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Eine Konzertreihe für die »Königin der Instrumente«

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Kantorin Ulrike Ruf und Kirchenmusiker Manfred Müller unterstützten sich gegenseitig bei den einzelnen Konzertstücken in der Traunsteiner Auferstehungskirche. (Foto: A. Wittenzellner)

Das erste Konzert der Traunsteiner Orgeltage unter dem Motto »Orgelhits für Senioren« in der Traunsteiner Auferstehungskirche war gleich ein gelungener Auftakt der Veranstaltungsreihe. Mit Werken von Johann Sebastian Bach und Wolfgang Amadeus Mozart, gespielt von Ulrike Ruf und Manfred Müller, erlebten die zahlreich erschienenen Besucher des Konzerts die königliche Strahlkraft und die feine Klangqualität der wunderbar warm temperierten Rohlf-Orgel.


»Kein einziges Stück, das Sie heute hören werden, ist für die Orgel geschrieben, aber das Instrument kann Orchester und Chor würdig vertreten, man muss nur die Tonart verändern«, frohlockte Manfred Müller in seiner Einführung zu Beginn des Konzerts. So hat er die Sonate in C und den ursprünglichen Kirchenchoral »Ach Gott, vom Himmel sieh darein«, den Mozart für seine »Zauberflöte« umgeschrieben hat, für Orgel transkribiert, mit hörbarem Erfolg.

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Müller mag es, die Zuhörer zu überraschen. Großes Erstaunen herrschte auch bei seiner Ausführung über die berühmte Toccata und Fuge d-Moll, die, so Müller, zu seiner eigenen Überraschung, nachdem er vor ein paar Jahren in der Literatur darauf gestoßen war, nach Erkenntnissen der Musikwissenschaft fälschlicherweise Bach zugeschrieben worden sei und auch nicht für Orgel, sondern wahrscheinlich für Geige komponiert worden war. Also, allerlei Wissenswertes zu Beginn. Das Konzert wurde mit den ersten fünf Stücken, »Jesus bleibet meine Freude«, »Air« und »Ach bleibe bei uns, Herr Jesu Christ« von Bach, und »Romanze« und dem »Adagio für Glasharmonika« von Mozart von der Hausherrin, der Dekanats-Kantorin Ulrike Ruf ausdrucksstark und mit spannender Phrasierung gespielt.

Der beachtliche Größenunterschied der beiden Musiker erforderte eine kleine Umbaupause, bevor der Kirchenmusiker von St. Oswald die nächsten fünf Stücke vortragen konnte. Bei dem Mozart-Stück »Ach Gott, vom Himmel sieh darein« kamen auch die schnarrenden und quäkenden Pfeifen zum Einsatz, die Mozart-Sonate in C hingegen war gleichsam ein Jubeln und Tirilieren besonderer Art. Jazzige Elemente waren bei der Meditation über das Bachsche »Ave Maria« von Charles Gounod herauszuhören, ehe Manfred Müller beim letzten Programmpunkt, der Toccata und Fuge in d-Moll, den Kirchenraum rockte. Wie ein wildes, gefährlich brüllendes Tier rollte diese Urgewalt von Musik über die Köpfe der Zuhörer hinweg, die sicher auch Inspiration für eine bestimmte Zunft von Rockbands war, wie King Crimson, Yes oder Genesis – Bombastic Barock-Rock eben.

Eine sozusagen rückwirkende Eröffnung der Traunsteiner Orgeltage fand dann einige Tage darauf mit einem festlichen Kantaten-Gottesdienst mit Dekan Peter Bertram statt. Dazu hatte Ulrike Ruf wieder einmal hervorragende Musiker um sich versammelt: Das »BarockOrchesterSalzburg«, Diana Plasse, Sopran, Maria Matawa, Alt, Christian Giglmayr,Tenor, und Gerhard Bezzel, Bass, die gemeinsam mit der Kantorei der Evangelischen Auferstehungskirche die Bach-Kantate »Wir danken dir, Gott, wir danken dir« BWV 29 ganz im Bachschen Geiste zu musizieren wussten.

Das nächste Konzert findet am Donnerstag um 20.30 Uhr in der Auferstehungskirche unter dem Motto »Orgelmusik zur Nacht« statt. Barbara Heigl