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dpa-Nachrichtenüberblick Politik

Mindestens 70 Tote bei Kämpfen in Ägypten

Kairo (dpa) - Bei den Protesten von Islamisten in Ägypten sind mindestens 70 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer gab es am Rande der zentralen Kundgebung am Ramses-Platz in der Innenstadt von Kairo. Der Muslimbruderschaft zufolge erschoss die Polizei hier 45 Demonstranten. Beamte des Innenministeriums erklärten hingegen, Dutzende Demonstranten hätten eine nahe gelegene Polizeistation attackiert. Daraufhin sei ein Gefecht mit Feuerwaffen auf beiden Seiten entbrannt, bei dem mehrere unbeteiligte Zivilisten getötet worden seien.

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Bundesregierung zieht Konsequenzen aus Gewalt in Ägypten

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat erste Konsequenzen aus der Gewalteskalation in Ägypten gezogen. Sie schränkte ihre Hilfszahlungen für das Krisenland ein und riet für das komplette Staatsgebiet von Reisen ab. Die meisten deutschen Veranstalter sagten daraufhin ihre Reisen in die Urlaubsgebiete am Roten Meer bis Mitte September ab. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte nach einem Telefonat mit dem französischen Staatspräsidenten François Hollande an, die Beziehungen zu Ägypten auf nationaler und EU-Ebene grundsätzlich auf den Prüfstand stellen zu wollen.

Zahl der Toten steigt nach Anschlag in Hisbollah-Hochburg auf 22

Beirut (dpa) - Nach dem verheerenden Bombenanschlag in einem Vorort von Beirut ist die Zahl der Toten auf 22 gestiegen. Nach Angaben von Innenminister Marwan Charbel wurden bei der Detonation in der Hochburg der Schiiten-Bewegung Hisbollah zudem 290 Menschen verletzt. Im Libanon gilt heute Staatstrauer. Präsident Michel Suleiman sagte, der Anschlag trage «die Handschrift von Terrorismus und Israel». Der israelische Staatspräsident Schimon Peres wies diese Anschuldigung zurück.

Hilfe für Opfer sexuellen Missbrauchs - Bund-Länder-Streit ums Geld

Berlin (dpa) - Auch nach eineinhalb Jahren ist im Bund-Länder Streit um die Finanzierung des millionenschweren Opferfonds Sexueller Missbrauch noch keine Einigung in Sicht. Finanzstarke Bundesländer wiesen die Forderung von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zurück, sich am Fonds zu beteiligen, oder stellten Bedingungen. Schröder sagte der dpa. Wo der Bund die finanzielle Verantwortung trage, könnten Zahlungen schon jetzt problemfrei erfolgen. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern habe sich noch kein Land zur Einzahlung seines Anteils am Hilfsfonds für den familiären Bereich bereiterklärt.

Statistisches Bundesamt: Einnahmen der Ärzte steigen deutlich

Wiesbaden (dpa) - Niedergelassene Ärzte haben im Laufe der vergangenen Jahre deutlich mehr eingenommen, allerdings mussten sie für Praxis und Personal nach jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes auch mehr ausgeben. Im Vergleich kassierte eine Praxis 2011 mit 483 000 Euro 21 Prozent mehr als noch 2007, teilt das Statistische Bundesamt mit. Laut Statistik lag der Reinertrag bei 234 000 Euro pro Jahr und Praxis. Eine Praxis war 2011 allerdings auch um einiges teurer als in den Jahren zuvor: Die Kosten sind im gleichen Zeitraum um rund 21 Prozent auf 249 000 Euro gestiegen

Zeitung: NSA hat tausendfach Kompetenzen überschritten

Washington (dpa) - Der US-Geheimdienst NSA soll nach einem Bericht der «Washington Post» seit 2008 jedes Jahr tausendfach Datenschutzregeln gebrochen oder seine Kompetenzen überschritten haben. Das berichtet das Blatt unter Berufung auf eine interne Untersuchung und andere streng geheime Dokumente. Die Unterlagen habe die Zeitung am Sommeranfang von dem früheren NSA-Mitarbeiter Edward Snowden bekommen. Die meisten der Vorstöße gegen die Vollmachten, habe es bei der nicht genehmigten Überwachung von Amerikanern oder anderen Zielen in den USA gegeben.