weather-image
17°

Ein »wichtiges Instrument der Talentförderung«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Die Gewinner des ARTS-Kulturförderpreises (von rechts) Corinna Metz und Verena Meurers-Zeiser erhielten ihre Urkunden aus den Händen von Marc Stocker von der Middeler Kulturstiftung Prien, der ARTS-Vorsitzenden Sigrid Ackermann und Christian Hußmann, dem Präsidenten des Lions Clubs Traunstein. (Foto: Giesen)

Die beiden Musikerinnen Corinna Metz (Viola da Gamba und Violoncello) und Verena Meurers-Zeiser (Harfe) haben bei einem Festabend im Großen Rathaussaal in Traunstein den mit jeweils 1000 Euro dotierten ARTS-Kulturförderpreis erhalten.


Sigrid Ackermann, die Vorsitzende von ARTS, stellte die beiden Preisträgerinnen vor: Corinna Metz, 1984 in Traunstein geboren, begann ihre musikalische Ausbildung mit zwölf Jahren auf dem Violoncello. Sie war Mitglied im Bayerischen Landesjugendorchester und gewann mehrere Preise bei »Jugend musiziert«.

Anzeige

Nach dem Abitur folgte ein Studium mit modernem Violoncello an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, das sie als Diplommusikerin abschloss. Dann begann sie mit einem Masterstudium für Barockcello und Viola da Gamba in Basel und setzte ihre Studien am Mozarteum in Salzburg fort. Sie gewann zahlreiche Wettbewerbe. Corinna Metz absolvierte außerdem eine Ausbildung als Geigenbauerin an der Instrumentenbauschule in Mittenwald. Seit 2013 führt sie eine Werkstatt in Traunstein, die sich auf den Bau von Gamben spezialisiert hat.

Verena Meurers-Zeiser, 1993 in Traunstein geboren, besuchte nach ihrer Schulzeit in Wonneberg und Waging die Berufsfachschule für Musik in Altötting. Ihren ersten Harfenunterricht hatte sie 2003. Ihr Studium an der Universität für Musik und Darstellende Kunst in Wien schloss sie mit der Diplomprüfung »sehr gut mit Auszeichnung« ab. Sie absolvierte zahlreiche Meisterkurse und unterrichtet Harfe an verschiedenen Musikschulen.

Verena Meurers-Zeiser beendete vor kurzem ihr Masterstudium an der Hochschule Mozarteum in Salzburg. Sie will nun ihre Konzerttätigkeit verstärkt fortsetzen. Wegen einer Verletzung gab Verena Meurers-Zeiser beim Festabend keine Kostprobe ihres Könnens.

Die musikalische Umrahmung übernahmen daher Corinna Metz und Shen-Ju Chang (beide Viola da Gamba) mit dem Stück »Les Folies d'Espagne« von Marin Marais (1656 bis 1728). Corinna Metz hatte schon zur Einstimmung ein anspruchsvolles Solostück für Viola da Gamba von Carl Friedrich Abel (1723 bis 1787) gespielt und bei ihrem exzellenten Vortrag sogleich unter Beweis gestellt, dass sie den Förderpreis verdient hat.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel stellte die Vergabe des ARTS-Kulturförderpreises als »ein wichtiges Instrument der Talentförderung in der Region« heraus. Ziel sei es, den künstlerischen Nachwuchs ideell und finanziell auf seinem Weg zu unterstützen. Das trage letztlich zur Stärkung und Weiterentwicklung der gesamten Kunst- und Kulturszene in der Region bei, so Kegel.

Den anerkennenden Worten und Glückwünschen für die Preisträger schloss sich die Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber an. ARTS sei eine tragende Stütze der regionalen Kultur und die Preisträgerinnen seien Aushängeschilder dafür, dass es um Musik und Kultur im Landkreis Traunstein bestens bestellt sei.

Ein Glanzpunkt der Veranstaltung war auch der Festvortrag von Professor Dr. Martin Doehlemann aus Truchtlaching. Ausgehend von einem 1901 in Karlsruhe erschienenen Büchlein »Was ist Kunst?« näherte er sich den ganz unterschiedlichen »Erlebnisweisen des Schönen« an. Doehlemann versuchte, das »Wesen der Kunst« im Unterschied zum Kitsch zu analysieren, denn »viele von uns wissen, was Kitsch ist – aber nur, wenn sie nicht danach gefragt werden«. Christiane Giesen