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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Bund und Länder ringen um Rettungspaket für Hauptstadtflughafen

Potsdam/Schönefeld (dpa) - Nach der Kostenexplosion am Berliner Hauptstadtflughafen ringen Bund und Länder um ein Rettungspaket für das Prestigeprojekt. Ihre Vertreter verhandelten am Freitag auf der Flughafenbaustelle darüber, wie sie die Finanzlücke von rund einer Milliarde Euro schließen können. Neue Bankkredite bekommt die Flughafengesellschaft derzeit nicht. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) trat dem Eindruck entgegen, die staatliche Betreibergesellschaft stehe «vor dem Bankrott». «Der Flughafen ist finanziert, bleibt finanziert und wird am Ende ein Erfolg für die Region werden.»

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Deutschland sicherster Arbeitsmarkt für Junge in der EU

Wiesbaden (dpa) - Für junge Menschen ist Deutschland derzeit der sicherste Arbeitsmarkt in der EU. Nirgendwo in der Union gibt es nach Auswertungen der Statistikbehörde Eurostat so wenig erwerbslose Menschen zwischen 15 und 24 Jahren. Im Juni waren das in Deutschland 350 000 Menschen oder 7,9 Prozent der Altersgruppe. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden anlässlich des Internationalen Tags der Jugend (12.8.) Der deutsche Wert ist gegen den europäischen Trend im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gesunken. Der EU-Durchschnitt beträgt aktuell 22,6 Prozent und liegt damit 1,4 Punkte höher als im Juni 2011.

Inflation in Deutschland bleibt moderat

Wiesbaden (dpa) - Verbraucher können aufatmen: Die Inflation in Deutschland bleibt vorerst moderat. Allerdings verhinderten steigende Energie- und Nahrungsmittelpreise einen weiteren Rückgang der Inflation im Juli. Die Lebenshaltungskosten erhöhten sich wie schon im Juni binnen Jahresfrist um 1,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte und damit vorläufige Zahlen bestätigte. Im Juni hatte die Rate mit 1,7 Prozent den niedrigsten Stand seit Ende 2010 erreicht.

Neuer Dämpfer für China - Exporte wachsen nur noch minimal

Peking (dpa) - Die Schuldenkrise in Europa und die Abkühlung der Weltwirtschaft haben das chinesische Exportwachstum massiv abgebremst. Die Ausfuhren seien im Juli um lediglich 1,0 Prozent zum Vorjahr gestiegen, teilte die Zollverwaltung am Freitag in Peking mit. Volkswirte hatten einen Anstieg um 8,0 Prozent erwartet. Im Juni waren die Exporte noch um 11,3 Prozent gestiegen. Angesichts der schwächeren Konjunktur in China hat sich auch das Importwachstum verlangsamt. Die Einfuhren stiegen im Juli zum Vorjahr um 4,7 Prozent.

Flaue Konjunktur macht ThyssenKrupp zunehmend zu schaffen

Essen (dpa) - Die schwache Konjunktur macht dem größten deutschen Stahlkonzern ThyssenKrupp nun auch in seinem europäischen Stahlgeschäft schwer zu schaffen. Zudem sind die massiven Probleme mit den Stahlwerken in Brasilien und USA weiter ungelöst. Das schlägt sich in den Geschäftsergebnissen nieder: Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, brach das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 (30.9.) um fast 80 Prozent auf 122 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum hatte der Wert noch bei 570 Millionen Euro gelegen.

US-Justiz verschont Goldman Sach

New York (dpa) - Die US-Justiz lässt von Goldman Sachs ab. Die US-Investmentbank muss wegen ihrer Geschäfte zu Zeiten der Finanzkrise keine Strafverfolgung fürchten. Während ein Senatsausschuss der Wall-Street-Größe im vergangenen Jahr krumme Hypotheken-Deals vorgehalten hatte, erklärte das US-Justizministerium nun, dass es «keine brauchbare Basis gebe, strafrechtlich gegen Goldman Sachs oder die Mitarbeiter vorzugehen». Die Bank stand lange im Zentrum der Kritik von US-Politikern, wenn es um die Verfehlungen und Auswüchse der Wall Street ging. Ein 639 Seiten langer Senatsbericht aus dem April 2011 war gespickt mit Vorwürfen.

Schwache Daten aus China belasten deutschen Aktienmarkt

Frankfurt/Main (dpa) - Nach zwei Tagen ohne klare Tendenz hat der Dax am Freitag nachgegeben. Marktexperten verwiesen auf schwache Konjunkturdaten aus China, die auf die Kurse an den europäischen Börsen gedrückt hätten. Der deutsche Leitindex weitete seine Verluste aus und sank um 0,94 Prozent auf 6899 Punkte. Auf Wochensicht steht aber immer noch ein Plus von knapp einem halben Prozent zu Buche. Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,16 Prozent am Vortag auf 1,11 Prozent. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2262 (Donnerstag: 1,2301) Dollar fest.