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Ein klasse Ringsportabend ohne Sieger

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Andris Andreas Rühle lieferte einen begeisternden Kampf und half in Anger mit, trotz Benachteiligung durch Mattenrichter Christoph Geiger, ein Unentschieden zu erzielen. Hier spricht Rühle gerade mit Ringerchef Hans Labacher. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Die Ringermannschaft des TSV Berchtesgaden ist ersatzgeschwächt in Anger angetreten, weil sich zwei Ringer für die Aufstiegskämpfe gegen den KSV Bamberg geschont haben. Dennoch erreichte die Staffel beim Prestigeduell in der Ringerhochburg ein mehr als verdientes Unentschieden. Damit liegt der TSV Berchtesgaden nach 14 Kampftagen mit drei Punkten Vorsprung vor der WKG Willmering/Cham und bestreitet am kommenden Samstag um 19.30 Uhr in der Schneewinkl-Sporthalle den Heim-Aufstiegskampf gegen den Nordmeister KSV Bamberg, der sich ebenfalls mit drei Punkten Vorsprung durchgesetzt hat.


Tobias Küpper (G 57) war erstmals in der ersten Mannschaft aufgeboten und siegte kampflos, weil Anger die Klasse nicht besetzen konnte. Chancenlos war Matthias Fegg (G 130) gegen den versierten Christian Pribil. Schon nach 42 Sekunden war der ungleiche Kampf durch technische Überlegenheit von Pribil entschieden.

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Eine taktische Meisterleistung bot neuerlich Wolfgang Heil (F 61), der seinen Gegner Daniel Wimmer nach Punkten 4:3 besiegt hat. Nichts anbrennen ließ Richard Dajka (G 98), da er den schwereren Bernhard Koch sicher mit 7:0 Punkten besiegen konnte.

Im letzten Kampf vor der Ringpause schulterte Benedikt Graßl (G 66 A) seinen Widersacher Felix Baumgartner sensationell bereits nach gut eineinhalb Minuten und erhöhte damit das Mannschaftscore auf 11:4. Dies war nötig, denn Anger hatte noch ein paar Asse im Ärmel. Einen Kampf auf Biegen und Brechen lieferten sich Andris Andreas Rühle (F 86 B) und der Angerer Benedikt Argstatter. Nach einer Führung des Berchtesgadeners geriet dieser gegen den starken Ringer des SC Anger in Rückstand, konnte jedoch kontern und lag am Ende eines mitreißenden Kampfes mit 8:6 Punkten voran, was seiner Mannschaft einen weiteren Wertungspunkt brachte. Auf verlorenem Posten stand Andreas Wendl (F 66 B) gegen Matthias Eckart. Schon nach 1:47 Minuten lag der Mattenherr aus Anger mit 16:0 Punkten vorne und brachte sein Team auf 12:8 heran.

Auch Marius Mackamul (G  86 A) hatte seinem Gegner Simon Öllinger bei der 1:16-Punktniederlage nach 4:34 Minuten nur enormen Kampfgeist entgegenzusetzen. Zwei Runden vor Schluss stand es somit 12:12, der Mannschaftskampf stand auf des Messers Schneide.

Im Berchtesgadener Lager wusste man, dass Anderl Hillebrand im letzten Kampf wohl punkten würde. So ging Alexander Petersen (G 75 A) im vorletzten Gefecht kein Risiko ein, eine Schulterniederlage hinnehmen zu müssen. Petersens taktische Ringweise gegen den versierten Mattenfuchs Sebastian Bethke ermöglichte dem Mann des SC Anger natürlich Vorteile, die er in einen 5:2 Punktsieg umsetzte. Erstmals geriet der TSV Berchtesgaden in Rückstand und stand am Rande einer Niederlage. Doch da war ja noch Anderl Hillebrand (F 75 B), der es schließlich richten sollte.

Nun versuchte Maximilian Pöschl für seine Mannschaft eine knappe Punktniederlage herauszuholen, mit der Anger den Mannschaftssieg davongetragen hätte. Doch Hillebrand marschierte unaufhaltsam und sicherte seinem Team mit einem 5:1-Punktsieg das Unentschieden.

»Ich sage bewusst nie etwas gegen Mattenleiter, doch Christoph Geiger hatte offensichtlich nicht seinen besten Tag erwischt. Pöschl hätte vom Mattenleiter aufgrund seiner passiven und destruktiven Ringweise längst von der Matte geschickt werden müssen, dann hätten wir verdient gewonnen«, sagte der leicht erzürnte Abteilungsleiter Hans Labacher, der stets für Fairness als Sportler und auch als Funktionär bekannt ist.

Den vielen Berchtesgadenern unter den 400 Zuschauern war es dennoch egal: Berchtesgaden stand ja bereits als Meister fest und hat dem SC Anger einen begeisternden Kampf geliefert, den leider der Mattenrichter entschied.

Jetzt liegt der Fokus der Ringer des TSV Berchtesgaden auf dem Heimkampf gegen den KSV Bamberg. Man erwartet am Samstag in der Schneewinkl-Sporthalle von Schönau am Königssee mindestens 600 Zuschauer. Christian Wechslinger