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Elf Menschen sterben während Sturm «Niklas»

Berlin (dpa) - Während des schweren Sturms «Niklas» sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens elf Menschen ums Leben gekommen.

Niklas
Tote, Verletzte, massive Schäden: Sturmtief "Niklas" zog eine Spur der Verwüstung. Foto: Axel Heimken Foto: dpa

Der Bahnverkehr, der während des Durchzugs von «Niklas» weitgehend stillgestanden hatte, normalisierte sich am Mittwoch zügig. Im Fernverkehr mussten Reisende aber noch mit Verspätungen und Zugausfällen leben. Pünktlich zum Reiseverkehr zu den Osterfeiertagen solle der Verkehr ab Donnerstag wieder stabil und planmäßig laufen, sagte eine Bahn-Sprecherin.

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Die Höhe der Schäden war am Tag danach noch nicht absehbar: Die Versicherer erwarten viele Schadensmeldungen erst für die Zeit nach den Osterferien, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sagte.

BAHN: «Niklas» legte den Bahnverkehr am Dienstag in weiten Teilen lahm, am Mittwoch normalisierte sich die Lage. Man habe «den Zugverkehr am Mittwoch in großen Teilen wieder aufnehmen können», hieß es auf der Internetseite der Bahn. Im Fernverkehr werde es am Mittwoch aber noch zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen kommen. Gesperrt waren noch die Strecken Hannover-Bremen und München-Rosenheim. Am Donnerstag - pünktlich zum Reiseverkehr zu den Osterfeiertagen - soll der Verkehr laut Bahn wieder stabil und planmäßig laufen.

Die Bahn in Nordrhein-Westfalen verteidigte den stundenlangen Stopp des regionalen Bahnverkehrs am Dienstag. «Beim Nahverkehr war ein sinnvoller Betrieb nicht möglich», sagte eine Sprecherin. Es habe wegen des Sturms viele Störungen im Schienennetz gegeben. Die Entscheidung habe auch einen Sicherheitsaspekt, denn Reisende seien in den Bahnhöfen viel besser zu betreuen als etwa in einem Zug auf freier Strecke.

TOTE/VERLETZTE: Während des Sturmtiefs kamen in Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens elf Menschen ums Leben. In Bayern und Rheinland-Pfalz wurden eine Frau und zwei Männer erschlagen, als Bäume auf ihre Autos stürzten. In Sachsen-Anhalt tötete eine umgewehte Mauer einen Mann. In Niedersachsen starb ein Mann unter einem herausgebrochenen Scheunentor. Auch in Österreich und der Schweiz gab es zwei Unwettertote. Außerdem gab es vier Tote bei wetterbedingten Unfällen.

SCHÄDEN: Das Sturmtief «Niklas» brachte Deutschland aus Sicht der Versicherer keine Rekordschäden. «Wir gehen davon aus, dass der Sturm «Niklas» deutlich weniger Schäden verursacht hat als der Sturm «Kyrill»», sagte ein Sprecher des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Es sei aber zu früh, die Schadenssumme abzuschätzen, weil die Versicherer viele Schadensmeldungen erst für die Zeit nach den Osterferien erwarteten. Auch der weltgrößte Rückversicherer Munich Re hat noch keinen Überblick über die Schäden. Der bisher folgenschwerste Wintersturm war «Kyrill» im Jahr 2007 mit Böen von mehr als 200 Kilometern pro Stunde: Er richtete 4,2 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Schäden an und schlug bei den Versicherern mit mehr als zwei Milliarden Euro zu Buche.

AUFRÄUMARBEITEN: Nach dem Durchzug von «Niklas» laufen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Der Sturm hatte Bäume umgeknickt, die Straßen und Gleise zeitweise blockierten und von Einsatzkräften entfernt werden mussten. Der Wind hatte auch Baugerüste umgerissen, Ziegel flogen von Hausdächern. «Niklas» beschädigte Fassaden, Autos und Stromleitungen. Der Deutsche Feuerwehrverband erklärte, dass am Dienstag und in der Nacht zum Mittwoch schätzungsweise bis zu 100 000 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen seien. Der Verband rief zur Vorsicht auf, abgeknickte Äste und lose Teile von Dächern könnten noch herabfallen. Auch vor Spaziergängen im Wald in den kommenden Tagen wird gewarnt.

FLÜGE: Das Orkantief wirbelte den Betrieb am Frankfurter Flughafen durcheinander. Von 1300 geplanten Flügen mussten am Dienstag 185 annulliert werden, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers. Die Nachwirkungen waren auch am Mittwoch noch zu spüren. Von den geplanten 1360 Starts und Landungen sollten 44 ausfallen. «Bei uns ist der Sturm abgeflaut, aber an anderen Flughäfen ist er noch da», sagte Sprecher Christopher Holschier. Einige Maschinen stünden zudem noch nicht am richtigen Ort. Etwa 1300 Fluggäste hätten die Nacht zum Mittwoch in Hotels verbracht.

WETTERAUSBLICK: «Niklas» ist aus Deutschland abgezogen, es bleibt aber stürmisch. Windgeschwindigkeiten von 115 oder 120 Kilometern pro Stunde seien auch am Mittwoch in einigen Gebirgen möglich, sagte Meteorologe Stefan Bach vom Deutschen Wetterdienst. Stürmisch und regnerisch kann es auch erneut im Flachland werden. Für Ostern sagten die Meteorologen nass-kaltes und unbeständiges Osterwetter mit Temperaturen von maximal zehn Grad voraus.

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Deutsche Bahn zu Verkehrsbehinderungen

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