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Ein Konzept fehlt noch immer

Ramsau – Rund zweieinhalb Monate nach der Hochwasserkatastrophe liegt für die stark beschädigte Seeklause am Hintersee immer noch kein Konzept, geschweige denn eine Planung, vor. »Unzumutbar«, sei die Situation, so Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann während einer Bürgerfragestunde.

Wegen des Hochwassers im Hintersee wurde die Seeklause beschädigt. Ein Konzept für die Sanierungsarbeiten vom Wasserwirtschaftsamt liegt bislang immer noch nicht vor. Foto: Anzeiger-Archiv/Pfeiffer

Im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger« bestätigte Gschoßmann, dass die Gemeinde bislang noch nicht informiert worden sei, wann seitens des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein mit Ergebnissen zu rechnen sei.

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Ein grundsätzliches Konzept wurde durch das Wasserwirtschaftsamt bereits bei einem Ortstermin Anfang Juni binnen zwei Wochen angekündigt. Mittlerweile sind zweieinhalb Monate vergangen. Ein Ergebnis? Fehlanzeige. »Das Amt teilte uns kürzlich lediglich mit, dass die hydrologischen Untersuchungen bis Ende August abgeschlossen sein sollen«, so Gschoßmann. Diese seien dann wesentliche Grundlage für ein baldiges Konzept. Gegenüber der Heimatzeitung sagte Reinhard Prokoph vom Wasserwirtschaftsamt, die Planungen würden erst Ende September abgeschlossen sein.

Beim Klausbachdamm, weiß Ramsaus Bürgermeister, ist die Bruchstelle repariert, weitere zerstörte Stellen wurden ausgebessert. Von einem generellen Konzept zum Klausbachdamm liegt der Gemeinde nach wie vor ebenfalls nichts vor. »Unzumutbar« sei es, »wie das Wasserwirtschaftsamt mit uns umspringt«, sagt der Gemeindechef. Im Juni 2013, so Gschoßmann, sei genau das eingetreten, was die Ramsauer Bürgerinitiative 2006 bereits skizziert hatte. Ein Hochwasserereignis mit unabsehbaren Folgen.

Und immer noch halte es niemand für nötig, einzugestehen, dass in Bezug auf den Klausbachdamm eine Fehleinschätzung vorlag und vorliegt. Der Klausbachdamm gehöre auf ganzer Länge so saniert, wie er kürzlich in dem Bereich der Bruchstelle hergerichtet wurde, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Deshalb fordert die Verwaltung unter dem Vorsitz von Gschoßmann zum wiederholten Mal ein entsprechendes Konzept, das im Laufe der Jahre umgesetzt werde. Einfach nur abwarten möchte Gschoßmann nun nicht mehr. Deshalb hat er sich direkt an Umweltminister Dr. Marcel Huber gewandt, in der Hoffnung, »langsam die Phase der Ortstermine und Schönredereien zu verlassen«. »Es ist höchste Zeit, dass was passiert. Irgendwann muss auch eine Fachbehörde verstehen, dass das Hauptübel der marode Klausbachdamm ist und nichts anderes«, so der Bürgermeister.

In einem Gespräch mit dem stellvertretenden Leiter des Nationalparks, Dr. Roland Baier, bestätigte dieser der Gemeinde Ramsau, dass der Nationalpark jeder Maßnahme zustimmen werde, wenn diese fachlich für notwendig gehalten wird. Dies hat aber das Wasserwirtschaftsamt Traunstein zu beurteilen. In der Gemeinde wartet man sehnsüchtig auf das Ergebnis: »Ein weiteres Hochwasserereignis – und die Seeklause wäre weg«, prognostiziert Gschoßmann im Gespräch mit dem »Berchtesgadener Anzeiger«. »Der Ball liegt in der Spielhälfte des Wasserwirtschaftsamtes und nirgendwo anders«, so Gschoßmann.

Bis Redaktionsschluss war Dr. Roland Baier vom Nationalpark Berchtesgaden für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Kilian Pfeiffer