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Ein Ringsportabend der Taktik

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Keine Chance hatte der Meringer Weltergewichtler Nico Winter gegen die Ramsauer »Kampfmaschine« Christoph Graßl, der seinen Widersacher mit 16:0 von der Matte fegte. (Foto: Waßmuth)

Die Ringerstaffel des TSV Berchtesgaden hatte die Zuversicht, am dritten Verbandsrunden-Heimkampftag im Kongresshaus zu siegen, was auch gelungen ist. Dennoch hatte sich der TSC Mering etwas mehr ausgerechnet. Doch die ersatzgeschwächten Berchtesgadener leisteten erheblichen Widerstand und ließen nicht alle Meringer Trümpfe stechen. Trotz des erneuten Erfolgs bleibt der TSV Berchtesgaden jedoch hinter Lichtenfels, Unterföhring und Traunstein an der vierten Tabellenstelle. Am kommenden Samstag wird es gegen den SC Oberölsbach um einige Nuancen spannender, aber wahrscheinlich auch noch enger für die Ringer.


Tobias Küpper (F 57) zeigte im Auftaktkampf gegen Moritz Zeitler eine ansprechende Leistung, unterlag jedoch mit 4:6 knapp nach Punkten. Mit etwas mehr Vorwärtsdrang wäre für Küpper auch mehr möglich gewesen. Trotzdem ließ er dem Gegner nur einen Mannschaftspunkt. Weil das Schwergewicht von Mering nicht besetzt war, übernahmen die Mattenherren mit 4:1 die Führung, die sie kontinuierlich ausbauten.

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Sebastian Hillebrand (G 61) ließ nichts anbrennen. Nach einer 4:2-Punkteführung erwischte Hillebrand seinen Gegner Benedikt Rieger bereits nach knapp zwei Minuten mit einem Kopfzug und baute die Führung des TSV auf 8:1 aus.

Chancenlos war dagegen Andreas Pfnür (F 98) gegen den Ungarn Zsolt Dajka, den Bruder von Richard Dajka, der in der letzten Saison noch für Berchtesgaden gerungen hat. Der um 14,5 Kilogramm leichtere Berchtesgadener ging nach 1:47 Minuten auf die Schultern.

Im letzten Kampf vor der Ringpause bewies Lukas Laue (F 66 A) einmal mehr, wie wichtig er für seine Mannschaft ist. Laue ließ Oliver Tanzyna mit großer taktischer Disziplin keine Chance, gewann mit 5:0 Punkten und sorgte so für eine komfortable 10:5-Halbzeitführung des TSV Berchtesgaden. Im ersten Kampf nach der Ringpause traf Marius Mackamul (G 86 B) auf Elias Johannes Polster. Nachdem sich der Berchtesgadener gut auf seinen Gegner eingestellt hatte, landete er mehrere Durchdreher und gewann sicher mit 8:0 Punkten. Berchtesgaden zog damit auf 13:5 davon.

Korbinian Hillebrand verliert gegen Dominik Ringenberger

Einen schweren Stand hatte Korbinian Hillebrand (G 66 B) gegen Dominik Ringenberger. Hillebrand fand kein Mittel gegen den versierten Gästeringer und musste so einen 6:0-Punktsieg des Meringers anerkennen. Gleiches passierte seinem Bruder Anderl (F 86 A), der im knapp zehn Kilogramm schwereren Radoslaw Siejak seinen Meister fand. Hillebrand gelang es gegen den bärenstarken Gästeringer nicht, einen Erfolg versprechenden Angriff zu starten. So punktete der Meringer meist am Mattenrand und verkürzte das Gesamtskore auf 13:9. Weil Hillebrand aber nur zwei Punkte des Meringers zugelassen hatte, feierten ihn seine Mannschaftskameraden wie einen Sieger.

Den tollsten Kampf des Sportabends im mit über 800 Besuchern gut besuchten Kongresshaus lieferte Christoph Graßl (F 75 A) gegen Nico Winter. Dieser hatte gegen den entschlossenen Ramsauer nicht den Hauch einer Chance. Graßl war wie eine Kampfmaschine und punktete immer wieder mit spektakulären Aktionen.

Graßl zeigt den spektakulärsten Kampf

Als Graßl seinen chancenlosen Gegner in der letzten Kampfminute nach einem Ausheber bereits auf die Schultern legte, hatte der souveräne Mattenleiter Andreas Tronsberg aus Kempten bereits abgepfiffen. Doch mit der nächsten Aktion baute Graßl seine Führung auf 16:0 aus, was das vorzeitige Kampfende bedeutete und den Mannschaftssieg endgültig sicherstellte. Alleine dieser mitreißende Kampf war schon das Eintrittsgeld wert.

Im letzten Gefecht des Abends traf Alexander Petersen (G 75 B) auf Niklas Guha und geriet gegen den technisch versierten Meringer nach einer Unachtsamkeit früh in Rückstand. Obwohl Petersen in der Folge alles versucht hatte, den Kampf noch zu drehen, ließ Guha nichts mehr zu und gewann mit 6:3. Der TSV Berchtesgaden ging schließlich als 17:11-Sieger von der Matte.

Sollte der TSV Berchtesgaden am Samstag gegen den SC Oberölsbach gewinnen, stößt Berchtesgaden wieder an die dritte Tabellenstelle vor. Der alles entscheidende Kampf um diesen erhofften dritten Platz hinter den übermächtigen Staffeln des AC Lichtenfels und des SC Isaria Unterföhring steigt gegen den TV Traunstein im Kongresshaus Berchtesgaden am Samstag, 26. November. Die Berchtesgadener wünschen sich eine erfolgreiche Revanche für die knappe und etwas unglückliche 12:16-Niederlage gegen Traunstein.

Über die siegreichen Kämpfe der Berchtesgadener Schülerstaffel und der zweiten Mannschaft wird in einer der nächsten Ausgaben berichtet.

Mehr Bilder vom Ringsportabend gibt es in der Mediengalerie auf www.berchtesgadener-anzeiger.de. Christian Wechslinger