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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Schwacher Herbstaufschwung auf Arbeitsmarkt - Konjunkturschub fehlt

Nürnberg (dpa) - Die Konjunkturflaute hinterlässt zunehmend ihre Spuren auf dem deutschen Arbeitsmarkt - und hat für einen überraschend schwachen Herbstaufschwung gesorgt. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Dienstag waren im September 2,849 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das sind lediglich 97 000 weniger als im August. Die Arbeitslosenquote sank damit um 0,2 Punkte auf 6,6 Prozent. Arbeitsmarktexperten hatten dagegen mit einem deutlich stärkeren monatsbezogenen Rückgang gerechnet. Im Schnitt der vergangenen drei Jahre war die Zahl der Erwerbslosen im September um rund 140 000 gesunken. Auch der Abstand zum Vorjahr vergrößerte sich wieder: Im Vergleich zum September 2012 gab es in Deutschland 61 000 mehr Jobsucher. Derzeit fehlten die konjunkturellen Impulse, erklärten Statistik-Experten der BA.

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TV-Hersteller Loewe stellt Insolvenzantrag - 650 Mitarbeiter bangen

Kronach (dpa) - Der traditionsreiche Fernseher-Hersteller Loewe hat nach monatelangen Rettungsversuchen Insolvenz beantragt. Verhandlungen über einen Verkauf des verlustreichen Unternehmens mit Sitz im fränkischen Kronach blieben bislang ohne Erfolg. Vorstandschef Matthias Harsch hofft aber weiterhin, in letzter Minute einen Käufer für Loewe zu finden und damit eine Abwicklung des Unternehmens zu vermeiden. «Ich bin sehr zuversichtlich», sagte er am Dienstag. In den vergangenen Tagen seien mehrere schriftliche Kaufangebote von Interessenten aus dem In- und Ausland eingegangen. Die Verhandlungen liefen auf Hochtouren. Apple gehöre allerdings nicht zu den Interessenten, betonte er.

Verärgerte Fluggäste können ab November Schlichter anrufen

Berlin (dpa) - Bei hartnäckigem Ärger über Verspätungen oder mit dem Gepäck können bald auch Flugreisende einen zentralen Vermittler einschalten. Große deutsche Airlines wie die Lufthansa, Air Berlin, Condor, Tuifly und Germanwings wollen der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) beitreten, wie der Bundesverband der Luftverkehrswirtschaft am Dienstag für seine Mitgliedsunternehmen mitteilte. Auch der Verband der mehr als 100 in Deutschland tätigen ausländischen Airlines empfiehlt dies seinen Mitgliedern. Als einzige Fluggesellschaft beteiligte sich bisher der Billigflieger Ryanair an der Schlichtung, die auch für Bahn, Busse und Schiffe zuständig ist.

Mehr Transparenz: Vatikanbank veröffentlicht erstmals Bilanz

Rom (dpa) - Premiere bei der von Skandalen geplagten Vatikanbank IOR: Erstmals hat das Institut seine Bilanz veröffentlicht. Im vergangenen Jahr vervierfachte das Geldhaus seinen Gewinn auf 86,6 Millionen Euro (Vorjahr: 20,3 Millionen Euro), wie aus dem am Dienstag vorgestellten Jahresabschluss hervorgeht. Die enorme Steigerung zum Vorjahr hänge mit der Entwicklung bei Staatsanleihen zusammen, in die das IOR hauptsächlich investiert. Von dem Gewinn im Jahr 2012 flossen 54,7 Millionen Euro in den Haushalt des Vatikans. Die Vatikanbank verwaltet ein Vermögen von 6,3 Milliarden Euro, das im Vergleich zum Vorjahr etwa gleichgeblieben ist. Die Kundenzahl hat sich um einige tausend auf rund 18 900 verringert, da inaktive Konten geschlossen wurden. Als Teil der neuen Transparenzoffensive werden seit Mai alle Kunden überprüft.

Mieten und Wohnungspreise steigen - Verband sieht keine Blase

Frankfurt/Main (dpa) - Das Wohnen in Deutschland ist erneut teurer geworden. Egal ob Miete oder Kauf: Vor allem in den beliebtesten Vierteln der Großstädte ziehen die Preise kräftig an. Doch dieses Bild trüge, betont der Immobilienverband IVD. Insgesamt liege die Teuerung bei Durchschnittsmieten nur knapp über der allgemeinen Inflation. Die Entwicklung der Preise für Eigentumswohnungen sei Teil eines überfälligen Aufholprozesses der deutschen Wohnungsmärkte, sagte IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick bei der Vorlage des Wohn-Preisspiegels 2013/2014 am Dienstag in Frankfurt.

Japans Exportindustrie im Stimmungshoch - Verbrauchssteuer steigt

Tokio (dpa) - Das hoch verschuldete Japan will mit weiteren Milliardenausgaben und Steuersenkungen für Unternehmen die Wirtschaft ankurbeln. Auf diese Weise solle die Privatwirtschaft dazu gebracht werden, mehr zu investieren und die Löhne zu erhöhen, sagte Ministerpräsident Shinzo Abe am Dienstag. Zugleich beschloss er eine umstrittene Erhöhung der Verbrauchssteuer ab April 2014 von 5 auf 8 Prozent. Der Staat brauche dringend Geld zur Finanzierung des Staatshaushalts, erklärte Abe. Dadurch werde das Wirtschaftswachstum nicht beeinträchtigt. Es sei vielmehr das «beste Szenario» für die Wirtschaft, sagte der seit neun Monaten amtierende Regierungschef.

Streit zwischen Google und EU-Kommission steht vor Lösung

Brüssel (dpa) - Der jahrelange Wettbewerbsstreit zwischen dem Internetkonzern Google und der EU-Kommission nähert sich einer Lösung. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sagte am Dienstag im Europaparlament, Google habe die Zugeständnisse zu seinem Suchmaschinen-Geschäft «wesentlich nachgebessert», um die Angebote von Konkurrenten prominenter anzuzeigen. Der EU-Kommissar zeigte sich optimistisch, den Streit zu den Akten legen zu können: «Ich werde weiter an der Beilegung des Falls arbeiten und voraussichtlich im kommenden Frühjahr eine Entscheidung treffen.» Brüssel hatte 2010 ein Kartellverfahren gegen Google eröffnet und droht mit einer milliardenschweren Geldbuße.

Deutscher Aktienmarkt gewinnt trotz Haushaltssperre in den USA

Frankfurt/Main (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag kaum von der Haushaltssperre in den USA beeindrucken lassen. Der deutsche Leitindex Dax gewann zuletzt um 0,44 Prozent auf 8633 Punkte. Der MDax mittelgroßer Werte stieg um 0,57 Prozent auf 15 120 Zähler. Der Technologieindex TecDax drehte nach schwächerem Start ebenfalls ins Plus und stieg zuletzt um 0,33 Prozent auf 1087 Punkte. Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,41 Prozent am Vortag auf 1,46 Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3554 (Montag: 1,3505) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7378 (0,7405) Euro.