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dpa-Nachrichtenüberblick Politik

Millionen Afghanen trotzen bei Präsidentenwahl allen Gefahren

Kabul (dpa) - Millionen Afghanen haben allen Angriffen und Drohungen der Taliban getrotzt und einen Nachfolger für Präsident Karsai gewählt. Bei der historischen Stichwahl traten Ex-Außenminister Abdullah sowie der frühere Finanzminister Ghani gegeneinander an. Es handelt sich um die erste demokratische Machtübergabe in der Geschichte des Landes. Das vorläufige Wahlergebnis wird erst Anfang Juli verkündet. Den Taliban gelang es nicht, die Wahl maßgeblich zu stören. Bei einem Raketenbeschuss in der ostafghanischen Provinz Chost wurden jedoch nach Angaben der Behörden fünf Kinder getötet.

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Irak meldet 200 getötete Isis-Kämpfer bei Luftangriffen in Baidschi

Bagdad (dpa) - Die irakische Luftwaffe hat angeblich über 200 Isis-Kämpfer bei Angriffen im Nordirak getötet. Die Angriffe sollen auf Stellungen in der nordirakischen Stadt Baidschi erfolgt sein. Die Stadt war am Mittwoch von Isis-Kämpfern eingenommen worden. Zuvor hatte Isis Mossul im Nordirak erobert und war weiter Richtung Süden vorgedrungen. Die Dschihadisten kamen bis auf 60 Kilometer an Bagdad heran. Die irakische Armee gibt an, die Kämpfer aus vielen eroberten Provinzen zurückgedrängt zu haben.

Weitere Tote bei Kämpfen in Ukraine

Kiew (dpa) - Bei neuen schweren Gefechten zwischen Separatisten und Regierungseinheiten sind in der Ukraine mindestens vier Menschen getötet und zehn verletzt worden. In der Hafenstadt Mariupol hätten prorussische Aufständische mit Granatwerfern auf eine Kolonne des Grenzschutzes gefeuert, teilten die Behörden mit. In der Nacht hatten die Separatisten in Lugansk ein Transportflugzeug abgeschossen, dabei starben nach offiziellen Angaben 49 Soldaten. Währenddessen haben die Separatisten weitere mehrere OSZE-Beobachter in ihrer Gewalt - die «Bild» berichtet, dass darunter auch eine Deutsche ist.

Ukraine und Russland nehmen neuen Anlauf zur Lösung des Gasstreits

Moskau/Brüssel (dpa) - Russland und die Ukraine bemühen sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums an diesem Montag weiter um eine Lösung im Gasstreit. Vertreter beider Seiten wollten am Samstagabend in Kiew zu Verhandlungen zusammenkommen, teilte ein Sprecher des Gazprom-Konzerns mit. Wie bei vorherigen Gesprächsrunden sollte an dem Treffen auch EU-Energiekommissar Oettinger teilnehmen. Von der EU-Kommission in Brüssel heißt es, es gelte, eine Lösung für «stabile Lieferungen» zu finden. Gazprom betonte, Russland sei zu «Kompromissen» bereit, man lasse sich aber nicht drängen.

Gauck: Deutschland muss notfalls zu den Waffen greifen

Berlin (dpa) - Bundespräsident Gauck sieht Deutschland bei der Übernahme von mehr internationaler Verantwortung in der Pflicht, notfalls auch militärische Mittel einzusetzen. Es gehe dabei nicht um ein «deutsches Dominanzgebaren» wie in vergangenen Jahrhunderten, sagte Gauck im Deutschlandradio Kultur. Das Gegenteil sei gemeint. Es sei im Verbund mit denen, die in der Europäischen Union oder in der Nato mit Deutschland zusammengingen, ein Ja zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen. Die Linke reagierte mit Kritik.

Allensbach-Umfrage: Hohe Zustimmung für Energiewende

Berlin (dpa) - Trotz hoher Strompreise steht eine deutliche Mehrheit der Deutschen klar hinter der Energiewende und dem Atomausstieg bis zum Jahr 2022. Nach einer neuen Umfrage des Allensbach-Instituts liegt die Zustimmung der Bürger zur Energiewende stabil bei 70 Prozent. Nur 15 Prozent halten demnach den eingeschlagenen Weg für falsch. Gerade einmal 22 Prozent der Bürger fürchten Engpässe bei der Energieversorgung, 18 Prozent halten Stromausfälle für denkbar. Dass die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen leiden könnte, glauben nur 17 Prozent der Bürger.