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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Manipulierte VW-Software auch in Europa - Berichte zu US-Sammelklagen

Wolfsburg/Berlin (dpa) - Die Abgas-Affäre bei Volkswagen nimmt weltweite Ausmaße an. Nach dem Rücktritt von Konzernchef Martin Winterkorn und ersten Gesprächen der Untersuchungskommission des Bundesverkehrsministeriums mit den Wolfsburgern am Mittwoch teilte Minister Alexander Dobrindt (CSU) mit, dass auch in Europa VW-Dieselmotoren manipulierte Abgaswerte aufweisen. Medienberichten zufolge rollt auf VW in den USA und Kanada eine Flut von Sammelklagen zu. Volkswagen hatte bereits eingeräumt, dass es bei insgesamt rund 11 Millionen Fahrzeugen weltweit «Abweichungen» gebe. Eine genaue und vollständige Liste der betroffenen Modelle gibt es jedoch noch nicht. Die Konkurrenten BMW und Daimler bekräftigten, eine weiße Weste zu haben. «Grundsätzlich gilt: Bei der BMW Group wird nicht manipuliert», hieß es vom Münchner Hersteller. Auch ein Daimler-Sprecher betonte, es seien keinerlei Manipulationen an den Fahrzeugen des Konzerns vorgenommen worden.

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Manager in Deutschland bleiben optimistisch - Handel erhöht Prognose

München/Düsseldorf (dpa) - Die deutsche Wirtschaft stemmt sich trotz konjunktureller Alarmsignale weiter gegen den Wind. Der Ifo-Index als wichtiges Stimmungsbarometer aus den Chefetagen der Unternehmen legte im September erneut leicht zu. Besonders der Handel geht von guten Geschäften aus und hob seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Statt mit bislang 1,5 Prozent rechnet der Handelsverband Deutschland nun für 2015 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Gedrückt wird die Stimmung der Verbraucher aber von Sorgen über den Flüchtlingsstrom. Der erneute Anstieg des Ifo-Index kam für Konjunkturexperten überraschend: Seit Monaten rechnen sie unter anderem wegen der Wirtschaftsflaute in China und anderen Schwellenländern und der Nervosität an den Finanzmärkten mit einem Stimmungsumschwung. Stattdessen legte der Index leicht auf 108,5 Punkte zu. «Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust», sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Donnerstag in München.

Holpriger Start im S&K-Betrugsprozess - Verteidiger wollen Freispruch

Frankfurt/Main (dpa) - Der Prozess gegen die mutmaßlichen Anlagebetrüger rund um die Frankfurter Immobilienfirma S&K kommt nicht in Fahrt. Bereits der erste Befangenheitsantrag gegen die Berufsrichter bremste am Donnerstag die 28. Strafkammer am Landgericht Frankfurt aus. Gesprochen wurde im voll besetzten Saal zunächst nur über Formalien, bis sich das Gericht nach mehreren Unterbrechungen auf den kommenden Dienstag (29.9.) vertagte. Der Anklagesatz mit mehr als 1700 Seiten wurde noch nicht verlesen. Das Verfahren ist einer der größten Wirtschaftsprozesse in der deutschen Justizgeschichte. Angeklagt sind die beiden S&K-Firmengründer Stephan S. (36) und Jonas K. (34) sowie vier weitere Männer wegen schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie ebensolcher Untreue.

Proteste gegen Werkverträge: Kundgebungen bei Autobauern

Sindelfingen/Leipzig (dpa) - Die IG Metall will beim Thema Werkverträge den Druck auf den Gesetzgeber erhöhen, um Missbrauch vorzubeugen. Die Gewerkschaft habe nichts gegen Flexibilität, Werkverträge oder Leiharbeit an sich, sagte der Vorsitzende Detlef Wetzel am Donnerstag bei einer Kundgebung bei Porsche in Leipzig. «Wir wenden uns aber entschieden gegen Beliebigkeit, Willkür und die Mitnahme von Extraprofiten zu Lasten der Beschäftigten (...). Wir sagen: Schluss mit billig!». An einem bundesweiten Aktionstag bei den Autobauern beteiligten sich mehrere zehntausend Beschäftigte. Kritik an den Protesten kam von den Arbeitgebern.

Forscher: Flüchtlingsstrom lässt 2016 Arbeitslosigkeit steigen

Nürnberg (dpa) - Der anhaltende Flüchtlingsstrom wird nach Experten-Einschätzung demnächst auch auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen. Für 2016 geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wegen der Flüchtlingswelle von rund 130 000 zusätzlichen arbeitslosen Flüchtlingen aus. Da wegen der guten Konjunktur aber viele eine Arbeit finden werden, rechnet das IAB am Ende im Jahresschnitt 2016 nur mit etwa 70 000 Jobsuchern mehr als in diesem Jahr. Das geht aus der am Donnerstag veröffentlichten Arbeitsmarktprognose des IAB für 2016 hervor. Für kommendes Jahr erwartet die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit insgesamt 2,87 Millionen Arbeitslose.

Abgas-Skandal lastet schwer auf Dax

Frankfurt/Main (dpa) - Befürchtungen um ein Übergreifen des Abgas-Skandals von VW auf andere Hersteller haben den Dax am Donnerstag schwer belastet. Hinzu kam ein stärkerer Euro, der den Export erschwert. Der deutsche Leitindex sackte zwischenzeitlich unter 9400 Punkte und kam damit seinem Jahrestief nahe. Am Nachmittag stand der Dax noch 1,85 Prozent tiefer bei 9434,93 Punkten. Nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei VW schreckte nun ein Medienbericht die Anleger auf, dem zufolge es auch bei Konkurrent BMW Unstimmigkeiten geben könnte. BMW wies den Bericht zurück. Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 0,45 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,01 Prozent auf 139,65 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,15 Prozent auf 156,21 Punkte. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1241 (Mittwoch: 1,1150) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8896 (0,8969) Euro.