weather-image
14°

Doku »Circus of Books« und andere Streaming-Tipps

0.0
0.0
Netflix-Doku "Circus of Books"
Bildtext einblenden
Karen und Barry Mason in der Netflix-Dokumentation «Circus of Books». Foto: --/Netflix/dpa Foto: dpa

Berlin (dpa) - Die Kinos sind geschlossen und wer kann, sollte zuhause bleiben - das heißt für viele: Das Fernsehen und digitale Angebote bekommen eine ganz neue Bedeutung.


DIGITAL DOKU: Ein jüdisches Ehepaar betreibt über Jahrzehnte hinweg ein Pornogeschäft für die Schwulenszene von Los Angeles - ohne, dass seine drei Kinder oder Freunde davon wussten. »Unsere Eltern haben einen Buchladen«, lautete die offizielle Version. Diese spannende Geschichte rollt nun die Tochter Rachel Mason in der Netflix-Dokumentation »Circus of Books« auf. Wie kam es überhaupt dazu, dass ihre Eltern in dieses Business einstiegen? Dazu interviewt Mason auch »Hustler«-Herausgeber Larry Flynt sowie die einstige Schwulen-Porno-Ikone Jeff Stryker. Einige Aspekte kommen dabei zwar zu kurz und werden von der Regisseurin etwas zu oberflächlich behandelt. Dennoch würdigt die von Ryan Murphy produzierte Doku die - teilweise auch riskante - Arbeit des Paares und fügt der Geschichte der Homosexuellenbewegung eine ungewöhnliche Facette hinzu.

Anzeige

DIGITAL SERIE: Britische Serien sind oft diverser und queerer als deutsche - auch die Netflix-Miniserie »Feel Good« mit sechs Folgen à 25 Minuten ist ein Beweis dafür. Die kanadische Komikerin Mae (Mae Martin) verliebt sich darin in die Londoner Lehrerin George (Charlotte Ritchie) und zieht bei ihr ein. Zur ersten Erschütterung kommt es, als Maes Mutter (Lisa Kudrow) ihre Tochter bei einem Videochat fragt, ob sie schon eine neue Selbsthilfegruppe gefunden habe. Die mithörende George ist verwirrt. Mae, die als Stand-up-Künstlerin in einem Comedy-Club arbeitet, hatte ihr verschwiegen, lange kokainsüchtig und sogar Dealerin gewesen zu sein. Mae sucht sich eine Gruppe und die Ereignisse nehmen ihren Lauf. George, die bislang hetero lebte und mit ihrem Lesbischsein kämpft, belügt ihre Freunde und hat Angst vorm Coming-out. Selten hat man eine so leichtfüßige Serie über so schwere Probleme wie Homophobie und Suchterkrankungen gesehen. Sehr überzeugend geht es hier ums Hadern mit Suchtdruck, Selbstzweifeln und Vertrauen - in diesen Tagen der Corona-Krise, in denen viele psychisch unter Druck geraten und getriggert werden könnten, eine durchaus tröstende Serie.

FÜR KINDER UND FAMILIE: Märchen ziemlich schräg erzählt, das gibt es derzeit in der ZDF-Mediathek. Noch bis zum 12. Mai läuft dort der Zweiteiler »Es war einmal... nach Roald Dahl«. Der britische Autor ist berühmt für seinen schwarzen Humor. Der erste Film verbindet »Schneewittchen«, »Rotkäppchen« und »Die drei kleinen Schweinchen« zu einer halbstündigen, vergnüglichen Geschichte. Eine besondere Rolle spielt der Wolf. In Teil zwei geht es um »Jack und die Bohnenstange« und um ein pubertäres »Aschenputtel«, das unbedingt auf den Ball will: »Da ist 'ne Disco in der Halle und außer mir sind dort heut - alle!«. Zudem sind die Animationsfilme mit prominenten Sprechern besetzt, unter anderem mit Christoph Maria Herbst, Katharina Thalbach oder Eva Mattes.

Es war einmal... nach Roald Dahl