weather-image

Ein Camp für Flüchtlinge: Eine Toilette, Hunderte Menschen

1.0
1.0
Rohingya in Bangladesch
Bildtext einblenden
Viele Rohingya in Bangladesch leben in Hütten unter Plastik-Planen. Foto: Stefanie Glinski/dpa Foto: dpa

Menschen auf der Flucht besitzen nicht viel oder gar nichts. So geht es auch den Rohingya in Asien. Sie sind aus ihrer Heimat vor Gewalt geflohen. Nun leben sie in großen Camps für Flüchtlinge. Wir haben mit einer Helferin gesprochen, die dort arbeitet.


Im Land Bangladesch in Asien sind Hunderttausende Angehörige einer Gruppe angekommen. Gemeint sind Rohingya (gesprochen: rohindscha). Sie kommen aus dem Nachbarland Myanmar. Doch dort haben sie seit Jahren große Probleme.

Anzeige

Die Regierung sagt, die Rohingya seien keine richtigen Bürger. Zuletzt wurden sogar Dörfer angezündet und Menschen umgebracht. Deshalb flüchteten viele Rohingya nach Bangladesch. Dort versuchen Helfer, die Menschen zu unterstützen. Darunter ist auch Tamara Lowe von der Organisation »Save the Children«. Sie hat uns vom Leben in einem Camp für Flüchtlinge erzählt.

Wie wohnt man in so einem Camp?

Tamara Lowe: »Man muss sich das so vorstellen, dass die Flüchtlinge keine normalen Häuser haben. Wenn die hier ankommen, haben die wirklich gar nichts. Sie mussten oft ganz ganz schnell fliehen. Und wenn sie dann hier ankommen, müssen sie eine Notunterkunft bauen. Die ist einfach aus Holz gemacht. Und das Holz wird dann mit Plastik-Planen überdeckt.«

Und da stehen dann viele solcher Hütten?

Tamara Lowe: »Ja, und es gibt kaum Platz zwischen den Unterkünften. Die bestehen auch nur aus einem Raum. Es gibt kein Badezimmer. Es gibt Toiletten im Camp, aber die müssen sich Hunderte von Leuten teilen. Das ist sehr unhygienisch.«

Womit kann man ihnen denn helfen?

Tamara Lowe: »Wir verteilen Nahrungsmittel wie Reis, Öl und Linsen. Außerdem geben wir ihnen Koch-Utensilien wie Töpfe, Becher und Besteck. Wir verteilen Hygiene-Artikel, so dass die Menschen sich vernünftig waschen können.«

Leben auch viele Kinder in dem Camp?

Tamara Lowe: »Wir haben über 2000 Kinder gezählt, die hier ganz alleine angekommen sind. Das kann im Chaos der Flucht passieren. Die Kinder haben die Eltern verloren, als sie weggerannt sind.«

Wie geht es mit den Rohingya weiter?

Tamara Lowe: »Wir hoffen, dass die Rohingya-Kinder eines Tages zurück in ihre Heimat kommen. Aber es muss natürlich sichergestellt werden, dass sie dort sicher leben können und dass die Kinder zurück in die Schule gehen dürfen und eine Zukunft haben.«