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Dilemma Tristramschlucht

Bischofswiesen – Offiziell ist die Tristramschlucht seit Langem für Wanderer gesperrt. Doch seit dem Hochwasser im Juni gibt es dort ohnehin kaum noch ein Durchkommen. Eine Mure hängt im Fangzaun, der wie geplant nachgegeben und die benachbarte Bahnstrecke geschützt hat. Wie es weitergeht, ist derzeit unklar.

Die Mure hängt mit vielen Tonnen Gewicht im Fangzaun, der wie gewollt nachgegeben hat. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Im alpinen Gelände ist ein Risiko für Murenabgänge, Steinschlag oder Lawinen- und Eisstürze nie auszuschließen. Schon von daher werden gefährdete Streckenabschnitte durch Fangzäune und dergleichen gesichert. Die Würzburger Firma Königl sei vielen Jahren auch im Berchtesgadener Land als Unternehmen bekannt, das aktive und passive Schutzeinrichtungen an Bahnstrecken sowie Straßen baut. So arbeiteten Spezialisten der Firma sowohl am Ramsauer Felsentor als auch in Unterjettenberg an der Weißwand und am Kälbergraben.

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Das jüngste Projekt war die Felssicherung an der Bahnstrecke zwischen Bischofswiesen und Berchtesgaden im Bereich der Tristramschlucht. Dort ist beim Jahrhunderthochwasser Anfang Juni eine großflächige Mure in den von der Firma Königl gebauten Fangzaun gerutscht. Wie berechnet, gab der Fangzaun nach, der Gleiskörper blieb dabei verschont. Um nun jedoch die Gleisanlage und damit auch die Menschen im Zug vor einem möglichen weiteren Murenabgang nachhaltig zu schützen, müsste der Fangzaun wieder instand gesetzt werden. Informiert wurde die Firma Königl von der Deutschen Bahn bisher jedoch noch nicht.

Die Gemeinde Bischofswiesen würde den beliebten schattigen Wanderweg nach dem Gmundberg und dem Tristramgraben auf ihrem Gemeindegebiet gerne wieder freigeben. Doch Teile des Weges führen über Grundstücke der Deutschen Bahn. Weil die Fußgänger dort permanent einer von den Bahngrundstücken ausgehenden Steinschlaggefährdung ausgesetzt sind, ist eine Freigabe durch die Gemeinde leider nicht möglich. Die Deutsche Bahn weigert sich bisher, ihren Sicherungspflichten als Grundstückseigentümer nachzukommen, und so liegt die Angelegenheit seit Jahren bei den zuständigen Gerichten zur Entscheidung. Christian Wechslinger