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Ein langer Abendansitz mit versöhnlichem Ende

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Der neue Vorstand der Kreisgruppe (v.l.): 3. Vorsitzender Max Neudecker, Schatzmeister Georg Rausch, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Dr. Christoph Werner, Schriftführerin Eva Stowasser, 1. Vorsitzender Hans Berger, Schatzmeisterin Claudia Pfnür, stellvertretender Schriftführer Edgar Dommermuth und 2. Vorsitzender Werner Schmölzl.
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Der BJV ehrte seine treuesten Mitglieder (v.l.): 1. Vorsitzender Hans Berger, August Schiel (50 Jahre), Hubert Meier (50 Jahre), Heinz Weichselmann (40 Jahre), Wilhelm Krammer (40 Jahre), Helga Datz (25 Jahre), Franz Schmid (25 Jahre), 2. Vorsitzender Werner Schmölzl und 3. Vorsitzender Max Neudecker. (Fotos: privat)

Piding – Hans Berger bleibt 1. Vorsitzender der Kreisgruppe Berchtesgadener Land im Bayerischen Jagdverband (BJV). Er setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen Mitbewerber Dieter Danzberger durch. Die Neuwahlen fanden auf der Jahreshauptversammlung beim »Altwirt« in Piding statt. Über 150 Mitglieder sind erschienen.


Zunächst gab 1. Vorsitzender Hans Berger nach der musikalischen Begrüßung durch die Reichenhaller Jagdhornbläser einen Überblick auf den vollen Terminkalender des vergangenen Geschäftsjahres. Über 50 Termine hatten der Vorsitzende und seine Stellvertreter zu bewältigen – von Sitzungen in der Zentrale des BJV in Feldkirchen über Treffen mit der Staatsministerin bis hin zu Besprechungen im Landratsamt, Treffen mit den Staatsforsten und dem Nationalpark. Darüber hinaus gab es viele, viele Gespräche mit Jägern am Telefon und bei Revierbegängen.

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Thema tote Hirschkälber

Hans Berger nutzte die Rede, um auf die Probleme im Verband einzugehen. Ein viel diskutierter Vorfall war der Fund der toten Hirschkälber im Nationalpark. Er wisse wohl, dass mehr Reaktion vom Vorstand erwartet wurde, »aber wir haben nicht die Aufgabe zu ermitteln oder anzuschuldigen. Das gibt unsere Satzung nicht her«, führte Berger aus. Auch sei ihm bekannt, dass die Vegetationsgutachten von einigen Jägern kritisch betrachtet würden. Einige hätten den Eindruck, der Verbiss werde seitens der Förster zu oft als zu hoch eingestuft, was manchmal nicht der Einschätzung der Jäger entspreche. »Aber hier ist nicht der BJV, sondern die Behörde der Ansprechpartner«, so Berger. Er wisse um all diese Unstimmigkeiten, doch habe er stets das Gespräch gesucht. Hans Berger wünscht sich mehr Miteinander und weniger Gegeneinander in der Kreisgruppe und dankte der gesamten Vorstandschaft, die immer an einem Strang ziehe.

Den Waldumbau neu organisieren

Werner Schmölzl führte als 2. Vorsitzender aus, dass es ein großes Ziel der vielen Gespräche mit dem Ministerium sei, den Waldumbau neu zu organisieren. Dieser könne nicht nur mit der Waffe erreicht werden. »Die neuen Klimaverhältnisse stellen den Waldbau vor neue Herausforderungen. Es muss deutlich werden, dass ein nachhaltiger Umbau nicht nur alleine mit der Büchse, sondern nur unter Zuhilfenahme aller Möglichkeiten erreicht werden kann«, forderte Schmölzl.

Andreas Wolf betonte als Verantwortlicher für das Jagdhundewesen die Notwendigkeit brauchbarer Jagdhunde. »Jagdhunde sollen nicht nur einfach schön aussehen – sie müssen auch brauchbar arbeiten können.« Den Nachsuchengespannen von Andreas Soyter und Mirko Lietz sprach er unter Beifall der Versammlung seinen besonderen Dank aus. »Im letzten Jahr wurden sie 68 Mal angefordert – und das zu jeder Tages- und Nachtzeit«, so Andreas Wolf.

Nach den Ehrungen für langjährige Mitglieder (siehe Bild), dem Kassenbericht durch Schatzmeisterin Claudia Pfnür sowie dem Bericht der Kassenprüfer folgte die Entlastung des Vorstandes.

In der folgenden Wahl gab es zwei Bewerber für das Amt des 1. Vorsitzenden. Zunächst betonte Hans Berger, der wieder kandidierte, die Notwendigkeit einer angepassten Jagd, eines Aufräumens mit den feudalen Strukturen des Landesverbandes in München und eines geschlossenen Auftretens der Jäger. Weiters präsentierte er sein Team für die Wahl, wobei als neues Mitglied Polizeidirektor Edgar Dommermuth vorgestellt wurde. »Wald mit Wild ist das Ziel. Und hierzu sind Geschlossenheit und Gespräche mit AELF, Ministerium und den Staatsforsten wichtiger denn je«, sagte er.

Als weiterer Bewerber für das Amt des 1. Vorsitzenden stellte sich Dieter Danzberger aus Berchtesgaden vor. Er dankte der bestehenden Vorstandschaft, übte aber auch Kritik. Er habe festgestellt, dass viele Mitglieder frustriert seien. Einen Hauptkritikpunkt sah er im Vegetationsgutachten, dessen Entstehung manchmal nicht nachvollziehbar sei. Nicht zuletzt im Berchtesgadener Gebiet, wo in der Vergangenheit die Gutachten zur Hälfte »rot« gewesen seien, seien jetzt ganze 100 Prozent rot, das heiße, der Verbiss ist dort als »nicht tragbar« eingestuft. Es sei auffällig, »dass gerade in dieser Zeit ein Wechsel der zuständigen Förster stattgefunden hat und die letzten Aufnahmen ein neuer Förster gemacht hat«, so Danzberger. Er monierte weiter die teilweise nicht aktualisierte Homepage.

Vorstandschaft bestätigt

In der anschließenden geheimen Wahl wurde Hans Berger mit rund 70 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Der Rest der Vorstandschaft wurde per Handzeichen wiedergewählt: 2. Vorsitzender Werner Schmölzl, 3. Vorsitzender Max Neudecker, Schatzmeisterin Claudia Pfnür, stellvertretender Schatzmeister Georg Rausch, Schriftführerin Eva Stowasser und für die Öffentlichkeitsarbeit Dr. Christoph Werner. Edgar Dommermuth folgt dem ausscheidenden Markus Leppertinger als stellvertretender Schriftführer in den Vorstand.

Die Schlussansprache des alten und neuen Kreisvorsitzenden Hans Berger war geprägt vom Wunsch, die Kreisgruppe zu einen. »Lasst uns miteinander reden. Ich strecke die Hand aus«, sagte er in Richtung der Berchtesgadener Jägerschaft. Nach vier Stunden Abendansitz schlossen die Bad Reichenhaller Jagdhornbläser musikalisch die Versammlung. fb