Diebstahl in Schönauer Supermarkt: Acht Monate Haftstrafe für 28-Jährigen

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Der 28-jährige Angeklagte bekam keine Bewährung, da er bereits achtfach vorbestraft war – davon sechsmal einschlägig. (Archivfoto: Hannes Höfer)

Schönau a.K. / Laufen – Mindestens dreimal hatte der 28-Jährige seinen Einkaufswagen befüllt und versucht, ohne Bezahlung den Schönauer Einkaufsmarkt zu verlassen. Als Grund für den vollendeten und die zwei versuchten Diebstähle nannte der Hotelfachmann Geldmangel in Corona-Zeiten. Sein Problem: Die vielen einschlägigen Vorstrafen. Eine Bewährung gab es daher nicht mehr. Das Urteil am Laufener Amtsgericht lautete eine Haftstrafe für acht Monate.


Die Wohnung war nach dem Verlust der Arbeitsstelle für den Angeklagten zu teuer. Zum Leben hatte er nurmehr Arbeitslosengeld von 200 Euro. Das nannte der 28-Jährige als Grund für die Taten im Februar und im Mai. Einmal soll er Waren für mindestens 50 Euro in den Einkaufswagen gepackt haben, ein andermal im Wert von 188 Euro und schließlich noch Getränke zum Preis von knapp 20 Euro. Im Bekanntenkreis soll der Mann damit geprahlt haben, wie leicht es doch sei, die Waren ins Freie zu schaffen. Das bestritt Verteidiger Rechtsanwalt Hans Hafner. Sein Mandant soll lediglich geäußert haben, man könne das mal versuchen.

Ein Beamter der Polizeiinspektion Berchtesgaden schilderte, dass der Mann beim Personal des Marktes durchaus bekannt sei. Der 28-Jährige ist achtfach vorbestraft, davon sechsmal einschlägig. Aber auch wegen Betäubungsmitteldelikten. Sechs Monate hatte er hinter Gittern verbracht. Zuletzt hatte er eine Probe »Fake-Urin« abgegeben, also den eigenen Urin durch eine andere Flüssigkeit ersetzt, um seinen Cannabis-Rückfall zu verschleiern.

»Doppelt offene und einschlägige Bewährung«, konstatierte Staatsanwalt Thomas Langwieder, der insbesondere auch die Rückfallgeschwindigkeit gewichten wollte. Er beantragte elf Monate ohne Bewährung. Verteidiger Hans Hafner betonte, dass sein Mandant hier ein »ganz anderes Bild« abgegeben habe: »Er hat Tabula rasa gemacht und erkennt das als Wendepunkt in seinem Leben. Mein Mandant hat wieder Arbeit und eine feste Bindung.« Den Schaden werde er wieder gutmachen und sich beim Marktleiter entschuldigen. Nicht zuletzt hänge mit einer weiteren Bewährung ein »Damoklesschwert« über ihm, »er weiß also, was auf dem Spiel steht«. Mit Gefängnis sei keinem gedient.

Das bekräftige der Angeklagte: »Ich werde beweisen, dass ich daraus gelernt habe. Bitte geben sie mir die Chance.« Für eine Bewährung aber sah Richter Martin Forster aufgrund der Vorgeschichte keine Möglichkeit. Einerseits, weil der Gesetzgeber solche »Kettenbewährungen« vermeiden wolle, und es andererseits nicht dem Gerechtigkeitsgefühl der Bevölkerung entspreche. Forster entschied mit acht Monaten auf eine Strafe »im unteren Bereich«, sei doch ein Bewährungswiderruf über ebenfalls acht Monate zu erwarten. Bei guter Führung könne der Schönauer mit einer Zwei-Drittel-Strafe rechnen und nach einem Jahr entlassen werden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Hannes Höfer