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Einsatzreicher Freitag: Vermisstensuche im Steinbachgraben und  verstiegene Bergsteiger am Hochstaufen

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Foto: BRK BGL
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Schneizlreuth/Melleck/Piding – Die Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger und die Besatzung des Münchner Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ waren am Freitagnachmittag bei zwei aufwendigen Einsätzen in Folge gefordert: Im Steinbachgraben bei Melleck hatte eine Münchnerin ihren 65-jährigen Mann im Aufstieg zum Sonntagshorn nicht mehr gefunden und als vermisst gemeldet. Abseits des Pidinger Klettersteigs auf der Nordseite des Hochstaufens saßen drei Baden-Württemberger in einer steilen Rinne fest und mussten mit zwei Hubschraubern ausgeflogen werden.

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Frau und Mann hatten sich auf dem Weg zum Sonntagshorn verloren

Die beiden Münchner waren zusammen von Melleck aus über den Steinbachgraben in Richtung Rosskar und Sonntagshorn aufgestiegen, wobei die Frau flotter unterwegs war, vorausging, dann aber auf halber Strecke vom Weg abkam und wieder umkehrte, um ihren Mann zu suchen, der nicht nachgekommen war. Als sie ihn nicht finden konnte und meinte, er sei abgestürzt, setzte sie gegen 12.30 Uhr einen Notruf ab. Zehn Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger, die Besatzung des Münchner Polizeihubschraubers „Edelweiß 8“ und eine österreichische Polizeistreife suchten nach dem vermeintlich Vermissten, wobei der Heli mit einem Reichenhaller Bergretter an Bord den Mann dann kurz nach 14 Uhr in rund 1.000 Metern Höhe im Abstieg auf dem Weg orten konnte.

Eine der Suchmannschaften war rasch vor Ort und stellte fest, dass der 65-Jährige völlig unverletzt war. Die Bergwacht begleitete ihn ins Tal. Die Frau war abseits des Wegs und hatte ihren Mann, der ihr eigentlich entgegenkommen hätte müssen, beim Abstieg verfehlt – Handy-Kontakt war in den tief eingeschnittenen Tälern nicht möglich. Da ein großer Teil des Suchgebiets in der Grenz-Region bereits im Salzburger Pinzgau liegt, ließ der Einsatzleiter auch die Bergrettung Unken nachalarmieren, die aber dann nicht mehr ausrücken musste.

Zwei Heli-Besatzungen und Bergwacht fliegen Verstiegene vom Hochstaufen aus

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Gegen 14.15 Uhr meldeten sich dann drei verstiegene junge Bergsteiger von der Nordseite des Hochstaufens, die im Aufstieg durch den Pidinger Klettersteig in der nicht versicherten Querung unterhalb des ersten Notausstiegs versehentlich in eine steile Rinne aufgestiegen waren. Ein Mann saß oberhalb im absturzgefährlichen Gelände fest; ein weiterer Mann und eine Frau unterhalb. Zwei Mannschaften der Bergwacht stiegen von unten über den Einstieg und seitlich über den ersten Notausstieg zu der Gruppe in rund 1.400 Metern Höhe vor, die sich zwischenzeitlich wieder über Notruf gemeldet hatte und dann angab, dass der Mann oben in der Rinne sich kaum mehr halten könne und Lebensgefahr bestünde.

Der Einsatzleiter forderte sofort den Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ nach, wobei die Besatzung den Verstiegenen sehr rasch mit dem Rettungstau auf eine Wiese unterhalb der Koch-Alm ausflog. „Edelweiß 8“ war bereits wieder fast in Erding, musste dort am Flughafen tanken und flog dann zurück zur Reichenhaller Bergwacht. Die Besatzung nahm in drei Anflügen die beiden Verstiegenen und rund 50 Meter unterhalb die fünf Bergretter per Winde auf und flog sie ebenfalls zur Koch-Alm aus, da das steile Gelände durch den Regen sehr rutschig geworden war. Der aufwendige Einsatz dauerte bis 17.30 Uhr; die drei jungen Leute Ende 20 überstanden den Zwischenfall unverletzt.

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