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Druck auf Schalke, Bammel in Frankfurt

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Jens Keller steht in der Pflicht: Der FC Schalke muss den vierten Platz verteidigen. Foto: Kevin Kurek Foto: dpa

Hannover (dpa) - Den größten Druck im Millionen-Roulette hat der FC Schalke 04. Vor dem Endspiel um die Champions-League-Teilnahme am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg liegen die Nerven beim Tabellen-Vierten (52 Punkte) entsprechend blank.


»Ich habe in den vergangenen Wochen immer vermieden, das Wort Endspiel zu benutzen. Jetzt ist es tatsächlich eins«, sagte Coach Jens Keller.

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Angesichts des drohenden Verlusts von Millionen-Einnahmen in der Königsklasse entlud sich die Anspannung von Schalke-Boss Clemens Tönnies in dieser Woche in heftiger Spielerkritik. »Die Spieler müssen sich ihrer Verantwortung dem Verein und den Fans gegenüber langsam mal bewusstwerden. Wir registrieren schon längerem, dass es hier Defizite gibt«, polterte Tönnies. Auch Manager Horst Heldt sehnt sich vor dem Duell in Freiburg (51) nach Konstanz: »Denn leider haben wir ein ums andere Mal ein gutes Resultat leichtfertig verspielt.«

Das Nervenflattern vor dem letzten Bundesligaspieltag ist auch bei Aufsteiger Eintracht Frankfurt (50) groß, der als Tabellen-Sechster gegen den auswärtsstarken VfL Wolfsburg noch aus den Europapokalrängen rausfliegen könnte. »Daraus, dass wir angespannt sind, können wir keinen Hehl machen«, sagte Eintracht-Chef Heribert Bruchhagen. Dabei könnte die Eintracht bei einem hohen Sieg und einem Unentschieden in Freiburg sogar noch auf einen Champions-League-Platz rücken. Mehr Hoffnung hat da der Siebte Hamburger SV (48) - auf die Europa League. »Ich bin heiß. Nicht nur, weil es gegen meine alten Kollegen geht«, meinte HSV-Keeper René Adler vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen.

Borussia Mönchengladbach als Achter (47) besitzt nur noch Außenseiterchancen und spielt zudem gegen Meister Bayern München. Nur ein hoher Sieg und Pleiten der Konkurrenz ließen Gladbach noch auf einen Europa-League-Platz ziehen. »Wir sind sehr fixiert auf dieses Spiel und wollen noch mal alles reinlegen«, versprach Trainer Lucien Favre. »Es ist auch schön, dass es wenigstens theoretisch noch eine Chance auf Platz sechs gibt«, meinte der Schweizer. Sechs Tore und drei Punkte müssten die Borussen allerdings auf Platz sechs aufholen.

Das Überraschungsteam Freiburg - praktisch schon für die Europa League qualifiziert - geht das direkte Duell gegen Schalke anders als die Gäste locker an. »Wir wollten und auf unsere Arbeit konzentrieren und die Jungs haben genug Zeit zum Ausruhen bekommen«, meinte Freiburgs Coach Christian Streich entspannt.

Während die Champions-League-Qualifikation für Schalke fast schon Pflicht ist, wäre ein Sieg der Breisgauer und Platz vier am Ende das I-Tüpfelchen einer sensationellen Saison. Mit der schnöden Europa League will sich der Sportclub nicht zufriedengeben. »Die Mannschaft wird ihr letztes Korn aus sich herausholen«, versprach Streit.