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Drei Saxofone mit etwas Wiener Schmäh

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Viel Stimmung brachten die »Juke Joint Royals« in den Gasthof Mühlwinkl. Die Band um den Wiener Sänger und Pianospieler Erich Herbst war erstmals auf der Staudacher Musikbühne zu Gast. Unser Bild zeigt (von links) Peter Hübl, Nina Dvorak und Sarka Benedova (Saxofon), Erich Herbst (Klavier), Vanja Hajdukovic (Kontrabass) und Mathias Schwarz (Gitarre).

Ein internationales Orchester um den Wiener Sänger und Pianospieler Erich Herbst mit dem Bandnamen »The Juke Joint Royals«präsentierte beim Konzert auf der Staudacher Musikbühne im Gasthof Mühlwinkl zum ersten Mal im südbayerischen Raum ihre Mischung aus Rhythm & Blues und Boogie aus den 1940er und 50er Jahren.


Musik, Bekleidung und Auftreten entsprachen eben dieser Ära, die Damen in hübschen Kleidchen, die Herren im legeren Anzug der Swing-Mode. Besonders die beiden Damen Nina Dvorak und Sarka Benedova mit ihren Tenor-Saxofonen, traten optisch und akustisch hervor und bestimmten mit ihren Instrumenten maßgeblich den Sound der siebenköpfigen Band. Der dritte Bläser an der Front war Peter Hübl mit seinem Alt-Saxofon, der ebenso wie die beiden Ladys immer wieder mal mit einem leidenschaftlichen Solo begeisterte.

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Die »Saiten-Fraktion« auf der rechten Seite der Bühne waren Vanja Hajdukovic am Kontrabass und Gitarrist und Sänger Mathias Schwarz, die beiden Ruhepole der Band, die sich bei ihren Soli aber durchaus ein wenig bemerkbar machten. Am Schlagzeug verrichtete Reinhard Dlapa sein Werk, versteckt hinter dem Klavier, dezent im Hintergrund agierend. Der Gründer und Entertainer der »Juke Joint Royals«, Erich Herbst, der dieses Klavier bearbeitete, erzählte mit einer Prise »Wiener Schmäh« gewürzt, manche Anekdote über die Band. Seit etwa zwei Jahren treten sie in genau dieser Formation zusammen auf Konzerten und Festivals auf. Ihre erste Musik-CD ist bereits auf dem Markt und fand beim hiesigen Publikum viele Abnehmer.

Mit eigenen Kompositionen wie dem »Fat Cat Boogie« oder »Big Fine Mama« brauchten sie keinen Vergleich mit denen ihrer Vorbilder aus Amerika zu scheuen, die Zuhörer bestätigten dies mit ihrem Applaus. Zu fortgeschrittener Stunde stieg die Lautstärke deutlich an, wurde die Stimmung ausgelassener, die Damen zeigten beim »Jump Jive« mehr körperlichen Einsatz und Erich Herbst hüpfte auf dem Klavierhocker auf und ab oder haute gleich im Stehen in die Tasten. Die Band hatte sichtlich Spaß auf der Bühne, den Zuhörern und Tänzern schien es zu gefallen, forderte lautstark klatschend noch mehr.

Mit einer letzten Zugabe, einem der Bluesklassiker von Robert Johnson aus dem Jahr 1936, »Sweet Home Chicago«, verabschiedeten sich die sieben Wiener vom Staudach-Egerndacher Publikum. Reiner Strasser