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Ein neues Rathaus für 3,1 Millionen Euro

Bergen. »Ein großes Bauvorhaben ist mit dem neuen Rathaus nunmehr fertiggestellt«. Mit diesen Worten eröffnete ein sichtlich erfreuter Bürgermeister Bernd Gietl am Samstag die Einweihungsfeier im neuen Verwaltungsgebäude in Bergen. 3,1 Millionen Euro wurden in den vergangenen beiden Jahren investiert. Was dabei herauskam, davon konnten sich die Bürger beim Tag der offenen Tür am Nachmittag selbst ein Bild machen.

Mit modernster Medientechnik ist der neue Sitzungssaal im Rathaus in Bergen ausgestattet. Er konnte von den Bürgern am Tag der offenen Tür besichtigt werden. (Fotos: Humm)

Die Notwendigkeit des Neubaus ergab sich laut Gietl aus der Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Bergen heraus. Als das alte Rathaus gebaut wurde, hatte Bergen lediglich 2200 Einwohner. Nach Bildung der Verwaltungsgemeinschaft Bergen/Vachendorf im Jahr 1978 werden im Jahr 2013 mehr als 6550 Bürger im neuen Rathaus verwaltet. Ebenso entsprach der energetische Zustand des Gebäudes in keinster Weise mehr den derzeitigen Anforderungen.

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»Mehr Platz, mehr Licht und mehr Übersicht«

2011 fiel dann nach einer Bürgerversammlung und einer Standortanalyse die Entscheidung im Gemeinderat für einen neuen Rathausbau. Das Traunsteiner Ingenieurbüro Haumann und Fuchs hatte damals im Wettbewerb einen im Gesamtkonzept schlüssigen Entwurf vorgelegt, der einen beachtenswerten architektonischen Akzent aus Tradition und Moderne setzte. Der Zeitplan war straff, konnte aber mit Fertigstellung und Einweihung im November eingehalten werden.

»Das neue Gebäude zeichnet sich durch mehr Platz, Licht und Übersicht aus«, so Gietl. Offenheit, Transparenz und Bürgernähe stünden im Mittelpunkt des Handelns von Gemeinderat und Verwaltung und würden sich nun auch in der Architektur widerspiegeln. Etwa 300 Menschen hatten in den vergangenen beiden Jahren an der Entstehung des Neubaus mitgearbeitet.

Erfreulich ist für den Bürgermeister aber auch die Einbeziehung des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins in die Gestaltung des Umfelds. So wurde eine Blumenwiese angesät und heimische Obstbäume gepflanzt.

Zum Abschluss bedankte sich Gietl nicht nur bei den Verantwortlichen des Ingenieurbüros und der ausführenden Firmen, sondern auch bei seinem Team im Rathaus. Sie hatten es über Monate hinweg geschafft, die Verwaltungsarbeiten mit viel Improvisationsgeschick zu erledigen.

Für Projektleiter Michael Perla ist das neue Rathaus ein wesentlicher Lebensmittelpunkt mit großer Nachhaltigkeit geworden. »Dieses Rathaus passt zu uns, erinnert an unsere Geschichte und verkörpert Bürgernähe, Tradition, Bodenständigkeit und das Moderne«, so Perla. Grußworte sprachen im Rahmen der Einweihungsfeier auch der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser und Vachendorfs Bürgermeister Rainer Schroll.

Eine Tischglocke für den Bürgermeister

Viel Applaus gab es für Gemeindegeschäftsführer Andreas Schultes, der zusammen mit Lydia Hußl von der Personalvertretung an Gietl eine Tischglocke überreichte. Der Sinn dieses Geschenks ist es, dass der Bürgermeister bei künftigen Gemeinderatssitzungen nicht mehr mit dem Kugelschreiber am Trinkglas für Aufmerksamkeit sorgen müsse, sondern jetzt die Glocke verwenden könne.

Die Segnung des neuen Rathauses nahm Pater Augustin zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Wolfgang Pasedag vor. Zudem hatte der Bürger Franz-Josef Strauß aus Oed einen »Herrgott« für das neue Rathaus geschnitzt, den Pater Augustin nach der Segnung an Gietl überreichte. Anschließend übergab Architekt Hans Kastner symbolisch einen großen Schlüssel an Bürgermeister Bernd Gietl.

Auch die Musik durfte an diesem Tag nicht fehlen: Die Musikkapelle Bergen begrüßte die Gäste vor dem Rathaus, Conny und Monika Mörtl gestalteten musikalisch die Einweihungsfeier und die Kinder des örtlichen Kindergartens hatten einen Gesangsauftritt.

Am Nachmittag fand der »Tag der offenen Tür« statt, der reichlich von den Bürgern genutzt wurde. Dabei wurde besonders der neue Sitzungssaal mit modernster Medientechnik bewundert. OH