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Entwarnung: Keine Verschütteten bei Lawinenabgang am Watzmann

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Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers nahm in der Ramsau ein Lawinenhundeteam der Bergwacht Berchtesgaden auf und setzte es an der Wolkenuntergrenze in rund 1.750 Höhe ab. Foto: BRK/BGL

Lawine gehört, aber nicht gesehen: Bergwacht sucht stundenlang im nebeligen Watzmannkar nach möglichen Opfern


Ramsau/Ramsauer Forst – Ein im Bereich des Dritten Kinds im Watzmannkar vermuteter Lawinenabgang hat am Samstag vier Stunden lang die Einsatzkräfte der Bergwacht Ramsau, der Bergwacht-Lawinenhundestaffel und die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers „Christoph 14“ beschäftigt. Ein Skitourengeher hatte gegen 11 Uhr über Notruf gemeldet, dass er vom Fünften Kind aus einen Lawinenabgang gehört, aber nicht gesehen hatte, da wegen des dichten Nebels die Sicht auf stellenweise unter fünf Meter beschränkt war. Das Problem: Trotz der Wetterverschlechterung waren jede Menge Leute im Watzmannkar unterwegs und ein Unfall mit Verschütteten konnte zunächst nicht wirklich ausgeschlossen werden.

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Die Besatzung des Traunsteiner Rettungshubschraubers nahm deshalb in der Ramsau ein Lawinenhundeteam der Bergwacht Berchtesgaden auf und setzte es an der Wolkenuntergrenze in rund 1.750 Metern Höhe ab; von dort aus stieg der Retter mit seinem Tier weiter mit Skiern durch den Nebel in Richtung Drittes Kind auf, um die Lage zu erkunden. Der Heli brachte in der Zwischenzeit zwei weitere Ramsauer Bergretter so weit wie möglich nach oben, die ebenfalls weiter aufstiegen. Die drei Einsatzkräfte befragten insgesamt etwa 25 im Kar abfahrende Tourengeher, wobei sowohl der ursprüngliche Anrufer wie auch die anderen Zeugen dann meinten, dass die Lawine eher im Bereich der Mittelspitze in Richtung Ostwand abgegangen sein musste. Am Dritten Kind, wo einige Leute unterwegs waren, konnte Entwarnung gegeben werden. Die Einsatzkräfte stiegen noch bis auf 2.000 Meter in Richtung Fünftes Kind und Schischarte auf, fanden aber auch dort keine Spuren einer Lawine. Die Sicht war zum Teil so schlecht, dass die Leitstelle die Retter im Nebel orten musste, da im Gelände keine wirkliche Orientierung anhand von Referenzen mehr möglich war.

Die Bergwacht brach den Einsatz dann ab und holte die drei Bergretter und den Hund am Schapbachwinkl per Fahrzeug ab. Insgesamt waren 23 Einsatzkräfte, darunter auch vier Hundeteams aus Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Teisendorf-Anger und Marquartstein involviert und zum Teil vier Stunden lang gefordert, wobei zwei Hundeteams auf der Anfahrt wieder umkehren konnten. Für einen längeren Heli-Einsatz holte die Bergwacht auch den Kerosinanhänger aus Berchtesgaden in die Ramsau.

BRK/BGL

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