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Eins, zwei, drei, Zuckerfee herbei

3.0
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Jasmin Rituper als Clara und Christopher Dunston als Nussknacker tanzen zur Musik der Philharmonie Salzburg. (Foto: Heel)

Eine wunderbar kindgerechte Version von Peter Tschaikowskys Ballett »Der Nussknacker« haben die rund 500 Zuschauer erlebt, die zur Aufführung der Kinderfestspiele Salzburg ins Traunreuter k1 gekommen waren, um in die zauberhafte Atmosphäre dieses Balletts einzutauchen.


Als Familienkonzert mit Tanzelementen angelegt und stringent erzählt, nahm die Geschichte von der kleinen Clara, die von ihrem Onkel einen hölzernen Nussknacker geschenkt bekommt, den sie sofort in ihr Herz schließt, dabei rasch Gestalt an. So war es für die Kinder ein Leichtes, der fantasievollen Handlung zu folgen, in der dem Holzmann bald schon Gefahr vom kriegerischen Mäusekönig drohte. Zumal sie von Clara immer wieder mit eingebunden wurden, speziell dann, wenn Clara nicht begriff, was ihr der Nussknacker gestisch-mimisch zu sagen versuchte. Spielerisch gehaltene Zweikämpfe zwischen den (guten) Zinnsoldaten und dem Gefolge des Mäusekönigs taten das ihre, um die Spannung im Saal zu halten. Spannend bzw. mit viel Gespür für Dramatik geriet auch die Musik der Philharmonie Salzburg unter dem Dirigat von Elisabeth Fuchs. Rhythmisch deftig und sehr lebendig untermalte respektive ergänzte sie kongenial das Geschehen auf der Bühne und bewies, dass Tschaikowskys Partitur »eine der genialsten und brillantesten ist, die je für ein Ballett komponiert wurden«, wie ein Kritiker einmal angemerkt hatte.

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In der zweiten Hälfte, nachdem der Nussknacker den Mäusekönig im Tanzduell (mit Breakdance-Einlagen) besiegt hatte, wurde es dann romantisch. Ging es, begleitet von spanischen und russischen Tänzen, zum Zauberschloss auf dem Zuckerberg, wo die Zuckerfee Clara und den Nussknacker in ein Paar verzauberte. Nicht ganz freiwillig, doch die Kinder im Saal ließen ihr keine Chance: »Eins, zwei, drei, Zuckerfee herbei«, riefen sie wiederholt, bis die »Dame« ein Einsehen hatte und mit ihrem Zauberstab ans Werk ging. Wobei Alexander Wengler, der auch in der Rolle des fiesen Mäusekönigs glänzte, in seinem Travestie-Outfit und herrlich selbst-ironischen Gehabe den beiden Protagonisten fast die Show stahl. Als Nussknacker imponierte Christopher Dunston mit Sprungkraft und Eleganz, Jasmin Rituper als Clara bewältigte ihren Part in einer faszinierenden Mischung aus kindlichem Charme und graziöser Dynamik. Wolfgang Schweiger