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Entwicklungshelfer: VfB-Hoffnung trägt den Namen Veh

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Hoffnung
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Stuttgarts neuer Trainer Armin Veh sondiert die Lage. Foto: Sebastian Kahnert Foto: dpa

Schruns (dpa) - Ruhe ist in diesen Tagen die erste Cheftrainerpflicht für Armin Veh im beschaulichen Montafon. Der neue Fußballlehrer des VfB Stuttgart übt sich seit Sonntag im Vorbereitungscamp in Schruns als stiller Beobachter.


Athletiktrainer Günter Kern sorgt mit den Profis vor allem für Kondition und weniger mit den Bällen bolzen. Vehs gesammelte Eindrücke: «Die Mannschaft ist sehr gewillt. Wir haben ein paar richtig gute Fußballer drin.»

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Nach eineinhalb Wochen des aufmerksamen Studiums seines neuen Teams ist sich der 53-Jährige sicher: «Wir sind auf jeden Fall kein Tabellen-15. und auch ein zwölfter Platz kann nicht unser Anspruch sein.» Auf diesen Rängen beendeten die Schwaben die beiden vergangenen Spielzeiten. Ein konkretes Saisonziel nennt Veh aber nicht. «Man muss Demut haben vor der Konkurrenz», mahnt er.

Dennoch: Der VfB-Meistertrainer von 2007 ist von den Stuttgartern zurückgeholt worden, um den zuletzt abstiegsgefährdeten Traditionsverein mittelfristig wieder zu einer Top-Adresse des Fußballs zu machen. VfB-Präsident Bernd Wahler ist davon überzeugt, in dem eloquenten Augsburger den richtigen Mann gefunden zu haben. «Er ist der Kopf eines hochmotivierten Trainerteams, der eine klare Vorstellung vom Spiel hat. Auch was den Ton und den Umgang mit den Spielern angeht, ist er ein wesentlicher Hoffnungsträger für die kommende Saison», sagte er.

Und auch für die Zeit danach. Entgegen seiner sonstigen Praxis unterschrieb Veh, der nur wegen der Anfrage seines Lieblingsvereins auf das geplante Sabbatjahr verzichtete, nicht nur für ein Jahr, sondern bis 2016. Zuletzt arbeitete er drei Jahre bei Eintracht Frankfurt. Veh weiß, dass die von ihm erwartete Aufbauarbeit Zeit braucht. «Ich möchte hier etwas entwickeln. Darauf habe ich große Lust. Das ist es, was mich antreibt», sagt Veh.

Veh ist angetreten, eine Mannschaft mit Perspektive zu formen. Im vorhandenen Personal sieht er bereits eine gute Basis für sein Projekt, aber weitere Verstärkungen sind abgesprochen. Ein Außenverteidiger soll noch kommen, im Sturm sieht er die Mannschaft dagegen trotz der Verletzungen von Martin Harnik und Mohammed Abdellaoue gut aufgestellt. «Wir haben ja vier Stürmer. Wenn ich jetzt noch einen hole, nur weil einer zwei Monate ausfällt, wird der Kader irgendwann zu groß», sagt Veh. Der VfB habe «derzeit keinen Druck» in Sachen Zugängen. «Wir haben eine Mannschaft, mit der wir auch jetzt in die Saison gehen könnten.»

Dieses Team will der Trainer den von ihm gepflegten offensiven Fußball spielen lassen. Auf ein taktisches System will er sich aber nicht festlegen. «Wir wollen eine Mannschaft entwickeln, die flexibel ist», sagte Veh den «Stuttgarter Nachrichten». Veh schwebt aber vor, durchaus öfters mit dem von ihm bevorzugten 4-4-2 spielen zu lassen. «Ich glaube, das gibt der Kader auch her», meint Veh, der Talent Timo Werner als zweite Spitze gut aufgehoben sieht. «Ich sehe ihn schon zentral.» Einsätze des 18 Jahre alten Hochbegabten auf den Außenbahnen schließt Veh aber nicht aus.

Klar ist, dass er nicht nur auf die Jugend setzen wird. Die Mischung macht's. «Für mich ist die Leistung entscheidend und nicht, wie alt man ist. Junge nur reinzubringen, weil sie jung sind, macht wenig Sinn. Es gibt nicht nur Junge, die sexy sind. Es gibt auch Ältere, die sexy sind.» Ein breites Grinsen kann sich der 53-Jährige bei diesen Worten nicht verkneifen.