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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

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Urteil: Note 3 beschreibt durchschnittliche Arbeitsleistung


Erfurt (dpa) - Das Bundesarbeitsgericht hat die Hoffnung vieler Beschäftigter enttäuscht, sich künftig leichter eine bessere Gesamtbewertung im Arbeitszeugnis zu erstreiten. Die Formulierung «zur vollen Zufriedenheit», die der Note 3 entspricht, beschreibe weiterhin eine durchschnittliche Leistung, entschied der 9. Senat am Dienstag in Erfurt. Wolle ein Mitarbeiter eine bessere Bewertung, müsse er genaue Gründe dafür darlegen. Das gelte auch, wenn in einer Branche gute und sehr gute Beurteilungen gang und gäbe seien. Geklagt hatte eine 25-Jährige gegen ihren früheren Arbeitgeber. Sie hatte ein Jahr am Empfang einer Berliner Zahnarztpraxis gearbeitet und gekündigt, weil sie nach Angaben ihres Anwalts Klaus Plambeck unzufrieden mit ihrem Arbeitgeber war.

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Bahngewerkschaft macht vor Spitzengespräch Druck auf GDL

Berlin/Frankfurt (dpa) - Vor einem Spitzengespräch über den Tarifkonflikt bei der Bahn hat die größere Gewerkschaft EVG den Druck auf die kleinere Lokführergewerkschaft GDL erhöht. «Gemeinsame Verhandlungen machen nur dann Sinn, wenn damit auch die gleichen Ziele verfolgt werden», sagte der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Alexander Kircher, am Dienstag. Ergebnisse des Treffens mit Kirchner, GDL-Chef Claus Weselsky und Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber wurden frühestens am Dienstagabend erwartet. Keiner der drei Beteiligten wollte Ort und Zeit des Treffens nennen.

Gericht erlaubt Frage nach Zugehörigkeit zu Gewerkschaft

Erfurt (dpa) - Arbeitgeber haben unter Umständen das Recht, ihre Beschäftigten nach der Zugehörigkeit zu einer Gewerkschaft zu fragen. Das hat das Bundesarbeitsgericht am Dienstag in Erfurt entschieden. Die Richter lehnten den Antrag der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ab, dem Arbeitgeber eine solche Frage generell zu untersagen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Eine entsprechende Klage auf Unterlassung gegen die Stadtwerke München wurde abgewiesen. Im konkreten Fall aus dem Jahr 2010 hatten die Stadtwerke als Betreiber des Nahverkehrs ihre Mitarbeiter aufgefordert mitzuteilen, ob sie GDL-Mitglied sind.

«Ungünstige Aussichten» für Middelhoff-Klage gegen Bank

Köln (dpa) - Dem Manager Thomas Middelhoff könnte eine neue gerichtliche Niederlage bevorstehen. Das Kölner Landgericht sieht in einem von ihm angestrengten Zivilprozess gegen die Bank Sal. Oppenheim «nach derzeitigem Sach- und Streitstand recht ungünstige Aussichten». Der Vorsitzende Richter Stefan Singbartl sagte am Dienstag zu Beginn des Verfahrens, er habe «ziemliche Probleme mit der Substanz des klägerischen Vortrags». Die Entscheidung soll am 3. Februar verkündet werden. Middelhoff, der ehemalige Chef des Arcandor-Konzerns (Karstadt/Quelle), fordert in dem Verfahren zusammen mit seiner Ehefrau laut Gericht eine Summe von gut 100 Millionen Euro. Er sei falsch beraten worden und will deshalb Schadensersatz.

DHL zufrieden mit Flügen von Paket-Drohne zur Insel Juist

Norddeich (dpa) - Die ersten Versuchsflüge einer DHL-Paketdrohne vom Festland zur Insel Juist sind aus Sicht der Deutschen Post erfolgreich verlaufen. Bei 20 Flügen habe es keine Störungen gegeben, sagte der DHL-Paketchef für Deutschland und Europa, Andrey Busch, am Dienstag im ostfriesischen Norddeich. Das unbemannte Fluggerät habe die 12 Kilometer lange Strecke zur Insel auch bei Dunkelheit, Regen und Nebel zurückgelegt und Medikamente transportiert. Die positiven Ergebnisse des Forschungsprojektes seien eine solide Basis für weitere Planungen von Drohnen-Einsätzen in unwegsamen Gebieten. Konkrete Folgeprojekte gebe es jedoch derzeit nicht, sagte Busch.

Sixt steuert mit Carsharing auf die Gewinnzone zu

München (dpa) - Deutschlands größter Autovermieter Sixt will mit seinem stark wachsenden Carsharing-Anbieter «DriveNow» schon bald Gewinne einfahren. Das Gemeinschaftsunternehmen mit BMW entwickele sich rasant und solle in den nächsten Jahren in weiteren Städten ausgebaut werden, sagte Konzernchef Erich Sixt am Dienstag in München. «Das ist eine einzige Überraschung - ich hätte nie gedacht, dass sich das so positiv entwickelt.» Auf operativer Basis sei das Unternehmen mit mittlerweile mehr als 350 000 registrierten Nutzern schon profitabel - künftig sollen auch unterm Strich schwarze Zahlen stehen. Vor wenigen Wochen hatte «DriveNow» in Wien den ersten Auslandsstandort eröffnet. Auch den Eintritt in den US-Markt schließt Sixt nicht aus.

Easyjet fliegt mehr Gewinn ein - Treueprogramm gestartet

London (dpa) - Der britische Billigflieger Easyjet hat im vergangenen Geschäftsjahr trotz der Konflikte in Osteuropa und im Nahen Osten erneut mehr Gewinn gemacht. Unterm Strich verdiente der Ryanair-Konkurrent im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 450 Millionen Pfund (564 Mio Euro), wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Easyjet stehe auf dem umkämpften Markt gut da und könne sich sowohl gegen die Billig-Konkurrenz als auch gegen die großen Fluggesellschaften behaupten, sagte Vorstandschefin Carolyn McCall.

Uber-Manager bringt Schmutzkampagne gegen Journalisten ins Gespräch

New York (dpa) - Der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber sorgt erneut für Negativ-Schlagzeilen: Ein Top-Manager löste Empörung mit Gedankenspielen über Schmutzkampagnen gegen kritische Reporter aus. Emil Michael, der bei Uber für das operative Geschäft zuständig ist, dachte bei einer Veranstaltung laut darüber nach, das Privatleben von Journalisten auszuforschen. Das könne Uber helfen, gegen unliebsame Medien zu kämpfen, sagte er einem Medienbericht zufolge. Am Dienstag entschuldigte Michael sich. «Weder ich noch mein Unternehmen würden jemals zu einem solchen Vorgehen greifen», versicherte er im Kurznachrichtendienst Twitter. Eine Sprecherin von Uber erklärte, das Unternehmen habe Journalisten nicht ausgeforscht.

Dax profitiert von starken Auslandsbörsen und guten Konjunkturdaten

Frankfurt/Main (dpa) - Positive Impulse von ausländischen Börsen und gute heimische Konjunkturdaten haben den Dax am Dienstag angetrieben. Am Nachmittag notierte der deutsche Leitindex 1,16 Prozent im Plus bei 9414,63 Punkten. Er knüpfte damit an seinen guten Wochenstart an. Sowohl die Aktienmärkte in den USA als auch in Japan hatten sich zuvor gut entwickelt. Überraschend gestiegene US-Erzeugerpreise ließen den deutschen Leitindex dagegen kalt. Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,65 Prozent am Vortag auf 0,66 Prozent. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2514 (Montag: 1,2496) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7991 (0,8003) Euro.