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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Der Hammer ist gefallen - Mobilfunkauktion spielt Milliarden ein


Mainz (dpa) - Es war eine der ertragreichsten Auktionen von Mobilfunkfrequenzen in Europa der vergangenen Jahre. Für einen Preis von insgesamt 5,1 Milliarden Euro ersteigerten nach einem dreiwöchigen Bieterkampf die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica neue Frequenzen für den Ausbau des schnellen mobilen Internets in Deutschland, teilte die Bundesnetzagentur am Freitag mit. Für Handy-Nutzer ist damit ein weiterer Grundstein für mobiles Turbosurfen in den kommenden Jahren gelegt. Der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann erklärte: »Es sollte den Unternehmen möglich sein, nun zügig Investitionen in den flächendeckenden Netzausbau zu tätigen«.

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Metro-Chef erwartet mehr Investitionen durch neuen Kaufhof-Eigner

Düsseldorf (dpa) - Nach dem Zuschlag für den kanadischen Handelskonzern Hudsons's Bay (HBC) im Bieterrennen um Kaufhof rechnet Metro-Chef Olaf Koch mit deutlich höheren Investitionen in die Kölner Warenhauskette. HBC habe »ganz andere Investitionsmöglichkeiten« als Metro, sagte Koch im Gespräch mit dem Magazin »Wirtschaftswoche«. »Kaufhof wird jetzt die Aufmerksamkeit und die Mittel erhalten, die das Unternehmen verdient hat«, sagte Koch. Metro habe dagegen immer vor dem Dilemma gestanden, dass jeder Euro, den das Unternehmen in die Expansion anderer Töchter gesteckt habe, ungleich mehr Rendite erzielt habe, als ein entsprechender Einsatz bei Kaufhof. Ein Hudson's Bay-Sprecher wollte auf Anfrage keine konkreten Angaben zur Höhe der geplanten Investitionen in die Kaufhof-Häuser machen. Hudson's Bay will Kaufhof für rund 2,8 Milliarden Euro übernehmen.

Volkswagen prüft pro Jahr Hunderte Hinweise auf Unregelmäßigkeiten

Wolfsburg (dpa) - Zehn Jahre nach dem Skandal um Schmiergelder und Lustreisen auf Firmenkosten sieht sich Volkswagen gut gewappnet gegen mögliche Unregelmäßigkeiten im Unternehmen. »Wir wollen Regelverstöße möglichst von vornherein ausschließen«, sagte Frank Fabian, Chef der zuständigen Abteilung, der Deutschen Presse-Agentur. »Deshalb setzen wir stark auf Prävention.« Wenn Vorbeugung nicht helfe, ziehe VW auch Konsequenzen. 2014 verloren 72 Mitarbeiter wegen Verstößen ihren Job. Über die Regeln für die sogenannte Compliance (ethisch korrektes Handeln) wacht die VW-Konzernrevision. Deren Leiter Peter Dörfler sagte: »Wir prüfen die grundsätzlichen Abläufe im Unternehmen, darüber hinaus nehmen wir verdachtsunabhängige Kontrollen und im Verdachtsfall intensive Untersuchungen vor.«

Airbus will A400M-Auslieferungen wieder aufnehmen

München (dpa) - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will nach dem Absturz eines Militärtransporters vom Typ A400M in Kürze wieder mit der Auslieferung bestellter Maschinen beginnen. Da auch die spanischen Behörden inzwischen alle Beschränkungen aufgehoben hätten, sollen in den kommenden Tagen auch jüngst fertigstellte A400M nun an ihre Kunden übergeben werden, teile Airbus am Freitag mit. Zwar überprüfe Airbus angesichts der Verzögerungen durch den Unfall nun die Planung für die Produktion. Man wolle aber wie geplant in diesem Jahr mindestens 13 Flieger ausliefern. Anfang Mai war am Airbus-Standort Sevilla eine A400M nach dem Start abgestürzt. Dabei wurden vier Crewmitglieder getötet. Bis zur Klärung der Ursache mussten neue Maschinen in Spanien am Boden blieben, auch die Luftwaffe hatte ihre Maschine zwischenzeitlich nicht starten lassen.

Wowereit: Notbremse beim Hauptstadtflughafen besser früher gezogen

Berlin (dpa) - Der frühere Berliner Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) hat das Vorgehen des Aufsichtsrats beim missglückten Projekt Hauptstadtflughafen verteidigt. Noch bis kurz vor der Absage des Eröffnungstermins 3. Juni 2012 habe das Kontrollgremium davon ausgehen können, dass dieser eingehalten werde, sagte der damalige Aufsichtsratsvorsitzende am Freitag in Berlin im Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses. Noch bei einem Treffen am 30. März 2012 mit den Geschäftsführern Rainer Schwarz und Manfred Körtgen sei nicht zu erkennen gewesen, dass der Termin 3. Juni wegen der großen Probleme mit der Brandschutzanlage verschoben werden müsste, sagte Wowereit: »Die Geschäftsführung hat deutlich gemacht, dass sie Lösungsmöglichkeiten hatte. Die Frage war: Wie kriegen wir das gelöst?«

Bankenreform: EU-Staaten vereinbaren Abtrennung von Kundengeldern

Luxemburg (dpa) - Große Banken in der EU sollen künftig riskante Geschäfte von den Spareinlagen der Kunden abtrennen müssen. Das haben die EU-Finanzminister am Freitag in Luxemburg vereinbart. Der Schritt soll Europas Bankensystem stabiler machen und die Gelder von Privatkunden bei angeschlagenen Instituten schützen. Mit dieser Reform zieht die EU eine Lehre aus der Bankenkrise. Der Vorschlag wird aber erst dann Gesetz, wenn das Europaparlament zustimmt. Die EU-Staaten müssen deshalb in den nächsten Monaten einen Kompromiss mit den Abgeordneten finden. Banken sollen somit ihren Eigenhandel abgrenzen. Die Regeln sollen nur für große Institute gelten, die relevant für das gesamte Bankensystem sind. Geldhäuser mit weniger als 35 Milliarden Euro Einlagen von Privatanlegern sollen ausgenommen sein.

Poststreik: Unternehmen will Herausgabe liegengebliebener Sendungen

Köln/Bonn (dpa) - Vor dem Hintergrund des seit fast zwei Wochen andauernden Poststreiks will das Kölner Unternehmen Studimed per einstweiliger Verfügung die Herausgabe liegengebliebener Sendungen erzwingen. Durch fehlende Post sehe sich die Firma, die auf die Vermittlung von Medizin-Studienplätzen an ausländischen Universitäten spezialisiert ist, in ihrer Existenz bedroht, teilte Studimed mit.In einem konkreten Fall gehe es etwa um die zum Monatsende ablaufende Frist für eine Bewerbung um einen Studienplatz in Litauen, sagte Studimed-Geschäftsführer Hendrik Loll am Freitag. Da beglaubigte Originalunterlagen eingereicht werden müssten, sei man dringend auf die Post angewiesen. Für die Unterstützung in den Bewerbungsverfahren berechne das Unternehmen jeweils Kosten zwischen 5000 und 19 000 Euro. In dem konkreten Fall gehe es um 6000 Euro. Eine Sprecherin des Kölner Amtsgerichts bestätigte am Freitag den Eingang des Antrags.

Daimler verkauft ostdeutsche Mercedes-Niederlassungen an Chinesen

Stuttgart (dpa) - Der Autobauer Daimler hat seine ostdeutschen Mercedes-Niederlassungen verkauft. Eine deutsche Tochterfirma des chinesischen Konzerns Lei Shing Hong (LSH) übernimmt die 15 Standorte mit rund 1200 Mitarbeitern in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wie Daimler am Freitag in Stuttgart mitteilte. Nur die Berliner Verkaufsfiliale bleibt in Ostdeutschland in Daimler-Hand. Der Autobauer arbeitet bereits seit langem mit dem chinesischen Vertriebsspezialisten zusammen, nach Kooperationen in Asien erfolgte Ende 2014 die LSH-Übernahme von drei Mercedes-Benz-Standorten in Thüringen.

Dax gibt Gewinne komplett ab

Frankfurt/Main (dpa) - Dem Dax ist am »Hexensabbat« die Luft ausgegangen. Zunächst hatte der deutsche Leitindex am Freitag noch deutlich an seine Vortageserholung anknüpfen können, doch am Nachmittag drehte er ins Minus. Für Bewegung sorgte neben dem Thema Griechenland auch der große Verfallstermin an den internationalen Options- und Future-Märkten, der sogenannte Hexensabbat: »Am Markt zeigte sich eine erste Abkühlung nach Abrechnung der Indizes am Mittag«, sagte Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner. Der Dax büßte zuletzt 0,11 Prozent auf 11 087,75 Punkte ein. Damit zeichnete sich die vierte Verlustwoche in Folge ab, nachdem das Börsenbarometer am Mittag mit 11 246 Punkten noch eine knapp positive Bilanz vorweisen konnte. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es am Freitag noch um 0,45 Prozent auf 19 611,23 Punkte nach oben, das Technologiebarometer TecDax trat bei 1638,18 Punkten auf der Stelle. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 stieg um 0,41 Prozent.