weather-image

Ehemann vor 15 Jahren verstorben: Wieder lebendig, wieder geheiratet

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Witwe Gerarda Fergusson weiß bis heute nicht, woher die Deutsche Rentenversicherung die Mitteilung bekommen hatte, dass ihr vor 15 Jahren verstorbener Ehemann wieder leben soll. (Foto: Vietze)

Bischofswiesen – Gerarda Fergusson ist fassungslos. Die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd stellte die Zahlungen ihrer Witwenrente ein. Der Grund: Ihr 2003 verstorbener Ehemann James Fergusson lebt wieder. Zumindest auf dem Papier. Und soll wieder geheiratet haben. Trotz des zugegebenen Missverständnisses bleiben viele Fragen offen für die 88-jährige Bischofswieserin.


Gerarda Fergusson ist seit 15 Jahren Witwe. Seit dem Tod ihres Mannes James erhielt sie regelmäßig Zahlungen ihrer Witwenrente. Mitte Mai dieses Jahres stellte die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd die Zahlungen plötzlich ein. Ein Schreiben sorgte für viel Verwirrung.

Anzeige

»Ich bekam ein Formular, in dem ein aktuelles Schreiben meines Mannes erwähnt wurde«, erklärt Fergusson. Heißt: Auf dem Papier sei der Verstorbene wieder lebendig. Eine weitere Nachricht konnte Fergusson ebenso wenig nachvollziehen: »Sehr geehrter Herr Fergusson, die Meldebehörde hat uns mitgeteilt, dass Sie am 8.5.2018 wieder geheiratet haben.« Damit würde der Anspruch auf Witwenrente wegfallen.

»Seit 15 Jahren bekomme ich Witwenrente und plötzlich wollen sie mir erklären, dass mein verstorbener Mann wieder lebt«, klagt Gerarda Fergusson. Mittlerweile bekommt die 88-Jährige wieder ihre Witwenrente. Die Bischofswieserin hatte bei der Rentenversicherung angerufen und den Mitarbeitern ihre Situation geschildert. »Sie haben sich nicht einmal entschuldigt«, merkt sie an.

Weiterhin bleibt unklar, wie die Rentenversicherung zu dieser Fehlinformation gekommen war. »Die Mitarbeiter haben mir nur gesagt, dass die Gemeindebehörde sie über eine Wiederheirat informierte«, so die Witwe. Welche Gemeindebehörde diesen Fehler gemacht habe, sagten die Mitarbeiter ihr aber nicht. Auf Nachfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« wollte eine Mitarbeiterin der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd keine Auskunft geben. Wegen des Datenschutzes sei das rechtlich nicht möglich.

Das Standesamt Bischofswiesen und die Standesämter der Nachbargemeinden konnten das Rätsel auch nicht lösen. Aber nicht wegen des Datenschutzes. Sie konnten nur keine Wiederheirat am 8. Mai 2018 feststellen. So bleibt nicht nur für den »Berchtesgadener Anzeiger«, sondern auch für Gerarda Fergusson selbst unklar, warum die Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd kurzzeitig die Witwenrentenzahlung an die Bischofswieserin eingestellt hatte. Patrick Vietze