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dpa-Nachrichtenüberblick Wirtschaft

Draghi: Noch «langer Weg» durch Schuldenkrise zu gehen


Nikosia (dpa) - Die Euro-Schuldenkrise ist nach Einschätzung von EZB-Präsident Mario Draghi noch lange nicht durchgestanden. «Wir haben erste Anzeichen einer normalen Situation, aber wir haben noch einen langen Weg zu gehen», sagte Draghi am Freitag in Nikosia nach Beratungen mit den Euro-Finanzministern. Die jüngste Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Anleihen von Krisenländern zu kaufen, habe nicht allein zur aktuellen Beruhigung der Lage beigetragen. Es sei die Kombination aller getroffenen Maßnahmen gewesen, die einen positiven Effekt auf die Finanzmärkte gehabt habe. Unterdessen hat im vom Bankrott bedrohten Euroland Portugal die stärkste Oppositionskraft dem Sparprogramm der Mitte-Rechts-Regierung ihre Unterstützung entzogen.

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Für den Fall einer EADS/BAE-Fusion: Regierung prüft Veto-Recht

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung prüft nach Angaben des Wirtschaftsministeriums, ob und welche Veto-Rechte sie im Fall des Zustandekommens einer Fusion des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS und der britischen BAE Systems hat. «Das ist ganz eindeutig eine sehr komplexe Transaktion mit Implikationen für die Sicherheitspolitik, für die Industriepolitik, sie wird also geprüft», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums ergänzte, geprüft würden unter anderem Standortfragen, Fragen der Balance und ein mögliches Veto-Recht.

Inflation in Eurozone auf 2,6 Prozent gestiegen

Luxemburg (dpa) - In der Eurozone hat sich der Preisauftrieb im August verstärkt. Die Inflationsrate, ermittelt nach dem Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), stieg von 2,4 Prozent im Vormonat auf 2,6 Prozent. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit und bestätigte damit vorläufige Zahlen. Der Anstieg war den Daten zufolge vor allem auf höhere Energiepreise zurückzuführen. Die Teuerung im Euroraum entfernt sich damit vom Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Rate von knapp zwei Prozent anstrebt. Dieses Ziel hat sie seit Ende 2010 nicht mehr erreicht.

VW-Konzern kann noch einen Gang zulegen - doch Westeuropa bremst

Wolfsburg (dpa) - Die schwere Absatzkrise in Westeuropa kann den VW-Konzern wegen des weiterhin brummenden Geschäfts in anderen Teilen der Welt nicht stoppen. Bis Ende August lieferten die Pkw-Marken und leichten Nutzfahrzeuge des größten europäischen Autobauers in diesem Jahr insgesamt 5,91 Millionen Wagen aus. Dies entsprach einem Plus von 10,2 Prozent im Vergleich zu den ersten acht Monaten 2011, teilten die Wolfsburger am Freitag mit. Die massive Kaufzurückhaltung in vielen süd- und westeuropäischen Ländern infolge der Schuldenkrise macht jedoch nach wie vor auch Volkswagen arg zu schaffen.

Rheinmetall bläst Börsengang der Autosparte ab - Option für Zukunft

Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Rüstungshersteller Rheinmetall bläst den Börsengang seiner Autosparte KSPG vorerst ab. Aufgrund der nach wie vor hohen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten in der Eurozone sehe man für einen überschaubaren Zeitraum keine Voraussetzungen für einen Börsengang von KSPG, teilte die Rheinmetall AG am Freitag in Düsseldorf mit. Ein Börsengang von KSPG bleibe aber eine Option für die Zukunft, «wenn mit Blick auf die Märkte das erforderliche Maß an nachhaltiger Stabilität gegeben sei».

Flughafen-Geschäftsführung soll um Finanzchef erweitert werden

Berlin (dpa) - Die Geschäftsführung der Berliner Flughafengesellschaft soll erweitert werden. Wie die Nachrichtenagentur dpa am Freitag erfuhr, erwägen die Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg, einen zusätzlichen Geschäftsführer für Finanzen zu berufen. Er würde den in die Kritik geratenen Sprecher der Geschäftsführung Rainer Schwarz, und den Technik-Geschäftsführer Horst Amann unterstützen. Zuvor hatte die «Rheinische Post» (Samstag) berichtet, Schwarz solle künftig nicht mehr als Sprecher der Geschäftsführung fungieren. Dafür gab es zunächst keine Bestätigung.

US-Notenbank hievt Dax auf 14-Monatshoch

Frankfurt/Main (dpa) - Eine weitere geldpolitische Lockerung in den USA hat den Dax am Freitag auf 7428 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit Juli 2011 gehievt. Die US-Notenbank Fed hatte am Vorabend eine dritte Runde von Wertpapierkäufen gestartet und Fed-Chef Ben Bernanke ließ noch Raum für zusätzliche Maßnahmen. Der Dax knüpfte an seine Anfang September beschleunigte Aufwärtsbewegung an und stand am Nachmittag 1,44 Prozent höher bei 7415 Punkten. Der MDax legte zuletzt 1,96 Prozent auf 11234 Punkte zu und ist damit nur noch knapp 250 Punkte von seinem Rekordhoch entfernt. Der TecDax gewann unter Führung der Solarwerte um 1,10 Prozent auf 815 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3095 (1,2910) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7637 (0,7746) Euro.