Ein See, ein Kloster - und ganz viel Idylle

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Bei der Wanderung rund um den Höglwörther See kommt man auch an einem Wasserfall vorbei. (Foto: Brenninger)

Anger – Markant erhebt sich der quadratische Glockenturm mit Zwiebelhaube. Bei der Anfahrt zum Höglwörther See sieht man diesen schon von Weitem und kann erahnen, welch wunderschönes Ensemble einen gleich erwarten wird. Die Klosteranlage und der Höglwörther See bilden zusammen ein wahres Idyll, das man bei einer kurzen Wanderung auch in vollen Zügen genießen kann.


Von Teisendorf kommend (B 304) biegt man rechts Richtung Anger auf die Staatsstraße 2103 ab. Ein paar Kilometer vor Anger biegt man dann rechts nach Höglwörth ab. Man folgt der Straße, bis man direkt vor dem Kloster Höglwörth und dem dortigen Wirtshaus steht. Dort befindet sich auch ein großer, kostenloser Parkplatz.

Von dort aus startet man die leichte und kurze Wanderung rund um den See. Für die nicht einmal zwei Kilometer Fußweg im leichten Auf und Ab benötigt man rund eine halbe Stunde. Die Strecke ist für Kinderwagen bestens geeignet und auch Hunde dürfen auf die Runde mitgenommen werden.

Vom Parkplatz führt der Weg zunächst über eine kleine Brücke, auf der man schon einmal den schönen Blick auf das Kloster und den See wirken lassen sollte. Dann hält man sich links. Den Weg zieren auf den ersten paar 100 Metern übrigens sogenannte Wandersteine, die bunt bemalt sind oder auch mal motivierende Zeilen draufstehen haben. Der breite Weg führt vorbei am Schwimmbad. Im Sommer sollte man also ruhig auch seine Badesachen mitnehmen. Der kleine See ist meist angenehm warm.

Der Höglwörther See ist übrigens rund 13,5 Hektar groß und acht bis zehn Meter tief. Er entstand, als der Saalach-Gletscher vor etwa 10 000 Jahren geschmolzen ist. Auf einer Halbinsel im See steht das Kloster Höglwörth. Die Baugeschichte des burgähnlichen Gebäudes erstreckt sind von der Romantik bis ins späte Rokoko. Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift wurde von der Säkularisation verschont – es war damit das einzige in Bayern. Die Gründer sind nicht urkundlich belegt, aber man geht davon aus, dass zwischen 1122 und 1128 Erzbischof Konrad von Salzburg oder die Grafen von Plain (Maria Plain zu Salzburg) dafür genannt werden können. Bis 1810 gehörte das Kloster zum Fürstentum Salzburg, erst danach fiel es an das Königreich Bayern. 1817 wurde das Kloster aufgelöst, mittlerweile befindet es sich in Privatbesitz. Die ehemalige Klosterkirche steht unter dem Patrozinium von Peter und Paul und ist heute Filialkirche der Pfarrei Anger.

Alle drei Jahre wird in Höglwörth zur Osterzeit normalerweise auch das Heilige Grab aufgebaut. In diesem Jahr wäre es wieder soweit gewesen, doch wegen der Pandemie wurde der Termin auf den 2. und 3. April 2021 verschoben.

Auf der Runde um den See hat man übrigens immer wieder einen traumhaften Blick auf das Kloster aus den unterschiedlichen Blickwinkeln – es ist ein wahrer Genuss, wenn sich die Anlage im Wasser spiegelt. Rund um den See gibt es auch immer wieder Rastbänke, die zum Verweilen und Träume einladen. Entlang des Wegs gibt es auch immer wieder Informationstafeln. Dort erfährt man beispielsweise, dass am Schornbach einst eineBäckermühle gestanden ist. Dort wurde das Mehl für die Klosterbäckerei gemahlen und auch die umliegenden Bauern durften sie benutzen. 1922 wurde das Gebäude wegen Baufälligkeit abgetragen.

Drei Jahre später entstand am Schornbach dann ein Elektrizitätswerk. Den Strom bezog unter anderem das Kloster. 1962 wurde der Betrieb wieder eingestellt. Die letzten paar 100 Meter wandert man dann auf der Straße zurück zum Kloster.

Wem die Wanderung rund um den See übrigens zu kurz ist, kann die Tour freilich auch erweitern. Es gibt etwa eine längere Tour, bei der man neben dem Kloster Höglwörth auch an der Wallfahrtskirche Vachenlueg, der Kirche St. Georg in Steinhögl und am Dorfplatz Anger mit der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt vorbeikommt. Dabei sind gut 8,5 Kilometer und auch einige Höhenmeter (es sind rund 200) zurückzulegen.

Und für Bier-Liebhaber gibt es übrigens auch noch etwas Besonderes: Zwischen Teisendorf und Höglwörth gibt's einen Bierwanderweg. Auf dieser Tour können nicht nur Bierliebhaber Wissenswertes über den edlen Gerstensaft erfahren. 

Gerade in Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass man sich ausreichend bewegt und sein Immunsystem stärkt! So bleibt man gesund und fit. Wir stellen in loser Folge nun einige schöne Wandertipps in der Region vor. Uns ist bewusst, dass aufgrund der derzeit geltenden Corona-Einschränkungen nicht jede Wanderung sofort machbar ist. Wir wollen Ihnen die Touren trotzdem vorstellen. Sie sollen auch als Anregung für die Zeit nach der Corona-Krise verstanden werden. SB