsätze gleichzeitig, bescherten den Einsatzkräften der Bergwacht und der Wasserwacht Berchtesgaden zusammen mit den Hubschrauber-Besatzungen während der vergangenen Schönwetter-Tage viel Arbeit. Intern erkrankte, erschöpfte, verletzte und verstiegene Bergsteiger brauchten Hilfe und am Lockstein saß ein unverletzter Labrador auf einem Absatz zwischen den Felswänden fest.


Zum letzten Einsatz nach dem bereits arbeitsintensiven Wochenende wurden die Retter am Montagvormittag gegen 11 Uhr gerufen. Am Jenner-Priesberg brauchte eine intern erkrankte 60-jährige Urlauberin aus Niederbayern mit akuten Kreislaufproblemen Hilfe. Die Bergwacht fuhr mit dem Fahrzeug zum Einsatzort, versorgte die Frau und brachte sie nach Hinterbrand. Von dort aus kam sie im Rettungswagen zur Kreisklinik Berchtesgaden.

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Am Sonntag kurz nach 15 Uhr war ein Notruf wegen einer Knöchelverletzung von der Fischunkelalm am Obersee eingegangen. Die Besatzung des Salzburger Notarzthubschraubers »Christophorus 6« versorgte den Patienten und flog ihn zur Klinik.

Gegen 14.20 Uhr musste die BRK-Wasserwacht mit ihrem Rettungsboot über den Königssee zur Anlegestelle Kessel ausrücken, da ein 63-jähriger Niederländer mit einer Armverletzung Hilfe brauchte, der dann aber bereits mit dem Kursboot zurück zur Seelände gefahren war und dort dann von der Rettungswagen-Besatzung des Berchtesgadener Roten Kreuzes versorgt wurde.

An der Seelände brauchte dann noch eine 15-jährige Urlauberin aus Hessen Hilfe, da sie sich die Zehe gebrochen hatte. Die Rettungswagen-Besatzung brachte beide Patienten zur weiteren Versorgung in die Kreisklinik Berchtesgaden.

Am Samstag gegen 17.30 Uhr setzten ein Franzose und eine Südkoreanerin einen Notruf ab, da sie bei einer Wanderung um den Königssee am Nassen Palfen falsch abgezweigt und in absturzgefährliches Steilgelände geraten waren. Die Bergwacht fand die Verstiegenen, sicherte sie und führte sie am Seilgeländer aus der Felswand. Mit dem Rettungsboot der BRK-Wasserwacht ging es für die beiden dann zur Seelände zurück.

Gleichzeitig Notfälle am Schneibstein und am Jenner-Gipfel

Am Vormittag gegen 10.45 Uhr war ein Notruf wegen einer erschöpften 48-jährigen Urlauberin aus Nordrhein-Westfalen in rund 2100 Metern Höhe am Schneibstein eingegangen. Als die Bergwacht Berchtesgaden und »Christoph 14« gerade zum Einsatzort starten wollten, ging ein weiterer Notruf vom Jenner-Gipfel ein, wo eine akut internistisch erkrankte, etwa 40 Jahre alte Urlauberin aus Niederbayern zusammengebrochen war und immer wieder bewusstlos wurde.

Die Frau hatte Glück im Unglück, da eine einheimische Notärztin und ein Notfallsanitäter privat am Berg unterwegs waren, den Notfall direkt mitbekommen hatten und sofort professionell helfen konnten. Der Heli-Pilot ließ die Notärztin und einen Bergretter schwebend über die Kufe am Gipfel aussteigen. Die Ersthelfer hatten die Frau bereits vom Einsatzort am Jennergipfelweg zur Jennerplattform gebracht, wo die vier Retter die Patientin dann notfallmedizinisch versorgten.

Mit dem Hubschrauber wurde in der Zwischenzeit ein Bergretter zum Einsatzort am Schneibstein gebracht, wo er über die Kufe schwebend aussteigen konnte. Der Pilot landete dann am Stahlhaus. Mit dem kurzen Rettungstau ging es für die Patientin am Jenner dann von der zuvor geräumten Plattform ins Tal zum Schneewinkl-Landeplatz und per Heli weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall. Dann wurden noch der Bergretter und die Patientin vom Schneibstein abgeholt und ins Tal geflogen. Die 48-Jährige kam in die Kreisklinik Berchtesgaden.

Am Freitagabend gegen 20.45 Uhr musste die Bergwacht Berchtesgaden einen Wanderer vom Grünsteinhaus ins Tal fahren, der wegen starker Beinkrämpfe selbst nicht mehr absteigen konnte.

Gegen 16 Uhr war eine erschöpfte und intern erkrankte 57-jährige Münchnerin mit Kreislaufproblemen im Aufstieg zum Kärlingerhaus oberhalb der Saugasse an der Abzweigung zum Oberlahnersteig auf Hilfe angewiesen. Der Rettungshubschrauber aus Traunstein konnte in der Nähe der Einsatzstelle landen. Notarzt und Bergretter versorgten die Frau und flogen sie dann im Rettungssitz mit dem kurzen Rettungstau nach Sankt Bartholomä. Danach holte der Pilot noch den Bergretter mit dem Tau ab. Die Frau wurde dann zur Kreisklinik Berchtesgaden geflogen.

Münchnerin bricht beim Aufstieg zum Kärlingerhaus zusammen:

Kurz nach 14 Uhr ging ein Notruf vom Jenner ein, wo ein intern erkrankter 81-jähriger Urlauber aus Niederbayern zwischen Mittelstation und Wasserfallalm Hilfe brauchte. Die Bergwacht versorgte den Mann und fuhr ihn dann mit dem Rettungsfahrzeug zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Am Donnerstagmittag (6. August) gegen 12 Uhr mussten Bergwacht und Landrettungsdienst bereits zur Jenner-Bergstation ausrücken, wo eine 54-Jährige aus den Niederlanden ebenfalls mit einer Sprunggelenksverletzung Hilfe brauchte. Die Einsatzkräfte versorgten die Frau notärztlich, fuhren sie mit der Seilbahn ins Tal und danach per Rettungswagen zur Kreisklinik Berchtesgaden.

Gegen 13 Uhr brauchte eine 18-Jährige aus Unterfranken wegen eines verletzten Sprunggelenks am Rabenwand-Aussichtspunkt die Hilfe der Bergwacht. Die Bergretter und der Landrettungsdienst versorgten die Frau notärztlich und brachten sie mit der Rad-Trage zur befestigten Straße und dann zur Bergrettungswache; mit dem Krankenwagen des Freilassinger Roten Kreuzes ging es weiter zur Kreisklinik Bad Reichenhall.

Am Donnerstagabend musste die Bergwacht noch einen Wanderer mit Knieverletzung von der Brennhütte am Jenner ins Tal fahren.

Am Mittwoch (5. August) gegen 14.40 Uhr meldete sich eine 13-jährige Urlauberin über Notruf, die sich am Jenner-Krautkaser verlaufen und ihre Familie verloren hatte. Die Bergwacht fand die Jugendliche auf der Skiabfahrt und brachte sie ins Hotel zurück.

Am Dienstag gegen 17.20 Uhr brauchten Urlauber aus Ungarn die Hilfe der Bergwacht, da ihr Labrador am Lockstein über das Holzgeländer gesprungen und verschwunden war. Die Bergwacht Berchtesgaden entdeckte das unverletzte Tier dann zwischen den Felswänden auf einem Geländeabsatz im senkrechten Absturzgelände und seilte es gesichert im Hundegeschirr rund 60 Meter bis zum Kirchleitweg im Nonntal ab.

red/BRK BGL