weather-image
29°

Doppelhäuser sparen Baugrund: Nachverdichtung liegt Bauausschuss am Herzen

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Hier am Stettener Weg in Teisendorf stehen bereits Mehrfamilienhäuser, die zum Einsparen der raren Baugründe und zur Eindämmung des Flächenfraßes beitragen. Eine dichtere Bebauung als Alternative zum Einfamilienhaus soll auch in neuen Bebauungsplänen möglich sein. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – »Natürlich sind in unserer Region Einfamilienhäuser etabliert, aber ist der Grundverbrauch notwendig und auf Dauer trag- und leistbar?« – diese Frage warf Gemeinderat Markus Putzhammer (CSU) in einem Antrag im Gemeinderat auf.


Sein Ziel: Verringerung des Flächenverbrauchs in neuen Baugebieten und Nachverdichtung in bestehenden Gebieten, um dem Flächenfraß Einhalt zu gebieten. Der Bauauschuss behandelte nun den Antrag.

Anzeige

Die Ressource Baugrund kann nach Putzhammers Ansicht nur durch verstärktes Bauen in die Höhe geschützt werden, nach dem Motto »Weg von den Kniestockhäusern, dafür Doppelhaushälften«. Ein Doppelhaus mit dem Grundriss 18 mal 10 Meter (9 mal 10 Meter pro Hälfte) biete Platz für zwei Familien oder für Mehrgenerationenwohnen, zum Beispiel mit einer Wohnung für den Altenteil Parterre und einer Wohnung für die junge Familie in den Obergeschoßen. »Es sollte geprüft werden, ob es Geld vom Staat aus Förderprogrammen gibt«, ergänzte der Antragsteller.

Östlich von Schödling sind Doppelhäuser möglich

Bauamtsleiter Theo Steinbacher schrieb in seiner Stellungnahme, der Markt Teisendorf könne nur im Rahmen der Bauleitplanung auf die angesprochenen Themen Einfluss nehmen. Im Entwurf zur Bebauung des Baugebiets östlich von Schödling sei bereits eine flächenschonende Bebauung vorgesehen. Dazu ergänzte Steinbacher, in neuen Bebauungsplänen seien die Baufenster freier gestaltbar und sowohl Einzel- als auch Doppelhäuser möglich. Momentan gebe es allerdings wenig Nachfrage nach Doppelhäusern: Solche seien jeweils in den letzten Baugebieten Oberwurzen und Rückstetten vergebens angeboten worden. Sowohl Steinbacher als auch Bürgermeister Thomas Gasser gehen jedoch davon aus, dass sich dies demnächst ändert.

Zum Thema Dachgeschoßausbau erläuterte Steinbacher, schon seit geraumer Zeit würden, sofern städtebaulich möglich, zwei Vollgeschoße erlaubt; eine Unterschreitung liege jedoch im Ermessen des jeweiligen Bauherren. Ein Mehrgenerationenhaus sei »natürlich gesellschaftlich wünschenswert«, könne dem Bauherren jedoch nicht vorgeschrieben werden.

Auf Bauwerber beratend einwirken

Dritter Bürgermeister Gernot Daxer (CSU) empfahl, als Gemeinde hier den rechtlichen Rahmen auszuschöpfen und auf Bauwerber im Sinne des flächenschonenden Bauens beratend einzuwirken. Seniorenreferentin Sissy Lang (FWG) regte an, Bürger auch dazu zu inspirieren, gleich altersgerecht zu bauen, zum Beispiel mit breiteren Türen. Alois Stadler (FWG) wünschte sich, Dachgauben für den Dachgeschoßausbau zuzulassen. In neuen Bebauungsplänen ist das laut Steinbacher bereits enthalten.

Für den sozialen Wohnungsbau gibt es laut Bauamtsleiter mehrere Förderprogramme und steuerliche Erleichterungen. Welche Programme zum Tragen kämen, hänge vom Einzelfall ab. Bei der Einholung von Informationen hierzu seien den Bürgern das Bauamt sowie die heimischen Banken behilflich.

Steinbacher und Gasser wiesen auch darauf hin, dass der Bayerische Verwaltungsgerichtshof das von Grünen, ÖDP und Umweltschutzverbänden initiierte Volksbegehren gegen den Flächenfraß im Juni nicht zugelassen habe trotz Vorlage der benötigten 25 000 Unterschriften, da er die kommunale Planungshoheit unzulässig eingeschränkt sah. »Wir lassen diese Planungshoheit nicht einschränken, aber sind schon der Meinung, dass man möglichst flächenschonend bauen sollte«, meinte Gasser dazu.

Gemeinderat nur noch kurz informieren

Ein Beschluss wurde nicht gefasst, doch alle Redner begrüßten Putzhammers Anliegen. Er zeigte sich zufrieden mit der Behandlung des Antrags, sodass sich der Gemeinderat nicht mehr damit befassen muss, sondern nur noch kurz über dessen erfolgte Behandlung informiert wird.

Das Problem sind seiner Meinung nach vor allem alte Pläne aus den 60er und 70er Jahren mit Grundstücken von 1000 bis 1200 Quadratmeter Größe und einem Einfamilienhaus mittendrin. Die Modifizierung und das Aufstocken der Bebauung solle auch dort unkompliziert möglich sein, wünschte er sich. »Wir haben die Möglichkeit, dass wir das dann im Einzelfall entscheiden«, sagte Steinbacher zu diesem Anliegen. vm