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Selbstverteidigungskurs für Schülerinnen am Chiemgau-Gymnasium – Mädchen lernten, sich richtig zu verteidigen

Die »Waffen« des eigenen Körpers kennenlernen

Traunstein – Wie wehre ich mich, wenn mich ein Mann aus einem Hinterhalt überfällt? Was mache ich, wenn er mich gegen eine Wand oder zu Boden drückt? – Diese und viele andere Abwehrtechniken studierten 15 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 8 bis 12 am Chiemgau-Gymnasium Traunstein bei einem Selbstverteidigungskurs ein. Der vom Elternbeirat der Schule veranstaltete Kurs findet seit vielen Jahren regelmäßig statt.

Bei einer Übung wehren sich zwei Schülerinnen gegen einen Angriff.

Herbert Kropf, Ju-Jutsu-Trainer und ehemaliger Justizbeamter aus Grassau, und sein großes Team betreuten die Jugendlichen mit viel Herz und Engagement. Gemeinsam mit zehn Trainerinnen und Trainern, darunter Polizisten, Justizbeamte und ein Arzt, vermittelte Kropf den Jugendlichen, wie sie sich gegen Übergriffe verteidigen können.

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An den ersten vier Abenden übten die Schülerinnen bestimmte Abwehrtechniken ein. Sie lernten die »Waffen« ihres Körpers kennen und sich mit Kopf, Zähnen, Händen, Ellbogen, Knie oder Füßen zu verteidigen. Die Trainer zeigten den Schülerinnen Nervenpunkte, auf die Angreifer besonders empfindlich reagieren. Diese Übungen wurden immer wieder einstudiert, bis die Mädchen sie sicher anwenden konnten. Um den Schülerinnen die Angst vor dem Zuschlagen zu nehmen und Berührungsängste abzulegen, trugen die Trainer teilweise Schutzkleidung und Helme.

Herbert Kropf erklärte den Schülerinnen und den interessierten Eltern, dass ein Täter oft schon durch lautes Schreien von seinem eigentlichen Vorhaben ablasse. Man solle auf keinen Fall Opferverhalten zeigen. Vielmehr ließen viele Täter vom Opfer ab, sobald es sich wehre, schlage und laut um Hilfe rufe. Auch eine Polizistin gab den Schülerinnen wertvolle Tipps, wie sie sich richtig verhalten.

Am letzten Abend konnten die Schülerinnen in einem Abschlussparcours zeigen, was sie gelernt hatten. An acht Stationen, teilweise im Dunkeln, warteten die Trainer und spielten verschiedene Bedrohungsszenarien durch, auf welche die Mädchen reagieren mussten. Bei diesen Situationen, die Übergriffe in Stadt und Wald, aber auch im Schul- oder Berufsleben simulierten, mussten die Schülerinnen selbst entscheiden, wie hoch der Grad der Belästigung war und wie sie dagegenhalten sollten. Bei der letzten Station kam der »Schwarze Mann« zum Einsatz: Die Mädchen verteidigten sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gegen einen Trainer, der mit Ganzkörperschutzanzug und Helm ausgestattet war.

Alle Schülerinnen meisterten den Parcours bravourös und mit vollem Einsatz. Sie zeigten mit großem Selbstvertrauen, dass sie gelernt hatten, sich zu wehren. Kropf war von den Teilnehmerinnen begeistert: »Die Schülerinnen haben sich sehr interessiert und waren den gesamten Kurs über äußerst engagiert bei der Sache.« fb