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Drei Mädchen missbraucht

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Traunstein - Drei Mädchen missbaucht
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Ein 19-Jähriger ist in Bamberg wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt worden. Foto: Uli Deck/Archiv Foto: dpa

Traunstein – Der 31-jährige Vater eines Buben missbrauchte drei kleine Spielkameradinnen seines Sohnes im Alter zwischen sechs und elf Jahren in sexueller Weise. Außerdem besaß er zahlreiche Kinderpornos, die er teils ins Internet stellte. Der Angeklagte räumte am Dienstag vor der Jugendkammer am Landgericht Traunstein die Vorwürfe des Staatsanwalts zögernd, aber weitgehend ein. Die Plädoyers und das Urteil folgen am heutigen Mittwoch um 12 Uhr.


Die Anklage von Staatsanwalt Dr. Ralf Burkhard umfasste einerseits den Besitz und die »öffentliche Zugangmachung« von Kinderpornografie. Diesen Teil der Vorwürfe gestand der 31-Jährige ein. Er hatte zwei Dateien mit Kinderpornografie ins Internet hochgeladen. Äußerst widerwärtige Szenen mit schwerst missbrauchten Kleinkindern fanden sich über sein Handy in einem Cloudspeicherdienst. Über Links war der Zugang zu den Videos für Außenstehende möglich.

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Schwieriger war es offenbar für den Angeklagten, zu den fünf Sextaten an den Kindern zu stehen. Die Mädchen kamen im Zeitraum zwischen etwa September 2017 und Juli 2018 zu seinem Sohn in die jeweilige Wohnung im Landkreis Traunstein. Auf die Frage des Vorsitzenden Richters Dr. Klaus Weidmann, ob dieser Teil der Vorwürfe ebenfalls zutreffe, wich der 31-Jährige aus: »Es stimmt schon. Es waren aber sozusagen nur Berührungen.«

Auch der Verteidiger, Michael Vogel aus Traunstein, führte lediglich »oberflächliche Berührungen« ins Feld. Die Kontakte zu den Kindern seien teils »überraschend« gewesen – zum Beispiel, wenn er sie »zufällig« im Bad getroffen habe, beteuerte der Angeklagte weiter. Er beharrte darauf, die Nähe zu den Opfern nicht gezielt gesucht zu haben.

Die Mutter von zwei der geschädigten Mädchen berichtete im Zeugenstand, sie habe einen Verdacht entwickelt, nachdem die Kinder erzählt hätten, bei manchen Spielen sei ein Erwachsener dabei gewesen. Eines der Mädchen habe ihr gegenüber etwas später erklärt, es sei »gefickt« worden. Über Einzelheiten wollte das Kind aber nichts sagen, so die Mutter. Die zweite Tochter berichtete ihr, der 31-Jährige habe »das mit ihr auch gemacht«. Die Mutter schaltete die Polizei ein. »Ich würde Ihnen am liebsten an die Gurgel gehen.« Diese Worte richtete die Zeugin direkt an den 31-Jährigen. Der Angeklagte erwiderte: »Das kann ich verstehen.« Die Mutter des dritten Opfers hatte von den angeklagten Dingen nichts mitbekommen: »Mir ist auch sonst nichts aufgefallen.« kd