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Ein Laufener als Indien-Coach bei Olympia

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Asienmeister Shiva Keshavan wird bei seinem olympischen Rodel-Einsatz in Pyeongchang von Michi Berger gecoacht und betreut. (Foto: privat)
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Michael Berger aus Laufen freut sich, mit nach Südkorea zu dürfen: Als Coach des einzigen indischen Olympioniken. (Foto: Bittner)

Laufen – Michael Berger aus Laufen, seit vier Jahren einer von zwei Co-Trainern des Rodel-Teams Kanada, fliegt am Wochenende nach Südkorea. Allerdings nicht in seiner Funktion als Assistance-Coach der Aktiven mit dem Ahornblatt auf der Brust, sondern als »Mädchen für alles« für den indischen Kultrodler Shiva Keshavan. Der fährt bereits zum fünften Mal zu Olympia, 1998 in Nagano war er als 16-Jähriger das erste Mal am Start.


»Ein Platz zwischen 17 und 22 ist das Ziel«, sagt Berger, der für den 36-jährigen Shiva Bahntrainer und Betreuer ist und auch sonst für vieles verantwortlich zeichnet, beispielsweise für das Material. Mit Rodel-Exot Keshavan, den er seit rund 15 Jahren kennt, verständigt sich Berger in englisch. Die Frau seines kanadischen Cheftrainers Wolfgang Staudinger, Marie-Claude Staudinger, war erste Trainerin des Rodlers in den orange-weiß-grünen Nationalfarben, als der 1997 mit dem rasanten Wintersport begann. Keshavan wohnt in der Nähe von Florenz, seine Mutter kommt aus Italien. Die Zusammenarbeit zwischen Keshavan und Berger kam durch einen US-Journalisten zustande, der den Laufener einfach gefragt hatte, ob er sich den Job vorstellen könne. Der 51-Jährige sagte sofort zu und freut sich jetzt gewaltig auf sein Olympia-Debüt. Am meisten auf die Eröffnungsfeier, bei der er mit Fahnenträger Shiva ins Stadion einmarschieren darf.

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Shiva Keshavan, im aktuellen FIL Luge Media Guide zwischen Größen seines Sports, wie Doppelsitzer-Olympiasieger Tobias Wendl und Dominik Fischnaller aus Südtirol, integriert, ist mehrfacher Asienmeister seines Sports. Auch in diesem Winter hat er den Titel erringen können. Als erstaunliche Bestmarke hat Keshavan bereits 134,3 km/h auf dem Schlitten erreicht. Er wird von allen anderen Rodlern respektiert, ist sogar schon so etwas wie eine Kultfigur, und wird in Kürze der einzige Winter-Olympionike Indiens sein – sofern nicht noch ein »aussichtsreicher« Landsmann eine Wildcard als Langläufer erhält.

Die vier Rodel-Einzel-Durchgänge der Männer in Pyeongchang finden morgen Samstag und am Sonntag statt. Michael Berger kehrt am 18. Februar aus Südkorea zurück. »Ich freue mich riesig auf diese Reise, auf meine Aufgabe, einfach auf alles«, lacht der Laufener, der nicht mehr dran gedacht hatte, doch einmal zu den Spielen zu kommen. »Das Kontingent der Akkreditierungen ist begrenzt. Bei den Kanadiern bin ich da als Betreuer als erster hinten raus gefallen«, erzählte er der Lokalzeitung am Telefon, als er auf der Heimreise vom Weltcup in Sigulda war. Der gebürtige Reichenhaller fuhr gerade mit dem Material der kanadischen Rodler durch Warschau und kam nach fast 30 Stunden und knapp 2 500 Kilometern daheim in Laufen an. Nur wenige Stunden später war er schon wieder beruflich in Oberösterreich unterwegs. Hans-Joachim Bittner

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