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Marktgemeinde lässt Verbesserungen für Oberteisendorfer Ortsdurchfahrt ausarbeiten

Drei Verkehrsinseln und Haltestellen-Verlegung

Teisendorf. Zwei konkrete Verbesserungen zur Erhöhung der Sicherheit für die Fußgänger und Schulkinder in Oberteisendorf sowie zur Tempodrosselung beim Durchgangsverkehr lässt die Marktgemeinde Teisendorf nun genauer ausarbeiten. In die Bundesstraße 304 sollen im Bereich der Ortsdurchfahrt drei Verkehrsinseln zur Fahrbahn-Verschwenkung eingebaut werden. Außerdem soll die Bushaltestelle an der Nordseite der Straße von der unübersichtlichen Stelle auf der Achenbrücke weiter nach Osten verlegt werden, etwa auf die Höhe der Abzweigung der Frühlingsstraße. Ersteres beschloss der Gemeinderat einstimmig. Die Haltestellenverlegung wurde mit 17:2 Stimmen auf den Weg gebracht. Zahlreiche Bürger verfolgten die Sitzung als Zuhörer.

Mit hohem Tempo fahren die meisten Fahrzeuglenker nach Oberteisendorf ein. Eine von drei geplanten Mittelinseln soll hier im Westen des Ortes entstehen. (Foto: Mergenthal)

Verkehrsplanerin Patricia Daniel vom beauftragten Planegger Büro Ingevost gab einen Rückblick auf die bisherigen Aktivitäten, darunter eine Bürgerbefragung mit einer Rücklaufquote von fast 60 Prozent. 70 Prozent der Bürger, die sich äußerten, plädierten für die weitere Verfolgung der Westumfahrung und für die Geschwindigkeitsdrosselung auf der B 304 wurden zahlreiche Ideen vorgebracht, die in einem Bürger-Workshop weiter ausgefeilt wurden.

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Inzwischen hat das Büro eine Bewertung der einzelnen Maßnahmen erstellt, die Daniel nun präsentierte. Drei Verschwenkungen mit Hilfe von grünen Mittelinseln schlug sie vor: eine etwa auf Höhe der Feuerwehr, eine zwischen Oberteisendorf und Obermoos und eine östlich von Obermoos. Man könne diese Inseln auch reduzieren sowie noch etwas verschieben.

Die Gemeinderäte aller Fraktionen waren sich jedoch einig, dass drei Verschwenkungen sinnvoll und wichtig sind. Vizebürgermeister Norbert Schader (FWG) plädierte ausdrücklich dafür, da sonst die Fahrer zwischendrin wieder Gas gäben. Besonders bezüglich der Lkw-Belastung erwartet er sich dadurch eine Entlastung der Anwohner.

Tempomessgeräte noch vor Schulbeginn

Edwin Hertlein (Grüne) hielt alle vorgestellten Maßnahmen für sinnvoll. Er betonte, die günstigste Maßnahme sei der von den Grünen beantragte Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung. Wie Bürgermeister Thomas Gasser erläuterte, konnte dieser Antrag aus Zeitgründen nicht mehr in die aktuelle Sitzung aufgenommen werden, wird jedoch am 1. September behandelt werden. Die Tempomessgeräte sollen laut Gasser zum Schulbeginn montiert werden.

Der Umbau der Ortsdurchfahrt sei im Zuge der Fahrbahndecken-Sanierung durch das Straßenbauamt Traunstein, das auch einen Teil des Umbaus trage, geplant. Der Termin dafür steht noch nicht fest. Es soll jedenfalls ein lärmmindernder Belag eingebaut werden, auch ein Vorschlag des Büros Ingevost. Mit diesem sei nach Auskunft aus anderen Gemeinden tatsächlich eine erhebliche Lärmdämmung möglich, berichtete der Rathauschef.

Martin Bambach vom Staatlichen Bauamt Traunstein, dem die Räte das Rederecht erteilten, warnte davor, die westliche Insel nach außerhalb des bereits Richtung Westen versetzten Ortsschildes zu verlegen, um nicht einen neuen Unfallschwerpunkt zu schaffen. Wirksamer seien Inseln innerorts, wo Tempo 50 vorgeschrieben ist. Angesichts der vielen Übertretungen komme man an einer Überwachung nicht vorbei; es müsse ständig geblitzt werden, um eine Verhaltensänderung zu erreichen.

Bei der Bushaltestelle ergab sich eine längere Debatte, ob es besser ist, eine Busbucht zu schaffen oder den Bus auf der Straße halten zu lassen, was den Verkehr zusätzlich drosselt. Im Beschluss ließ man diese Frage sowie den genauen Standort der Haltestelle offen. Jede Verlegung sei besser als der aktuelle Zustand, brachte es Bezirksrat Georg Wetzelsperger (CSU) auf den Punkt. »Das ist wirklich ein Chaos, das da stattfindet.« Man müsse sich wundern, dass noch nichts passiert ist.

Plädoyer für die Einhaltung der Sichtdreiecke

Ein weiteres Thema war die Ausfahrt aus der Holzhauser Straße. Hier plädierte Bambach für die Einhaltung der Sichtdreiecke. Er empfahl, mit den Anwohnern zu reden, damit sie ihre Hecken auf maximal 80 Zentimeter kürzen. Für den von Daniel vorgeschlagenen kombinierten Geh- und Radweg an der Nordseite der B 304 mit einer Mindestbreite von 2,50 Metern müssen, wie Gasser betonte, zunächst Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt werden.

Georg Quentin (SPD) sieht eine große Gefährdung darin, dass der Geh- und Radweg an der Südseite der B 304 etwa 50 Meter vor der Achenbrücke in einen reinen Gehweg umgewandelt wird und als Radweg erst wieder auf Höhe der Feuerwehr an der anderen Straßenseite fortgesetzt wird. Er zeigte sich sehr erfreut über das Versprechen von Bambach, von Seiten des Straßenbauamts von der Fahrbahnbreite für einen Geh- und Radweg »abzugeben, was möglich ist«.

Gasser sprach noch die angedachte Verbreiterung des Stegs über die Ache etwa 100 Meter nördlich der B 304 und die geplante Asphaltierung des sich parallel zur Holzhauser Straße auf der anderen Bachseite anschließenden Wegs an. Der Grund sei in Gemeindebesitz. Damit bekomme man sicher den einen oder anderen Fußgänger aus der Holzhauser Straße weg. Andreas Neumeier (CSU) schlug vor, diesen barrierefreien Weg über die Biosphärenregion bezuschussen zu lassen.

Die Begrünung der Ortsdurchfahrt, um diese schwerer einsehbar zu machen und gerade Lkw-Fahrer zu bremsen, soll zurückgestellt werden, bis die Standorte für die Inseln und die Bushaltestelle feststehen. Wetzelsperger bat, auch das Ortsentwicklungskonzept im Blick zu behalten. vm