weather-image
30°

Ein Trip in die goldene Swing-Ära

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Die »Vienna Swing Sisters« und die »Lungau Big Band« nahmen ihre Zuhörer mit auf eine Reise in die goldene Ära des Swings. (Foto: Heel)

Die »Andrews Sisters« gelten bis heute als die erfolgreichste »Girlgroup« aller Zeiten. 1937 mit dem Lied »Bei mir bist du schön« über Nacht berühmt geworden, ersangen sich LaVerne, Maxene und Patty Andrews bis zur Auflösung der Gruppe im Jahre 1966 neun Goldene Schallplatten, traten mit so bekannten Künstlern wie Bing Crosby oder Danny Kaye auf und hatten insgesamt 17 Auftritte in Kinofilmen, in denen sie sich meist selbst spielten.


Jetzt ließen die »Vienna Swing Sisters«, begleitet von der »Lungau Big Band«, im fast voll besetzten Innenhof von Schloss Amerang diesen faszinierenden Abschnitt der Musikgeschichte wieder aufleben – harmonisch dicht, sehr stimmig und ungemein klangrein. Lisa Jakob, Eva Hinterreithner und Susanne Fanny Rader schlüpften optisch und akustisch in die Rollen der drei temperamentvollen Sängerinnen LaVerne, Maxene und Patty Andrews, für Welthits wie »Bei mir bist du schön« und »In The Mood« sowie beschwingte Version der »Carmen«-Habanera (»Carmen's Boogie«) und Aram Khachaturians »Sabre Dance«.

Anzeige

Tanzeinlagen und ein paar Anmerkungen zur Biografie der singenden Schwesternschaft lockerten die temporeiche Show auf. Die Schwestern hatten kein Genre ausgelassen, was die »Vienna Swing Sisters« an der »Beer Barrel Polka« (»Rosamunde«) demonstrierten. In schmucker Uniform sangen sie das Lied vom »Boogie Woogie Bugle Boy«, denn während des Zweiten Weltkrieges hatten die Schwestern erstmals die Vereinigten Staaten verlassen, um im Rahmen der Truppenbetreuung in Nordafrika und Sizilien aufzutreten.

Für musikalische Höhepunkte sorgte die »Lungau Big Band«, 1983 von dem Trompeter Horst Hofer im Lungau gegründet und heute eines der aktivsten und erfolgreichsten Jazzorchester in Österreich. Die 16 erstklassigen Musiker präsentierten zwischendurch Swing-Höhepunkte in Originalarrangements, von »Rhapsodie In Blue« (Glenn Miller) über »Let's Dance« (Benny Goodman) bis zu »Such Sweet Thunder« (Duke Ellington), wobei einige auch als Solisten hervortraten und immer wieder mit Zwischenapplaus belohnt wurden – am Ende gab es kraftvollen Beifall für den glanzvollen Trip in die goldene Ära des Swings. Wolfgang Schweiger